Doce Pares Eskrima

Eskrima ist mehr als nur ein Stock­kampfsystem von philippinischen Einge­borenen. Eskrima ist eine sehr komplexe Kampfkunst mit logischen Kampfprinzipien, die den Kampf mit verschiedenen Waffen sowie die waffenlose Anwendung der Kampfprinzipien beinhaltet. Durch die geschichtliche Entwicklung der philippinischen Kampfkünste konnten sich nur im Kampf anwendbare Techniken und Konzepte behaupten. Die German Eskrima Association bietet allen interessierten Personen die Möglichkeit, authentisches Doce Pares Eskrima nach einem systematischen Lehrprogramm zu erlernen.

Das Training in der GEA bietet spezielle Eskrima Kurse für Frauen an

Eskrima ist ein Oberbegriff für verschiedene philippinische Kampfkunststilrichtungen, der von der spanischen Bezeichnung für Fechten „esgrima“ abgeleitet wurde. Eskrima entwicklte sich über die Jahrhunderte unter indischen, indonesischen, malaiischen und spanischen Einflüssen zu einer eigenständigen philippinischen Kampfkunst. Im Rahmen des Eskrimatrainings werden verschiedene Aspekte des Waffenkampfes, Verteidigungsmöglichkeiten gegen Angriffe mit und ohne Waffen sowie die waffenlose Umsetzung der Kampfprinzipien behandelt.

Eskrima: philippinische Kampfkunst mit einer Jahrhunderte alten Tradition

Als einer der ersten Europder machte der, unter spanischer Flagge segelnde, portugiesische Seefahrer und Eroberer Ferdinand Magellan mit der Kampfkunst der Filipinos Bekanntschaft. Nachdem Magellan auf der Insel Mactan in den Zentralphilippinen gelandet war, versuchte er Besitzansprüche der spanischen Krone auf die umliegenden Inseln geltend zu machen. Als sich die Inselbevölkerung widersetzte, kam es am 27. April 1521 zur Schlacht von Mactan, in der die spanischen Eroberer durch Lapu Lapu und seine Krieger vernichtend geschlagen wurden. Ferdinand Magellan verlor in der Schlacht sein Leben.

Das bekannte Lapu-Lapu Denkmal auf der philippinischen Insel Mactan nähe Cebu

Den überlieferten Aufzeichnungen des italienischen Chronikers Antonio Pigaffetta, der Magellans Flotte angehörte, ist zu entnehmen, daß die Krieger Lapu Lapus das gut ausgerüstete spanische Heer mit Macheten, Hartholzstöcken, Schwertern und Speeren unter Einsatz von äußerst effektiven Kampftechniken besiegten. Ein halbes Jahrhundert später kamen die Spanier mit einem weitaus größeren Heer zurück und leiteten damit eine fast 400 jährige Besetzung der Philippinen ein. Während der spanischen und folgenden amerikanischen und japanischen Besetzung wurde Eskrima gegen den Willen der jeweiligen Besatzer als Geheimkunst innerhalb der Familienverbände sowie im engsten Freundeskreis von Generation zu Generation weitergegeben. Nicht von sportlichen oder religiösen Aspekten sondern vom täglichen Überlebenskampf der Filipi- nos geprägt, entwickelte sich Eskrima zu einer gefürchteten und effektiven Kampfkunst. Viele Filipinos emigrierten zum Anfang dieses Jahrhunderts nach Hawaii sowie in die USA, wo später die internationale Verbreitung der philippinischen Kampfkünste begann. Erst Mitte der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts setzte eine von kommerziellen Interessen geprägte Versportlichung der philippinischen Kampfkunststile ein. Die Veränderung der ursprünglichen Techniken und Kampf­prinzipien hatte eine starke Verbreitung der philippinischen Kampfkünste zur Folge, wobei die Effektivität der einst gefürchteten Kampfkunst nach und nach verloren ging. Heute gibt es nur noch wenige Eskrima-Lehrer, die in der Lage sind, die ursprünglichen Techniken und Konzepte zu unterrichten.

In zahlreichen Kämpfen erprobte Techniken und Kampfprinzipien: In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen und Zweikämpfen im Zeitraum von mehreren Jahrhunderten konnten sich nur die wirksamsten Kampfmethoden und Techniken behaupten. Ähnlich wie die in den vergangenen Jahrhunderten in Europa durchgeführten Duelle mit Schwert, Säbel, Degen oder Rapier waren auf den Philippinen noch bis vor wenigen Jahrzehnten blutige Zweikämpfe zwischen Anhängern rivalisierender Eskrimastile keine Seltenheit. Diese sogenannten Heraus­forderungs­kämpfe wurden traditionell ohne Schutzausrüstungen und einschränkende Regeln durchgeführt. In den meisten Fällen verwendeten die Kämpfer je einen 60-70 cm langen Rattan- oder Hartholzstock. Ein Kampf wurde durch Aufgabe oder Kampfunfähigkeit eines Kämpfers beendet. Bis in die 60ziger Jahre dieses Jahrhunderts konnte sich Eskrima noch als reine Kriegskunst behaupten. Jeder Eskrimaexperte, der anfing selbständig zu unterrichten, mußte damit rechnen von anderen Eskrimakämpfern herausgefordert zu werden.

Doce Pares Philippinen

GEA-Cheftrainer Uwe Schwarz (li.) erhКlt sein Eskrima-Lehrer-Zertifikat von Großmeister Ciriaco Cacoy Canete

Der Doce Pares Eskrimastil: Von verschiedenen Eskrima­experten wurde 1932 in Cebu City auf den Philippinen der Doce Pares Eskrima Club gegründet. Heute zählt er zu den ältesten noch existierenden Eskrima Organisationen. Das im Doce Pares Eskrima Club entwickelte gleichnamige Kampfsystem beinhaltet den Kampf mit Stöcken, Macheten, Messern sowie verschiedenen anderen Waffen und die waffenlose Umsetzung der Kampfprinzipien. Doce Pares Eskrima ist kein Sport sondern eine kompromißlose Kampfkunst bei der die praktische Anwendung der erlernten Techniken und Kampfprinzipien im Vordergrund steht.

Eskrimagroßmeister Ciriaco Cacoy Canete

Eskrimador Ciriaco Cacoy Canete ist Inhaberber des 12. Großmeistergrades im Doce Pares Eskrima und zählt heute zu den größten noch lebenden Eskrimaexperten. Aufgrund seiner Erfolge in über 100 zumeist regellosen Herausforderungskämpfen genießt Eskrimagroßmeister Ciriaco Cacoy Canete auch über den Doce Pares Stil hinaus großes Ansehen. Während des zweiten Weltkrieges kämpfte er in einer Partisaneneinheit gegen die japanischen Besatzer. Später unterrichtete er als Armeeausbilder schußwaffenlose Kampfmethoden.

Training auf den Philippinen

Durch die Erfahrungen, die er im Guerilla-Krieg sowie in zahlreichen Herausforderungskämpfen sammelte, entwickelte er seinen eigenen Stil innerhalb des Doce Pares-Systems. Entsprechend der Tradition der philippinischen Kampfkünste akzeptierte er selbst im Alter von 64 Jahren die Herausforderung eines anderen Eskrimaexperten. Der Kampf wurde am 17. September 1983 in Cebu City ausgetragen, er endete nach wenigen Sekunden durch die Aufgabe seines Gegners. Auf Lehrgängen auf den Philippinen, Australien und den USA unterrichtete Eskrimagroßmeister Ciriaco Cacoy Canete verschiedene namhafte Kampfkünstler, unter ihnen die international bekannten Kampfkunstlehrer und Schüler von Bruce Lee: Dan Inosanto und Richard Bustillo.

Die German Eskrima Association: Die Abkürzung GEA steht für German Eskrima Association. Sie wird vom Doce Pares Eskrima Club in Cebu City anerkannt. die GES wurde 1991 von Uwe Schwarz, 4. Lehrergrad und Privatschüler von Eskrima­großmeister Ciriaco Cacoy Canete, gegründet. Um Eskrima von einem der letzten wahren Experten erlernen zu können, trainierte Uwe Schwarz über mehrere Monate unter Anleitung von Eskrima­großmeister Ciriaco Cacoy Canete in Cebu City auf den Philippinen.

Das Unterrichts­programm der GEA: Im Rahmen eines systematischen Unterrichtsprogrammes, das 10 Schülergrade umfaßt, werden die einzelnen Schülerinnen und Schüler der GEA entsprechend ihres jeweiligen Ausbildungs­standes unterrichtet. Da eine Auseinandersetzung nicht nur durch einzelne Techniken sondern zum größten Teil durch die richtige Einstellung entschieden wird, steht die Überwindung der eigenen Angst und ein selbstsicheres Auftreten in Konfliktsituationen im Vordergrund des Trainings. Die Schülerinnen und Schüler der GEA lernen zu Beginn die praktische Anwendung einfacher Techniken und logischer Konzepte. Die Fähigkeit, Angriffe mit und ohne Waffen realistisch einschätzen zu können, bildet die Grundlage für das erfolgreiche Bestehen einer Auseinander­setzung. Filipina Date. Fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler der GEA lernen das Sparrings­programm, das ohne Schutz­ausrüstung trainiert wird. Aufgrund des proffessionellen Unterrichtsprogrammes und strengen Prüfungssystems ist jedoch trotz des realistischen Trainings das Verletzungsrisiko gering. Neben verschiedenen Aspekten des Waffenkampfes und der realistischen Selbstverteidigung bietet das Eskrimatraining einen ausgezeichneten Ausgleich zu Schule, Studium und Beruf. das Mindestalter für eine Mitgliedschaft in der GEA ist 18 Jahre (in Ausnahmefällen ab 16 Jahren).

Lehrgänge und Ausbildungsmöglich­keiten in der GEA: Für alle, die sich für Doce Pares Eskrima interessieren, bietet die GEA Eskrimaeinführungs­lehrgänge an. Im Rahmen eines Einführungslehrganges kann man unter der Anleitung des Cheftrainers Uwe Schwarz, praktische Erfahrungen sammeln. Bei Interesse besteht die Möglichkeit einer Betreuung von lokalen Trainingsgruppen durch regel­mäßige Lehrgänge/Schulungen mit Prüfungs­möglichkeiten vor Ort durch den Cheftrainer der GEA. Für Personen, die selbst Doce Pares Eskrima nach dem Lehrprogramm der GEA unterrichten wollen, gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten zum Übungsleiter bzw. Ausbilder. Durch das gezielte Training von Stressituationen bietet das Doce Pares Eskrima-Training nach dem Lehrprogramm der GEA eine gute Ergänzung für alle Personen, die im Sicherheitsdienst sowie Personenschutz tätig sind. In speziell abgestimmten Seminaren für Mitarbeiter/innen von Behörden und Sicherheitsfirmen kann der Einsatz von Teleskop­abwehrstöcken und anderen Spezialwaffen erlernt werden. Ein regelmäßiges Eskrimatraining nach dem Lehrpro-gramm der GEA kann insbesondere im Personenschutz zur Verhinderung von frühzeitigen Schuß­waffeneinsatz beitragen.

Dieser Artikel Erschienen in Ausgabe 12/97. Text & Fotos: GEA. Diese Seite gilt als Archiv des Original Textes und alle Aussagen im Artikel reflektieren den Stand von 1997.
Anmerkung:
Ciriaco “Cacoy” Cañete verstark am 5. Februar 2016 im Alter von 96 Jahren. (Quelle: Rappler Artikel)

 

 

 

 

Kurz zusammengefaßt:
Die German Eskrima Association

Was ist die GEA?
G.E.A.= GERMAN ESKRIMA ASSOCIATION – vom DOCE PARES ESKRIMA Club Cebu City (Philippinen) anerkannte Organisation für authentische philippinische Kampfkunst.

Was ist Eskrima?
Phlippinische Kriegskunst- Waffenkampf und Selbstverteidigung.

Was ist der Doce Pares Eskrimastil?
DOCE PARES ESKRIMA = realistischer Waffenkampf und Selbstverteidigung.

Wer leitet die GEA?
Uwe Schwarz, 4. Lehrergrad DOCE PARES ESKRIMA, über 10 Jahre Kampfkunsterfahrungen

Bei wem und wo hat der Cheftrainer der GEA gelernt?
Privatschüler von Eskrimagroßmeister Ciriaco Cacoy Canete trainierte mehrere Monate auf den Philippinen.

Wer ist Cacoy Canete?
DOCE PARES ESKRIMAGROSSMEISTER, ungeschlagen in über 100 Herrausforderungskämpfen.

Was bietet die Mitgliedschaft in der GEA?
Lehrgänge/Schulungen mit Prüfungsmöglichkeiten vor Ort, Einzel- und Kleingruppenunterricht, Betreuung von lokalen Trainingsgruppen im gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarländern, deutschsprachiges Video

Welches Konzept steckt dahinter?
In der GEA gibt es kein Platz für selbsternannte Kampfkunst-experten, alle Übungsleiter und Ausbilder der GEA werden nach einen einheitlichen Lehrprogramm unterrichtet und geprüft, alle Prüfungen werden von dem Cheftrainer der GEA, Uwe Schwarz, persönlich durchgeführt.

Trainingscamps in Asien
Training in Asien (Philippinen) unter Großmeister Canete, Unterricht nur für Erwachsene, Betreuung von Trainingsgruppen im gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarländern mit Prüfungsmöglichkeit vor Ort Speziallehrgänge für Mitarbeiter/innen von Behörden und Sicherheitsfirmen alle Lehrgänge mit begrenzter Teilnehmerzahl, wodurch ein hohes Unterrichtsniveau für alle Teilnehmer/innen erreicht werden kann

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