Bruce Lees Jeet Kune Do in Vollendeter Form 3

Bruce Lee hatte als erster Kampfsportler formuliert, daß ein Schlag oder Kick erst auf den letzten Zentimetern vor dem Ziel die entscheidende Kraft entwickelt. Seine vielbewunderte Schnelligkeit konnte er erreichen, in dem er seine Kraft genau für diese Sekundenbruchteile einer Technik optimierte.

Jeet Kune Do

Bruce Lee

Eines der wichtigsten Prinzipien von Bruce Lee, das er in seinen Kampfstil Jeet Kune Do eingebracht hatte, war der ökonomische Umgang mit Bewegung. Dadurch konnte er bereits mit wenigen Bewegungen große Effekte erzielen und seine Energie genau in den Momenten zur Entfaltung bringen, in denen er sie am meisten benötigte. Ein Paradebeispiel für seine Theorien ist der bekannte „One Inch Punch.“ Bei Vorführungen demonstrierte er diesen Schlag, den er gerade zweieinhalb Zentimeter vor dem Gegner ansetzte, und diesen dennoch durch die Wucht des Aufschlags mehrere Meter nach hinten schleuderte. Mit dieser Demo faszinierte Lee bereits 1964 begeisterte Kampfsportler.
Um seine Kraft für diesen Fauststoß zu trainieren, übte er gezielt mit Gewichten. Grundlage für die Übungen war wiederum die Theorie, daß man genau dort trainieren muß, wo man seine Kraft maximal ausschöpfen kann. Er trainierte mit maximalem Gewicht, um soviele Muskelfasern wie nur möglich gleichzeitig anzustrengen. Über seine Trainingsmethoden hat der Kampfsportrevolutionär handschriftliche Aufzeichnungen angefertigt. Sein Training hat er ganz genau getimt und nach einem speziellen Plan durchgeführt. Die Resultate wurden niedergeschrieben und von ihm ausgewertet, um das Training ständig zu optimieren.

Der Erfolg seiner Methoden wird von Sportmedizinern bestätigt, denn durch sein Training hat er die Muskeln, bzw. Muskelfasern so stimuliert, daß sie auf den Trainingsreiz mit großer Geschwindigkeitserhöhung reagiert haben. Jeder Muskel besteht aus einer Vielzahl von Muskelfasern, die in einem Strang parallel zueinander verlaufen. Sie haben nur eine Funktion: Sie ziehen sich auf den Befehl des Nervensystems zusammen, verkürzen sich somit. Die Intensität, mit der ein Muskel gebeugt wird hängt mit der Anzahl der vom Nervensystem aktivierten Fasern zusammen, die in Aktion gesetzt werden. Alle Muskelfasern, werden nur dann aktiviert, wenn der Körper eine maximale Belastung erwartet, daher das Training unter starker Belastung.

Aus den Aufzeichnungen Lees geht hervor, daß er schon damals wußte, wie er trotz extremer Belastungen verhindern konnte, daß sich die Muskeln in seinem Körper nicht so vergrößern, daß sie der Geschwindigkeit im Wege stehen, wie es zum Beispiel bei Bodybuildern, die auf Masse trainieren, der Fall ist. Lee verhinderte den Aufbau von unnötiger Muskelmasse dadurch, daß er eine Übung mit der maximal möglichen Zahl von Wiederholungen von 30 Übungen pro Satz durchführte. Beim nächsten Training steigerte er nicht etwa die Anzahl der Wiederholungen oder das Gewicht, nein, er versuchte diese maximal mögliche Belastung in der schnellst möglichen Zeit zu bewerkstelligen.

In den kommenden Ausgaben werden wir Teile der Aufzeichnungen Lees veröffentlichen und allen Interessenten damit die Möglichkeiten des für Kampfsportler effektiven Kraft- und Schnelligkeitstrainings darlegen.
Selbst Bodybuilding-Magazine haben den großen Wert von Bruce Lees Training erkannt, und berichten regelmäßig darüber. Es handelt sich dabei um Ablichtungen der original, handschriftlichen Niederschriften des verstorbenen Lee.


Diese Reportage entstammt der KICK Ausgabe 1996 / 12.

Category: Arnis & JKD

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