Taekwondo Powercamp

Unter dem Motto “Fair Play in allen Lagen” fand vom 25.08.97 bis 01.09.97 das Taekwondo Powercamp 1997 in Porec/Kroatien statt. Wettkampftraining der Spitzenklasse mit neuen Tendenzen, nach den Regeln der modernen Trainingslehre, bot Bundestrainer Georg Streif (Dipl.-Trainer, Ex-Europameister, mehrfacher Weltturniermedaillengewinner, Olympiateilnehmer, Video- und Buchautor). Tatkraftig zu Seite standen ihm Vlado Agres (kroatischer Nationalkampfer, Int. Belgischer- und Int. Deutscher Meister), Marco Scheiterbauer (Vize-Militärweltmeister, Europameisterschafts- und Worldcupmedaillengewinner), Marcus Nitschke (zweifacher Militärweltmeister, mehrfacher Deutscher Meister), Michaela Wegner (Bundeskader, mehrfache Deutsche Meisterin) und Oliver Knecht (Studentenvizeweltmeister, Sportstudent).

TKD Training

Die Teilnehmer des Powercamps 1997

Nach zum Teil tiber zehnstündiger Fahrt, reisten am Montag Abend aile Teilnehmer per Bus, Bahn, Flugzeug, Auto oder Motorrad an. Nur fur 60 Teilnehmer konnte ein Zimmer im Hotel Diamant gebucht werden, da sämtliche Hotels in der Umgebung bereits ausgebucht waren. Einige reisten jedoch trotzdem an und übernachteten auf dem Campingplatz. Folgende Vereine aus Deutschland und Osterreich waren vertreten: Wild Horse Worth, Altötting, TKD Gumperdingen, Reza-IBK, Neubiberg, Neuaubing, SSV Dachau Ost, Kassel, Dortmund, Silla Ktiln, Dojang Ktithen, Creti Tübingen und die TG Allgau.
Um 19 Uhr fand die offizielle BegriiBung statt, wobei sich jeder einzelne Teilnehmer vorstellte. Darunter waren auch vereinzelte Personen, die ihre taekwondobegeisterten Familienmitglieder begleiteten und nur das Hotel, ohne Lehrgangsteilnahme, gebucht hatten. Vom Spitzensportler bis zum Breitensportler war alles anwesend. So nutzte z:B. Diana Creti aus Tübingen (mehrfache Deutsche Meisterin) dieses Trainingslager als Vor!iereitung fur die Weltmeisterschaft 1997 in Hong Kong. Auch andere bekannte Gesichter wie Konrad Markus (-58 kg), Susanne Scheiterbauer (-60 kg), Tobias Schutz (-76 kg), Andrea Lewey (-65 kg), Toni Urlbauer (-72 kg) oder Petra Kling (-45 kg), nahmen die Chance war, Training und Urlaub zu verbinden. Unter den Breitensportlern befanden sich auch einige Mutter mit ihren Kindem, ein Pfarrer (Grüngurt), sowie ein Opa, der seinem Enkel zu Ostern das Powercamp 97 schenkte und als Aufsichtsperson dabei war. Morgens urn halb Sieben wurde eine Laufeinheit unter Anleitung von Bernd Haas (TG Allgau, Gelbgurt, Marathonlaufer und Triathlet) angeboten, danach standen jeweils von 9-11 Uhr und von 17-19 Uhr Trainingseinheiten auf dem Plan. Einige Teilnehmer waren überrascht, wie einfach sich Spitzensport und Breitensport verbinden liesen. Gymnastik, allgemeines Aufwärmen und spezifisches Aufwärmen fanden gemeinsam statt, wobei es die Kaderathleten zuerst vorzeigten- und sich die Breitensportler dann Tips holen konnten. Zum anschlieBenden Training wurde in drei verschiedene Gruppen unterteilt.

Georg Streif

Georg Streif (re) und Markus Nitschke erklären eine Partnerübung.

Gruppe 1 bildete.eine Einheit aus Nittionalk.lHierkampfern und Bayernkaderathleten, die sich unter Anleitung von Georg Streif oder Marcus Nitschke auf die kommende-Wettkampfsaison vorbereiteten. Schwerpunkt: Aufbauphase-Übergang zur Wettkampfphase. In der Gruppe 2 wurde von Vlado Agres und Marco Scheiterbauer Wettkampftraining fur Einsteiger angeboten. Die Basis reichte von Stepschulung über Grundtechniken bis hin zu leichtem Westentraining und Spielsparring. Marco und Vlado zeigten anschaulich Techniken vom Einfachen zum Schweren und vom Langsamen zum Schnellen. Alle Teilnehmer trainierten eifrig und waren überrascht, tiber die Vielfalt, die ihnen dieses Wettkampftraining bot. Es war nicht “Draufhaun-Gewinnen- 6 Min. Dauerkicken” was Taekwondowettkampf so interessant machte, sondern, Spielwitz-Tiiuschungen-Technik und Taktik”. Viele waren begeistert, in der für sie ungewohnten funktionellen Trainingsbekleidung, welche zum graBen Teil aus T -Shirt und Dobokhose hestand, zu trainieren. Oliver Knecht (1. Dan Allkampf, 2. Dan Taekwondo) leitete die Gruppe 3, die größtenteils aus Nichtwettkämpfern und Anfängern bestand. Für diese Gruppe arbeitete er einen eigenen Trainingsplan aus, mit Schwerpunkt: Prüfungsvorbereitung. So konnten einige Teilnehmer am Ende des Trainingscamps bei einer Gürtelprüfung, welche von Georg Streif abgenommen wurde, teilnehmen. Oliver Knecht zeigte, wie interessant ein Allgemeintraining sein kann. Er demonstrierte neue wirkungsvolle Hosingsul- und Einschrittkampftechniken und half jedem Teilnehmer beim Erlernen und Verbessern seiner Prüfungsform. Bei der Prüfung bewiesen dann auch alle, was sie in einer Woche gelernt, bzw. verbessert batten. Alle Teilnehmer zeigten wahrend der ganzen Woche, daB sie wirklich “Power” hatten, da trotz Muskelkater und Müdigkeit die Teilnehmerzahl im Training immer ungefähr gleich blieb. Mitte der Woche waren sogar Elternteile, die eigentlich nur Urlaub geplant batten, so begeistert, daB sie als Anfänger beim Allgemeintraining mittrainierten. Von jung his alt, klein und groB waren alle mit totaler Begeisterung bei der Sache. Es war fast verwunderlich, daB auBer dem “Taekwondo-Virus” keine größeren Krankheiten oder Verletzungen auftraten. Beim letzten Training überreichte Georg Streif jedem Teilnehmer eine Urkunde, bedankte sich fur die Teilnahme und lud alle zum gemütlichen Beisammensein in ein Lokal eines ehemaligen kroatischen Nationalkämpfers ein.

Markus Scheiterbauer

Markus Scheiterbauer in Aktion.

Außerhalb des Trainings blieb naturlich noch vie! Zeit zur Freizeitgestaltung. Während die Einen immer noch nicht genug von Bewegung hatten und deshalb Angebote wie Tennis, Fußball, Kraftraum, Wasserski, Jetski oder Bananenbootfahren in Anspruch nahmen, lagen die etwas “Müderen” am Strand und liesen sich sonnen. Manche nutzten auch die Gelegenheit für interessante Sightseeingtouren durch Kroatien. Auf jedenfall war fur jeden was dabei und es wurde nie langweilig. Abends spielte man am Pool Gesellschaftsspiele, machte einen Spaziergang am Strand, bummelte durch die Gässchen von Porec oder tanzte in der Disco mit Marcus Nitschke um die Wette. Am letzten Morgen wurden vor der Abreise noch schnell ein paar Adressen ausgetauscht und Statements wie “tolle Atmosphare, super Gemeinschaftsgefühl und anstrengendes, aber lehrreiches Training” standen im Raum. Jedenfalls war das Trainingscamp 1997 mit Georg Streif ein voller Erfolg.
Text und Fotos: MICHAELA WEGNER

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*