WAKO WM 2003 Paris

Am Start: über 750 Starter aus 64 Nationen in den Disziplinen Semi-, Leicht- und Vollkontakt sowie erstmals im Aerokickboxing. Die WAKO-Deutschland schnitt in der neuen Disziplin beachtlich ab: Daniel Gärtner holte Silber im Einzelwettbewerb und das Team World of Fitness errang in der Mannschaftswertung den 2. Platz. Das deutsche Vollkontakt-Team erzielt bestes Ergebnis seit vielen Jahren. Das hat es lange nicht mehr im Deutschen Vollkontakt gegeben: 2 x Gold, 2 x Silber und einmal Bronze.

deutsches Team

Das deustche Team unter Leitung von Peter Zaar (links außen)

Schon nach der letzten Europameisterschaft in Italien war abzusehen, dass die deutsche Mannschaft im Vollkontakt seine führende Position ausbauen wird. Hinter Russland belegte das Team von Ferdinand Mack und Werner Soßna einen hervorragenden zweiten Platz in der Nationenwertung. Insbesondere Muamer Hukic aus Bielefeld, Europameister 2002, arbeitete sich souverän ins Finale -86kg vor. Der erst 18jährige Muamer lässt seinem russischen Gegner Antatoliy Nosarev im entscheidenden Kampf zweimal Zeit nehmen und besiegt ihn klar nach Punkten. Somit wird Muamer Hukic nach Ferdinand Mack (1979 mit 19 Jahren) jüngster Weltmeister aller Zeiten. Muamer Hukic, Schüler des ehemaligen Semikontakt Weltmeisters Ulf Schmidt, kann an Erfolge von vergangenen Zeiten anknüpfen. So wurde zuletzt Frank Schmidt aus Köln 1993 Weltmeister.

Muamer Hukic

Muamer Hukic (links) auf dem Weg zum Vollkontakt (-86 kg) WM Titel. Er wurde später als Profiboxer u.a. dem Namen Marco Huck bekannt.

Marco Huck kickboxen

uamer Hukic in einem Vorkampf

Bei den Frauen kämpfte Ilhame »Hulk« Aissaoui, die ebenfalls aus Bielefeld kommt, bis ins Finale (-71kg) vor. Ilhame gab alles und gewann die zweite Goldmedaille für Deutschland. Weniger Glück hatte dagegen Fatma Akyüz (-52 kg) aus Mannheim. Sie konnte in zwei Vorkämpfen überzeugen und stand im Finale erneut ihrer Erz Rivalin Oxana Vasileva, Russland, gegenüber. Diesmal setzte Fatma alles auf eine Karte. Überlegen gewann sie die erste Runde. Die kommenden Runden verliefen ähnlich. Doch das Kampfgericht entschied 2:1 für die Russin. Heidi Hartmann (Oldenburg) kämpfte sich überragend bis ins Finale, 70kg, vor.Trotz einer starken Vorstellung verlor sie knapp gegen die Polin Karolina Lukasik. Bronze für Deutschland sicherte sich Nadine Lemke (-60 kg) aus Berlin. Sie steigerte sich von Kampf zu Kampf. Erst im Halbfinale scheiterte sie mit 2:1 gegen die Russin Ulia Nemtsova. Trotz der personellen Umstellungen hat sich das Team von Peter Zaar und Michael Wübke eindrucksvoll präsentiert. Verzichten mussten die Bundestrainer auf Dirk Kindl (EM 2000,WM 2001), Birgit Sasse (zweifache Weltmeisterin), Martin Albers (EM 1998, 2000, 2002,WM 1999) und WAKO WM 2003 – Paris auf Bernd Reichenbach, der letztes Jahr Silber für Deutschland holte.

Ilhame Aissaoui

Siegerehrung VK Damen +70kg. Ilhame Aissaoui siegt vor Irina Smirnova und Daniela Lazzareska, Karen Dews. Nasser Nasiri (re) und Werner Soßna (li) rahmen die Siegerinnen ein.

Aber ein Sportler blieb den Bundestrainern auch in diesem Jahr wieder treu. Es ist das zehnte Jahr nach der Weltmeisterschaft in Atlanta (USA), dem Jahr als ein junger Deutscher Kickboxer, namens Jorge Coehlo, erstmals Weltmeister wurde. Es sollte seitdem keine internationale Meisterschaft ohne ihn stattfinden. Jetzt wurde er erneut für seine jahrelangen Mühen belohnt:
Coehlo wird in Paris zum zweiten Mal Weltmeister in der Klasse -63kg.Trotz einer Fußverletzung schaltete er starke Nationen wie England und Russland in Vorkämpfen aus. Im Finale besiegt er
anschließend verdient den Ungarn Sandor.

Jorge Coelho

Jorge Coehlo (-63 kg, Leichtkontakt) links

Christian Bauer glänzte in Bestform. Er erkämpfte sich die Silbermedaille in der Klasse -69kg. Bauer bereitete sich wie kein anderer auf den Saisonhöhepunkt vor. Der Nürnberger ist auf dem besten Weg ein perfekter »universeller« Kickboxer zu werden. Bronze für Deutschland holte Mike Bela (-84Kg). In den Vorkämpfen schlug Bela denkbar knapp den amtierenden Weltmeister Wappel aus Ungarn, an dem Martin Albers 2001 sehr knapp gescheitert war. Im Halbfinale musste sich Bela allerdings dem späteren tschechischen Weltmeister geschlagen geben.Auch Kerstin Kößling (-60kg) bestätigte ihre Nominierung mit einer Bronzemedaille. Obwohl Maike Gölzenleuchter problemlos ihre slowenische Gegnerin beherrschte, versagten die Punktrichter ihr den Sieg. Semikontakt-Kickboxen ist ein schneller Sport. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Ein Punkt, der schnell auf der einen oder eben auf der anderen Seite vergeben wird. In diesem Jahr fehlte vielen Deutschen eben genau dieser eine Punkt. Das sehr junge Team, betreut von Jürgen Schorn und Christof Schäfer, trat mit vielen neuen Gesichtern an.Trotzdem reichte es zu zwei silbernen und zwei bronzenen Medaillen.
Adriane Doppler und Carolin Pitzke aus Ebern holten Silber. Das langjährige Kadermitglied Rolf Leipert belohnte das Team mit einer hervorragenden Leistung und einem dritten Platz. Im Halbfinale scheiterte er an dem vierfachen ungarischen Weltmeister, der seit vielen Jahren alle Kämpfe durch technisches K.O. für sich entschieden hat. Bronze erkämpfte sich auch Andreas Knab aus Ebern. Der Schüler von Jürgen Schorn besiegte in seinen Vorkämpfen den starken Engländer Clifften, musste sich aber im Finale dem späteren Turniersieger Breston aus den USA geschlagen geben. Ebenfalls Bronze sicherte sich Valmir Mussolaj in der Klasse -89 kg. Mussolaj musste sich im Halbfinale gegen den dreifachen Weltmeister Peter Edwards geschlagen geben.

Carolin Pitzke

Jürgen Schorn, Carolin Pitzke (2. Platz SK Damen -60 kg) und Christoph Schäfer

Bericht und Fotos: Jürgen Schorn für Budoland News 8

 


Sportpalast Bielefeld

Der Sportpalast Bielefeld hat zwei Weltmeister im Vollkontakt WAKO Kickboxen hervorgebracht: Ilhame Aissaoui und Muamer Hukic als jüngsten Titelträger aller Zeiten! Meistertrainer: Ulf Schmidt, früher selbst Weltmeister im Semikontakt (1981, -63 Kg).

Ilhame Aissaoui

Marco Huck

Muamer Hukic

Bielefeld

Trainer: Ulf Schmidt


 

2. WM-Titel für  Zvonko Gribl

Paris: Zvonko Gribl aus Kroatien (in Deutschland lebend) und TOP TEN Teammitglied aus Baden-Würrtemberg, startete in der Gewichtsklasse bis 79 kg, in Paris im Semikontakt. Hoch motiviert schlägt er seine namhaften Gegner, u. a. aus den USA Michel Baker 11:3, den Norweger Spissoy Morton 10:7, den Schweizer Mischel 15:8 und tritt im Finale gegen den Engländer Billy Bryce an. In einem ausgeglichenen, sehr schnellen und technisch hochwertigen Finale steht es nach der Verlängerung noch immer unentschieden.

Zvonko Gribl

Zvonko Gribl gegen Billy Bryce

Nun kommt es darauf an, wer den ersten Punkt erzielt. Im Sudden Death kann Zvonko mit einer blitzschnellen Fausttechnik endlich die Entscheidung herbeiführen und zum zweiten Mal WAKO Weltmeister werden.

WAKO point fighting

World Champion: Zvonimir Gribl

wako 2003 paris

Zvonko mit WAKO Präsident Ennio Falsoni und Sponsor Peter Kruckenhauser (Top Ten)

Category: Diverses

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