Power Ranger Sophia

Sophia Crawford

Sohpia Crawford

Sohpia Crawford

Die Superheldin, die aus dem Nichts kam: Die harte und zähe Sophia Crawford lernte ihre Arbeit in Sachen Schauspielerei bei mehreren Hong Kong Filmproduktionen und anonym unter dem Helm des pinkfarbenen Power-Rangers. Nun, da die Hollywood-Produzenten weibliche Hauptdarsteller für Action-Rollen suchen, ist sie auf dem Weg zu größerem Ruhm, sie spielt eine Superheldin in der neuen Serie “Hammer Squad”.


Viele Freunde des Hong-Kong-Films haben gesehen, wie sich Sophia Crawford durch eine Reihe anspruchsvoller Rollen gekämpft hat. Sie spielte in Fernsehfilmen mit und schlug sich ihren Weg durch Gangsterfilme, doch wie viele andere hatte sie es sich zum Ziel gesetzt, irgendwann in Hollywood zu spielen.
“Als ich das erste Mal in Los Angeles ankam”, erklärt Crawford in ihrer sexy Aussprache, “habe ich mir erst einmal angesehen, wie hier Action-Filme gemacht werden. Einer der Filme, die ich gesehen habe, war “Mission of Justice”. Er hatte eine überraschende Mischung aus Stunts, wie sie in Hong Kong gemacht werden, und amerikanischer Choreographie, und ich wußte, daß ich in Amerika solche Filme machen wollte.

Nachdem sie in eingen Fernsehspielen und einem Film für das Kabelfernsehen mitgespielt hatte, stellte sie sich für einen Film vor, der bei Amerikas Kindern bereits auf großen Zuspruch stieß: Die Power-Rangers. Die Serie wurde zur Nummer eins und zog einen richtigen Boom nach sich. Und Sophia hatte bei der Vergabe der Filmrolle das As im Ärmel.

Power Ranger Sophia

Sohpia Crawford in ‚Power Rangers‘

“Der Action-Direktor, Jeff Pruitt, war zufällg der gleiche Mann, der auch die Stunt-Coordination für “Mission of Justice” gemacht hat. Daher wußte ich genau, daß es kein gewöhnlicher Job werden würde. Ich hatte bereits zuvor mit ihm gearbetet, er kannte meinen Hong Kong Hintergrund und wußte, daß ich auch dann kämpfen kann, wenn ich einen pinkfarbenen Helm trage”, sagt Crawford.
Pruitt wußte, was er tat, und die englische Schauspielerin wurde unter hunderten von Mitbewerberinnen ausgewählt. “Während des folgenden Jahres”, erinnert sie sich, “arbeitete ich ständig daran, den pinkfarbenen Ranger nachzuahmen: Ich machte all die Gags und die verrückten Stunts, die die Serie so erfolgreich werden ließen. Die Kids lieben das, denn es ist etwas völlig anderes, wie das, was sie bisher gesehen haben.”

Power Rangers – der Film
Als nächstes kam der Film, für den Jeff Pruitt sich noch bessere Stunts ausgedacht hatte. Auch hier spielte Crawford den pinkfarbenen Ranger.
“Immer dann, wenn sich die Schauspieler in Rangers verwandeln und kämpfen, springt mein Stunt-Team ein”, verrät Pruitt. “Es war sehr schwierig, jemanden zu finden, der alles für den pinkfarbenen Ranger machen konte, doch dann fanden wir Sophia. Es war ihr Stunt-Training von Hong Kong, was sie aus der Masse hervorhob. Sie war für die Rolle bereit. Ich habe mit allen aus dem Team das Posing und die Stunts für jeden einzelnen geübt. Den Kampfstil des pinkfarbenen Rangers änderte ich, damit er zu Sophias eigenem Stl paßte. Was sie gemacht hat, sah viel besser aus als in der Originalversion aus Japan. Ich wollte, daß die Mädels genauso kämpften wie die Jungs, und Sophia hatte mit harten Aktionen keine Probleme.”

Sohpia Crawford Kick

Front Kick in den Himmel: Sohpia Crawford

Halzbrecherische Stuntarbeit
Im Film war ein Stunt, der so hart war, daß ihn niemend machen wollte – außer Sophia. Als Pruitt ihn erklärt hatte, zog sie sich einen gelben Ranger-Anzug an. Dann ließ sie sich neun Meter weit katapultieren, knallte gegen eine Beton-Wand, prallte ab und landete auf dem Boden. “Wir haben das vier mal gemacht”, erzählt Pruitt. “Die australische Mannschaft dachte, ich würde sie umbringen, aber für sie war das ganz normale Arbeit. Hinterher haben wir kräftig darüber gelacht. Wenn ich die Mannschaft solche Stunts machen lasse, denken viele, die das nicht gewöhnt sind: Der Kerl ist ein verrückter Teufel. Wenn ich sowas dann von einem Asiaten machen lasse, denken sie: Wow, der Kerl hat‘s wirklich drauf. Lasse ich es aber von Sophia machen, denken alle: Wie kann das von so einem süßen kleinen Mädchen verlangen? Wenn man Stunt-Coordinator ist, erwarten alle, daß man ein ernstes Gesicht macht und graue Haare hat”, sagt Pruitt. “Von einer Frau denken dann alle, wenn sie sehr hübsch ist, kann sie ja ncht so gut sein – ich hasse solche dummen Vorurteile.”

Erste Rolle in Amerika
Gegen Vorurteile mußte Crawford bereits ankämpfen, bevor sie nach Hollywood kam: In den Hong Kong-Filmen bekommen Ausländer meist nur solche Rollen, in denen sie das Böse Gegenstück des Helden darstellen. In Hollywood erkannte Sophia, was andere Schauspielerinen gelernt haben, als sie “Sword of Honor” spielte, ihren ersten amerikanischen Film. Der Unterschied ist, daß dort die weibliche Hauptdarstellerin, auch wenn sie eine Kämpferin ist, nicht gegen, sondern mit dem Haupt-darstelle kämpft – oft stellt sie dessen Freundin dar.

Bald kommen bessere Scripts
“Ich habe unheimlich gerne böse Rollen gespielt”, sagt sie, “denn das ist vielleicht der größte Spaß, den man als Schauspielerin haben kann. Trotzdem wäre es schön, wenn es für weibliche Schauspielerinnen bessere Scripts geben würde. Vielleicht ändert sich das, wenn Pam Andersons Film “Barbed Wire” ein Erfolg wird. Ich denke, die Zeit für Frauen in Action-Filmen ist gekommen.” Damit hat sie vielleicht mehr Recht, als viele denken: Nachdem die Power Rangers abgedreht waren, wurde Jeff Pruitt gebeten, eine neue Super-Helden-Show zu machen. Gesucht wurde eine Frau, die sich von den Mädels in Power Rangers unterschied.

Reiche Kampfkunsterfahrung gesucht
“Wir brauchten eine gutaussehende Frau, die nicht nur Kampfkunsterfahrung hatte, sondern auch schauspielen konnte”, sagt Produktionsleiter Seth Ersoff. “Dabei kam niemand an Sophia Crawford heran.”
Die Serie “Hammer Squad” wird in Toronto abgedreht, was in der Filmszene schon den Spitznamen “Nord-Hollywood” trägt.

Kung Fu Serie
Sophia Crawford erzählt, sie habe dort bereits garbeitet, um die neue Version der Kung-Fu Serie zu drehen. “Es ist ein toller Ort, und ich kann es kaum abwarten, bis die Leute zu sehen bekommen, was wir vorhaben. Das ist das tolle an den Hero-Filmen: Du kannst einfach jede Technik machen, die du dir vorstellen kannst. Die Grenzen setzt du dir also selber.”
Für Sophias Abenteuer gibt es also keine Grenzen…

Kick Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis

Veröffentlich in Ausgabe 12/95.
Text: Larry Segal.
Fotos: Archiv: Sophia Crawford

Interview: Peter Cunningham

US-Boy Pete „Sugarfoot“ Cunningham ist einer der größten Kickboxer aller Zeiten. Bei seiner Seminartour durch Europa im November 1995 stellte er sein neues Buch vor. Natürlich besuchte er auch die neuen Redaktionsräume der KICK-Illustrierten. Wir nutzten diese Gelegenheit für ein exklusives Interview: „Ich denke immer ans Kämpfen“

KICK: Peter, Sie haben ein Buch geschrieben. Was waren die Gründe dafür ?

Cunningham: Alle Kämpfer, die etwas zählen haben ein Buch verfaßt. Bei meinem letzten Auenthalt in Deutschland hat mich Klaus Nonnemacher gefragt, wann ich ein Buch herausbringe und wann ich ein Video drehe. Ich wußte, daß er selbst an einem Buch arbeitet und bereits ein Video aufgenommen hat. Das nahm ich zum Anlaß, die Bücher der bekannten Champions etwas unter die Lupe zu nehmen. Ich sah, daß alle überwiegend mit Bildern arbeiten, nur mit einem Minimum an Text. Für einen Anfänger ist so ein Buch nicht geeignet. Ich wollte etwas besseres auf die Beine stellen und so begann ich mit meinem Schüler Robert Mickey und einem befreundeten Verleger dieses Werk zu veröffentlichen. Wenn man sich den Markt anscheut wird man feststellen, daß es nur wenige Bücher über das Kickboxen gibt. In meinem Buch fasse ich mein Wissen über Thai-, Kickboxen und Boxen zusammen. Ich denke, daß mein Buch die bereits auf dem Markt vorhandenen wunderbar ergänzt.

Bestellformular: Peter „Sugarfoot“ Cunningham’s Civilized Warring: Fundamental Kickboxing Techniques

KICK: Wie lange haben Sie an diesem Buch gearbeitet ?

Cunningham: Etwa sechs Monate.

KICK: Bekommt man aus Ihrem Buch mehr Informationen als bei einem Ihrer Seminare ?

Cunningham: Im Grunde ja, denn beim Verfassen eines Buches kann man sich mehr Zeit nehmen, nachzudenken, als in einem dreistündigen Seminar. Bei einem Lehrgang gibt es ein bestimmtes Volumen, mit dem man die Teilnehmer belasten kann, was darüber hinausgeht, kann zuviel sein. Auf der anderen Seite kann ich bei einem Seminar mehr auf die einzelnen Sportler eingehen. Dennoch ähneln sich der Aufbau meines Buches und der meiner Seminare sehr. Ich denke, daß das Buch für die Teilnehmer meiner Seminare eine wertvolle Hilfe ist, die Erklärungen und Trainingsweisen weiter im Gedächtnis zu behalten.

KICK: Die Techniken und Trainingsbeispiele in Ihrem Buch sind alle Ihre eigenen ?

Cunningham: Ja, alle.

KICK: Als Sie das Buch geschrieben haben, mußten Sie viel über die Details des Kickboxkampfes nachdenken. Ist Ihnen dadurch wieder in den Sinn gekommen, erneut in den Ring zu steigen?

Cunningham vs Green

Peter Cunningham (re.) in seinem vorerst letzten Kampf. Im Dezember 1993 besiegte er in Las Vegas, USA, den britischen Herausforderer Ronnie Green.

Cunningham: Dieser Gedanke beschäftigt mich immer. Schon als der große Muhammad Ali ständig Comebacks feierte, fragte ich mich: Warum macht er das ? Ich konnte das nicht verstehen, und so sagte ich mir, daß ich es wie Sugar Ray Leonard machen werde, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere zurücktrat, und bei meinem Entschluß festhalten würde, sobald ich einmal abdanken würde. Doch dann fiel ich aus allen Wolken, als Sugar Ray fünf Jahre später ein Comeback feierte. So richtig zurückgetreten bin ich noch nicht. Ich denke immer ans Kämpfen und ich trainiere täglich. Meine neue Karriere als Schauspieler ist sehr anspruchsvoll, so daß ich mich zu bestimmten Zeiten nicht auf meine Training konzentrieren kann. Dann muß ich mich voll auf das Filmen konzentrieren.

KICK: Denken Sie an ein Comeback ?

Cunningham: Auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr im Ring gestanden habe, so bin ich nie offiziell zurückgetreten. Ein paar Kämpfe wurden mir erst vor kurzem offeriert. Ein amerikanischer Veranstalter will mich gegen die besten Thais und Japaner kämpfen lassen. Der Präsident der WKA, Paul Ingram, kam auf mich zu, daß ich meinen Titel verteidigen müsse. Ich denke, man wird mich 1996 noch für ein paar Kämpfe im Ring sehen. Danach werde ich sicher zurücktreten.

KICK: Wollen Sie noch ein paar Worte an Ihre Fans richten ?

Cunningham: Ja. Alle sollen wissen, daß ich endlich mein Buch „Civilized Warrings“ veröffentlicht habe. Ich fand den Titel deshalb so passend, weil in ihm alles drinnsteht, was für einen Kickboxer, seinen Wettkampf und sein Training wichtig ist. Es ist ein sehr umfassendes Werk, daß sich nicht speziell mit nur einer Sache beschäftigt, sondern von vielen Perspektive interessante Aspekte beleuchtet, und auch einem Anfänger – vor allem einem Anfänger – eine gründliche Einführung in den Sport gibt. Alles ist sauber aufgeführt und ausführlich beschrieben, egal ob Boxchiebe, Ellbogen und Knietechniken.

KICK: Sind Sie bei diesem Buch auf den Geschmack gekommen, weitere Bücher zu schreiben oder eine Video abzudrehen ?

Peter Cunningham mit seinem neuen Buch in der KICK Redaktion 1995.

Cunningham: Aber sicher. Mein nächstes Buch wird sich vor allem an den fortgeschrittenen Fighter wenden. Dieses Buch wird sich vor allem mit Tricks auseinandersetzen, mit denen man erfolgreich im Ring stehen kann, denn ein einziger Trick kan entscheiden. Über ein Video denke ich noch nach.

Bestellformular: Peter „Sugarfoot“ Cunningham’s Civilized Warring: Fundamental Kickboxing Techniques

Herb Perez

Kick 02/95 Herb Perez


Dieses Blitz-Interview fand in Darmstadt in den Rekationsräumen des Verlages statt. Klaus Nonnemacher, WKA, hat Cunningham begleitet. Es wurde in der Ausgabe 02/1996 veröffentlicht.

Hug Thompson fight

Seidokan WORLD CUP in JAPAN 1995

Andre Mewis Karate

Die deutschen Teilnehmer Atilla Fusko (links) und Andre Mewis beim Tempelbesuch

Osaka, Anfang Oktober 1995 – unter den 56 Teilnehmern des Karate World Cups befinden sich zwei Deutsche: Andre Mewis, Berlin und Atillla Fusko, Heidelberg. Sie streiten mit 44 Japanern, drei Schweizern und Australiern, Holländern und Einzelteilnehmern aus England und den USA um den begehrten Titel im Seidokan Fullcontact Karate.

Am 3. Oktober starten die beiden deutschen Fighter ihre Reise nach Japan. Sie und der Coach Norbert Berzel, Sportschulleiter und Veranstalter aus Heidelberg, rechneten sich einen Platz unter den ersten zehn aus. Doch nach einem Besuch im berühmten Seidokan Dojo und den Tempeln von Kyoto kam am Wettkampftag die Ernüchterung. Das Sprichwort, „erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt,“ bewahrheitete sich eher als es den deutschen Fightern lieb war. Die Kämpfe begannen und bereits nach dem dritten Durchgang befand sich mit Felix Ntumazah gerade noch ein einziger Nicht-Japaner im Kämpferfeld; doch auch er schied später gegen Taiei Kin aus. Andre Mewis erhielt aufgrund seines erfolgreichen Abschneidens im Vorjahr in der ersten Runde ein freilos. In der zweiten Vorrunde siegte er deutlich nach Punkten, dann kam im Kampf gegen den Japaner Harujama das Aus.

Mit John Klein mußte sich ein weitere Europäer gegen einen Japaner geschlagen geben. Er brach sich beim Kampf sogar ein Bein. Beim Ausscheiden aus dem Wettbewerb mußten sich die Nicht-Japaner oftmals über die Punktrichterurteile wundern, so z.B. Atilla Fusko. Er beherrschte seinen Gegner eindeutig, verlor dennoch nach Punkten. Vor dem Finale des World Cup fanden zwei internationale Prestigefights statt. Im ersten Kampf standen sich die Japaner Nobuhiro Kikuchi und Nobuaki Kakuda gegenüber. Der sehr erfahrene Ka-kuda bewies, daß er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Er schickte seinen Gegner in der zweiten Runde mit einem blitzschnellen linken Mawashi Geri zum Kopf ins Land der Träume.

Andy Hug

Andy Hug vor dem Kampf

Im zweiten Prestigefight besiegte der Schweizer Ex-Weltmeister Andi Hug den Briten Michael Thompson. Der Eidgenosse überzeugte mit seinen Axtkicks, mit denen er seinen Gegner dominierte, über die volle Distanz. Die Finalisten Toshiyuki Atokawa und Taiei Kin schenkten sich nichts. In einem ausgeglichenen Kampf wurden schnelle Faustkombinationen, Lowkicks und Kniestöße ausgetauscht. In der dritten und letzen Runde traf Atakawa Kin mehrfach mit regelwidrigen Fauststößen zum Kopf. Er verlor den Kampf. Neuer Weltmeister im Seidokan Fullcontact Karate: Taiei Kin aus Japan.

Hug Thompson fight

Andi Hug kickt den Briten Michael Thompson

Andy Hug in Japan

Die Sieger und Veranstalter beim Gruppenfoto: u.a. Andy Hug (Mitte) und Organisator Kazuyoshi Ishii.

Ergebnisse:
1. Taiei Kin, Japan
2. Toshiyuki Atokawa, Japan
3. Shingo Koyashu, Japan
4. Mushashi, Japan
5. Felix Ntumazah, England
6. Seichi Haruyama, Japan
7. Eiji Mutsumoto, Japan
8. Souichi Nishida, Japan
Bester Techniker: Toshiyuki Atokawa

Herb Perez

Kick 02/95 Herb Perez


Dieser Bericht erschien in der Ausgabe 02/1996. Verfasser: Norbert Berzel.

WMAC Masters

WMAC Masters

WMAC Masters

Nur echte Champions: US-Budo-Stars erhalten eigene TV-Serie „WMAC Masters“. Mit tollen Einschaltquoten und exzellenten Kritiken feierte die Live-Budo-Serie „WMAC Masters“ im September in den USA einen riesigen Erfolg. Hauptakteure sind die Spitzensportler des Nordamerikanischen Sportkarate Verbandes, NASKA.

Moderiert von Shannon Lee, Tochter des Schauspielers und Kampfkunst-Revolutionärs Bruce Lee, bietet „WMAC Masters“ (Originaltitel: „Quest for the Dragon Star“) eine Kombination aus Wettkampf, Spannung und Film. Über 50 führende Kampfsportler aus den USA und Kanada wirken in den Episoden mit, in denen es darum geht, den „Dragon Star“ zu erringen. Nahezu alle pupulären Kampfstile sind vorhanden.: Karate, Wushu, Taekwondo, Kickboxing und Capoeira. Die Sportler nehmen unter dem Banner des „World Martial Arts Council“ (WMAC) an Wettkämpfen teil, die in den bekannten Universal Filmstudios in Orlando, Florida, aufgezeichnet wurden. Die Produzenten achteten bei den Inszenierungen – trotz hervoragender Spannung – vor allem auf die Darstellung des inneren Geistes und der Mystik der Kampfkünste. Die neue TV-Serie will mehr zeigen als nur das Abspulen einer anspruchsvollen Handlung mit hochwertigen Kicks und Schlägen. Die Produzenten geben dem Kampfsport ein solides Fundament für die Vermarktung der Stile in der Öffentlichkeit. So sieht auch Produzent Norman Grossmann den tieferen Sinn in der kommerziellen Ausbeute auf anderer Ebene: „Die Serie bietet Action, wie man sie im Fernsehen noch nicht gesehen hat.

Shannon Lee

Moderatorin Shannon Lee

Die Wettkämpfe werden Zuschauer im ganzen Land und in der ganzen Welt begeistern.“ Die kommerzielle Absicht besteht darin, den Kampfsport in neuen Dimensionen über die Vereinigten Staaten zu verbreiten. „Die Kampfsportszene hat uns für die Produktion die besten Sportler gegeben. Jetzt wollen wir die Szene stark unterstützen und die Attribute wie Fairness, Fitness und Disziplin fördern,“ so Grossmann weiter. Fördern will man die Szene dadurch, daß Sportschulen sich über die weltgrößte Lizenz- und Franchisefirma Leisure Concepts Inc. um eine Mitgliedschaft bei der WMAC bewerben können, und damit im Zusammenhang mit der TV-Serie für sich Werbung betreiben können. Ein ausgeklügelter Marketingplan, der von einem gewinnträchtigen Merchandising-Paket begleitet wird. Spielzeughersteller BanDai, der schon für die Serie „Power Rangers“ erfolgreich fertigte, wird zur neuen Episodenreihe eine Serie von Puppen und Figuren herstellen, die in großen Spielwarenläden und Kaufhäusern über die Ladentische gehen werden. Zur Zeit wird „WMAC Masters“ in den USA über einen Verbund von lokalen TV-Sendern („Syndication“) ausgestrahlt, die dem privaten Fox-Network angehören. Nach Angaben der Produzenten können 81 Prozent der US-Haushalte die Serie empfangen. Ausstrahlungen in anderen Ländern, u.a. in Deutschland, sind vorgesehen; Starttermine standen bei Redaktionsschluß jedoch nicht fest. Bald ist damit ohnehin nicht zu rechnen, denn Fernsehserien – selbst wenn sie sehr erfolgreich sind – benötigen in der Regel erheblich länger um über den großen Teich zu kommen als beispielsweise Kino- und Videofilme. Vor 1998 dürfte die erste Folge der „WMAC-Masters“ sicher nicht über die Mattscheibe der Deutschen Fernsehen flimmern. Bleibt abzuwarten, ob die Kommerzialisierung der US-Budoszene so erfolgreich verläuft, wie es sich die Produzenten und Marketingexperten vorstellen, und ob es auf andere Länder übertragen werden kann.

Die WMAC Besetzung:

Unter den Hauptdarstellern befinden sich zahlreiche hochrangige Kampfsportler und Champions der „North American Sport Karate Association“ (NASKA):
Ho Sung Pak („Superstar“). Er spielte schon die Rolle des Raphael im zweiten und dritten Teil von „Teenage Mutant Ninja Turtles.“ Als Mitglied der „Hall of Fame“ (seit 1991) agierte er als Kampfszenen-Berater im Film „Mo Money“. In „Mortal Combat“ spielte er die Rolle des „Lui Kang.“
Hakim Alston („The Machine“). Er ist einer der amtierenden Champions in der NASKA (Semikontakt) im Leicht-Schwergewicht.
Chris Cassamasa („Red Dragon“). Viermal zählte der Formen-Crack zu den Jahresbesten der NASKA (1989-1994). 1991 wurde er sogar zum Kampfsport-ler des Jahres gewählt. In „Mortal Combat“ spielte er den „Skorpion.“
Herb Perez („Olympus“). In Barcelona gewann er 1992 bei den Olympischen Spielen die Gold-Medaille im Taekwondo. 1988 wurde er vom US-Magazin „Black Belt“ in die „Hall of Fame“ aufgenommen, 1992 zum Kampfsportler des Jahres ernannt.
James Webster („Great Wolf“). Ungeschlagen in den 10 größten Turnieren in den USA, Mexiko und Kanada. 1994 errang er den Grand-Champion-Titel bei der „Battle of Atlanta“ und anderen Turnieren.

Andere WMAC-Master sind:

Willie Johnson („Bam“), Christine Bannon-Rodriguez („Lady Lightning“), Richard Brandon („Yin Yang Man“), Bridgette Riley („Baby Doll“), Ho Young Pak („Star Warrior“), Lynette Love („Tarantula“), Johnny Lee Smith („Tiger Claw“) und Hien Nuguyen („Tsunami“).

Kick Don Wilson

Don Wilson Cover 96/04

 

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 04 / 1996. Info erstellt von: Steve Syatt, SSA PR.

evcc

Sommerfest der Euro Ving Chun Connection

Sifu Birol Özden

Die Preise stehen bereit: Sifu Birol Özden

Kampfkunst für Aktion Sorgenkind. Unter diesem Motto feierte die Euro Ving Chun Connection (EVCC) Ende Juli im Kölner Maksim ein familiäres Sommerfest. Rund 500 Besucher sahen bei sonnigem Wetter ein buntes Programm, in dem das Ving Chun Showteam mit seinen z.T. spektakulären Vorführungen beeindruckte. Auch sonst war einiges los, gute Laune weit verbreitet. Eine der Hauptattraktionen war die große Tombola, bei der neben vielen anderen Preisen zwei einwöchige Ausbildungen beim EVCC-Leiter Birol Özden im Wert von je DM 1.000 zu gewinnen waren.


5.000 DM Spende
Am Ende waren alle mit dem Ereignis zufrieden: Rund 5.000 DM kamen für die Aktion Sorgenkind zusammen, die den Erlös behinderten, hilfsbedürftigen Kinder zukommen läßt.
Werbung: Ving Chun Weiterbildung

Selbstschutz
Ein effektives Selbstschutzsystem, dafür ist die EVCC bekannt. Weg vom Rambo-Image halbstarker Videofreaks konzentrieren sich die Ausbilder auf ein Klientel, das man als Normalbürgerschaft bezeichnen kann. Gewöhnlich Leute, die etwas für ihre Sicherheit tun wollen. In mehreren Vorführungen gaben Ausbilder und Schüler einen Einblick in die Palette des Ving Chun Selbstschutz, Bodyguard und Esoterik-Programms.
Sifu Birol Özden bot eine wahrhaft meisterliche Demonstration seines Könnens. Er zeigte den berühmten „One Inch Punch,“ eine Technik, mit der auch der verstorbene Bruce Lee immer wieder verblüffte. Bei dieser Techneik handelt es sich um einen extrem kurzen Fauststoß, der aus der Entfernung von einem Inch, ca. 2,5 cm, direkt und ohne Zurückziehen ausgeführt wird und umwerfenden Erfolg hat. Der Schüler auf der „Empfängerseite“ wurde zurückgeschleuderte, landete auf einem Stuhl, mit dem er zusammen weiter zurück geschleudert wurde.

Weitere Demos
Angesteckt durch begeisterte Zugabe-Rufe gab der EVCC-Chef weitere Kostproben seines Könnens zum Besten. Die Art, wie er dabei stets gelassen im Anzug auf unterschiedliche Angriffe reagierte, war verblüffend. Wenige sparsame aber fließend elegante Bewegungen genügten ihm, um Angreifer unschädlich zu machen. Was das Publikum mit offenem Mund verfolgte: Im leicht abgedunkelten Raum herrschte während Sifu Özdens Auftritt eine so intensivspannende Atmosphäre, das manh selbst die berühmte Stecknadel hätte fallen hören.
Die Mitglieder der EVCC freuten sich, daß sie vielen Familien ein angenehmes Fest präsentiert hatten und dabei die Begeisterung für das Ving Chun geweckt hatten. In der Hauptsache war die Veranstaltung eine gelungene Unterstützung eines sozial engagierten Hilfswerks und keine Werbung für Kampfsport.

Kick Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis

Diese nachricht erschien in der Ausgabe 12 / 1995. Die EVCC stellte Text und Fotos yur Verfügung.
Werbung: Ving Chun Weiterbildung

Lok Yiu Holzpuppe

Wahrheiten aus dem alten Hong Kong

Heute ist Ving Tsun eine weltberühmte Kampfkunst mit einer großen Zahl von Schülern und Lehrern. Vor etwa 40 Jahren allerdings war Ving Tsun von der Öffentlichkeit Hong Kongs noch nicht zur Kenntnis genommen worden. Erst durch das Lehren unseres Großmeisters Yip Man in der Restaurantarbeitervereinigung wurde die Entwicklung des Ving Tsun vorangetrieben. Da das Ving Tsun heute weltweit bekannt ist, sollte ich wohl einmal kurz über die Verbreitung des Ving Tsun in Hong Kong berichten.

Lok Yiu Holzpuppe

Lok Yiu ist der älteste noch lebende Schüler von Großmeister Yip Man. Er verfaßte diesen Artikel.


Es war ein Zufall, daß Yip Man begann, in der Zentrale der Hong-Kong-Kowloon-Restaurantarbeitervereinigung zu unterrichten (die Zentrale lag an der Chuk Street im Sham Shui Po Distrikt). Natürlich ist es immer notwendig, daß die richtigen Leute zur rechten Zeit am rechten Ort zusammentreffen.
1950 war Tsui Fung, der Sekretär der Vereinigung, Teilzeitangestellter und war durch persönliche Angelegenheiten so in Anspruch genommen, daß er seinen Rücktritt einreichte. Ein anderes Mitglied, der Spirituosenhändler Lee Ying Lin, empfahl seinen Onkel Lee Tin Pui als Nachfolger. Lee Tin Pui war ein guter Freund von Yip Man und hatte zeitweise auch von ihm Ving Tsun gelernt. Er übte in seiner Freizeit gerne Ving Tsun Positionen, was die Aufmerksamkeit von Leung Sheung erregte, der die Bewegung Lees als Ving Tsun erkannte.
Zu dieser Zeit waren die meisten Mitglieder der Vereinigung Kampfkunsttreibende. Von erfuhren sie, daß sich ein Ving Tsun Meister in Hong Kong aufhielt. Sie baten darum, ihm vorgestellt zu werden und erhielten auch die Zusage, daß Yip Man sie unterrichten werde.

Yip Man

Yip Man

Während des Treffens mit Yip Man gab es ein erwähnenswertes Ereignis. Leung Sheung war ein gut gebauter junger Mann von etwa 85 Kilo Gewicht und beherrschte mehrere Kampfkünste. In seinen Augen war Yip Man ein zwergenhafter, dünner älterer Mann, so daß er gewisse Zweifel an seinen Fähigkeiten hatte. Yip Man bemerkte dies und schlug Leung vor, es einmal zu versuchen. Leung Sheung akzeptierte sofort und nahm seine Kampfstellung ein.

Yip Man stand gelassen da, beugte seine Knie etwas und hielt seine Hände in Brustmitte vor sich, eine vorgestreckt, die andere dahinter. Es sah ganz und gar nicht wie eine Kampfstellung aus. Dann sagte er Leung, er möge so angreifen, wie er es möchte, und versprach ihm, ihn nicht zu verletzen. Leung Sheung rückte ohne Zögern vor und führte mit seiner linken Hand einen horizontalen Schlag zu Yips Brust aus. Yip Man stieß seine rechte Hand nach oben und führte einen unvollständigen Bong Sau aus, wobei er ansonsten weder verteidigte noch attackierte, und rückte ein wenig vor. Es ging alles zu schnell, als daß jemand hätte etwas erkennen können, doch verlor Leung seine Position, als er mit Yip Man in Kontakt kam, stolperte etwa drei Meter weit nach hinten und fiel zu Boden. Als er wieder auf die Füße kam, grüßte er Yip Man ehrfürchtig und war dankbar, daß dieser ihn nicht verletzt hatte.

Leung eröffnete später, daß er bereits seinen kompletten Angriff durchgeplant hatte; er wollte ununterbrochen schlagen und dazu eine Reihe von Griff-, Stoß- und Hammertechniken ausführen. Er hatte geglaubt, daß Yip Man dagegen machtlos sein würde. Als er dann allerdings mit Yip Man in Kontakt kam, war Leung nicht mehr in der Lage, seine Bewegungen zu kontrollieren und war gezwungen, rückwärts zu gehen. Er hatte keine Chance, seinen geplanten Angriff durchzuführen. Durch diese Lektion lernte Leung Sheung die Bedeutung des chinesischen Sprichwortes kennen, daß ein hoher Berg nicht der höchste sein muß.

Yip Mans Ving Tsun

Der vorliegende Artikel ist ein Exzerpt aus dem Buch Yip Mans Ving Tsun. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Sensei Verlages. Vertrieb: Budoland GmbH,.

Danach lernten Leung und andere Mitglieder der Vereinigung unter Yip Man und lichkeit. Die schnelle Verbreitung des Ving Tsun hatte viel mit diesem Vergleichskampf zu tun, da er den Schülern Vertrauen in ihre Kampfkunst gab.

Yip Man unterrichtete fünf Jahre lang in den Räumen der Vereinigung. Soweit ich mich erinnere, lernten zu dieser Zeit folgende Schüler: Leung Sheung, Lok Yiu, Liu Ming, Tsui Cho, Chan Kau, Chan Shing Tao, Hui Yee, Lee Yan Wing, Tsang Wing, Cheng Hung, Tsui Sheung Tin, Man Siu Hung, Lee Wing, Chiu Wan, Law Bing, Yip Bo Ching, Hui Yin Leung, Law Chung Yin, Ho Kui Wah, Wong Shun Leung sowie Lee Kam Wing.
Daß es gelang, Ving Tsun so schnell in Hong Kong zu verbreiten, liegte am Erfolg der Betreibenden, zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden. Zuerst sind Energie und praxisnahe Theorie primäre Faktoren. Andererseits trugen auch Yip Mans Geduld beim Unterrichten sowie die Lernbereitschaft der Schüler sehr viel dazu bei. Außerdem verhalfen die zahlreichen Kämpfe mit Vertretern anderer Schulen dem Ving Tsun zu immer größerer Anerkennung, was neue Schüler anzog.

Später kamen auch Nichtmitglieder der Vereinigung zum Unterricht. Yip Man mietete dann ein Apartment in der Hoi Tan Street im Sham Shui Po Distrikt als Wohnung und ein anderes Apartment in der Lee Tak Street im Yau Ma Tei Distrikt als Schule und legte so die Basis für die spätere Entwicklung des Ving Tsun.

Kick Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis


Dieses Exzerpt erschien in der KICK Ausgabe 12 / 1995. Die Schriftstueck wurde von Wilhelm Blech im Auftrag von Lok Yiu zur Verfügung gestellt.

Ted Wong

Traditionelles Wing Chun mit Randy Williams

Randy Williams Kung FuIn den Kung Fu Stilen – insbesondere im Wing Chun – gibt es viele unterschiedliche Auffassung von Tradition und Technik. Alleine die unterschiedlichen Schreibweisen der Stile sind Indiz genug um diese Aussage zu belegen. Während in Europa die meisten Organisationen immer einen Lehrer aus dem alten, sagenumwobenen Hong Kong als Meister für ihr eigenes Können als Refernz vorweisen, zählt dies in Amerika nur wenig. Dort zählt die tatsächliche Effektivität der Anwendung, deren Erlernbarkeit und Möglichkeiten des Einsatzes. Mit Randy Williams kam im Herbst 1995 erstmals ein großer amerikanischer Meisterkönner auf Einladung von Wolfgang Polzin für Seminare nach Deutschland.

Wir ergriffen die Gelegenheit und führten mit dem symphatischen Vertreter eines überarbeiteten, traditionellen Wing Chuns ein exklusives Interview. Lesen Sie im folgenden den ersten Teil dieses Interviews, das unser Mitarbeiter Stefan Billen in September 1995 in Duisburg führte.

KICK: Wann und wie sind Sie mit dem Kampfsport in Verbindung gekommen ?

Williams: Durch meinen Vater, der halb Chinese, halb Amerikaner ist, bin ich damit in Verbindung gekommen. Er hatte im Vietnamkrieg viel Kampfsport gelernt, und so brachte er es mir bei. Während die anderen Kinder Baseball und Fußball spielten, lernte ich Kicks und Handtechniken. Was ich damals lernte kann man wohl eher mit Thai- und Kickboxen vergleichen. Ich hatte den Bogen raus, wie man schlagen und zutreten konnte, und ich konnte mich damit verteidigen. Später interessierte ich mich mehr für das Wushu. Als ich ein Teenager war lebten wir Los Angeles. Ich hatte öfters in Chinatown zu tun. In der Nähe eines Geschäftes hing ein großer Sandsack, den ich bei jedem Vorbeigehen ein wenig bearbeitete. Als ich einmal länger trainierte, sah ich, daß ein alter Chinese mich beobachtete. Er kam auf mich zu, und forderte mich auf, ihn anzugriefen. Ich zögerte zunächst, denn ich war eher ein schüchternen, zurückhaltender Junge. Doch er forderte mich erneut auf, und ich griff an. Er verteidigte sich erfolgreich mit einer Technik, die ich heute als die Wing Chun Technik Lap-Sau kenne. Ich war überrascht. Er forderte mich auf, ihn mit weiteren Techniken anzugreifen. Und es geschah dasselbe. Ich wurde neugierig, und fragte ihn, ob ich die Techniken von ihm lernen könnte, doch er sagte nein. Er sagte, es sei Wing Chun Kung Fu, und er können es nur an andere Chinesen weitergeben. Ich erklärte ihm, daß mein Vater Halbchinese sei. Dann willigte er ein. Er stellte jedoch eine Bedingung auf: Ich müsse Chinesisch lernen. Ich ging also zur Schule und lernte die Grundbegriffe, um von ihm zu lernen.

Chi Sao mit Sifu Ted Wong, einem Schüler von Bruce Lee

KICK: Wie alt waren Sie damals ?



Williams: Ich war gerade mal 13 Jahre alt. Er lehrte mir Techniken bis ich 27 war. Sein Name war Yau Kwak Chaw. Er zeigte mir alles, bis auf die Waffen. Nun, er zeigte mir, wie man mit Waffen umgehen konnte. Die Formen konnte er mir jedoch nicht beibringen. Eines Tages sagte er mir, daß er mir nicht mehr zeigen konnte, und daß er nach China zurückkehren würde. Er nannte mir einen Freund in Arizona, bei dem ich die Waffentechniken erlernen konnte. So fuhr ich nach Arizona und begann bei Augustine Fong zu trainieren. Er hatte eine besonders wissenschaftliche Anschauung und Trainingsweise, und so konnte ich nicht nur die Waffenformen von ihm lernen, sondern auch das Wing Chun, das ich von Yau erlernt habe, verfeinern. Das ging aber nur eine Weile gut, denn wie bei vielen Trainer/ Schüler-Verhälnissen zwischen Chinesen und Amerikanern kam es irgendwann zum Bruch. Der Grund dafür lag darin, daß ich ein Buch geschrieben habe. Ich wußte, daß auch er an einem Buch arbeitete und so schlug ich ihm vor, daß ich mein Buch produzieren würde und ich ihn bei seinem Buch unterstützen würde. Ich bot ihm an, da ich ein gelernter Drucker war, sein Buch bis zur Fertigstellung zu betreuen und die Fehler aus meinem eigenen Werk zu vermeiden. Er war begeistert. Als ich ihm mein Buch zugeschickt habe, endete unsere Beziehung abrupt. Ich hörte nur noch, daß er auf einmal schlecht über mich redete. Wahrscheinlich war er nur überrascht über die gute Qualität meines Buches, das er wohl nicht übertreffen konnte. Schließlich hatte ich alles direkt von ihm gelernt und vor Drucklegung alle Quellen überprüft.

Kung Fu Inside Magazin

Randy zierte schon öfter die Cover von US Magazinen

KICK: Zeigen und trainieren Sie einen besonders traditionellen Wing Chun Stil oder fließen weitere Elemente in Technik und Anwendung ein ?

Williams: Ich lehre traditionelles Wing Chun, so wie es mir überliefert wurde. Aber ich selbst habe einige neue Sachen eingebracht, neue Übungen zum Beispiel. Dennoch beruht alles auf den Prinzipien des Stils. Meine Übungen resultieren aus gängigen (Straßen)Kampfsituationen und den dazu passenden Antworten aus den Wing Chun. Ich überlege, wie man mit Wing Chun einen Angriff parrieren kann, wie man kontert, und zwar so, daß man weitere Angriffe dabei nicht zuläßt. Sicher ist das nicht mehr das gleiche Wing Chun wie es das vor 300 Jahren gewesen ist. Es ist eine sehr junge Kampfkunst. Wenn ich solange und so gründlich Medizin studiert hätte wie Wing Chun, dann wäre ich heute ein Gehirnchirurg. An diesem Punkt angelangt, denke ich, daß ich mindestens genauso qualifiziert bin, Wing Chun zu lehren, wie die alten Meister des Systems. Ich betrachte mich als jemand, der das Gesicht des Wing Chun aufpoliert und es in die neunziger Jahre transferiert. Es gibt keine Wissenschaft, die sich rückwärts bewegt. In anderen Worten: Würden Sie sich von einem Arzt behandeln lassen, der über einen Wissensstand von vor 300 Jahren verfügt ? Ich bin nicht sicher, daß wir auf jeden Fall besser sind, als ein Wing Chun Meister vor 200 Jahren, doch wir müssen sehen, daß wir heute andere Realitäten vorfinden als damals. Würde die Begründerin des Systems ihre Kunst heute noch genauso entwickeln wie vor 300 Jahren. Würde sie das, wenn sie einmal Mike Tyson beim Boxen zugesehen hat ? Sie hat nie einen verzweifelten Drogensüchtigen in den Slums von Chicago um sein Leben kämpfen sehen. Sehen Sie, wir haben ganz andere Voraussetzungen für die Anwendung. Ich denke, daß Wing Chun sich weiterentwickelt. Ich lehre traditionelle Formen und traditionelle Techniken, doch in der Anwendung gehe ich einen Schritt weiter.

Randy spezialisiert sich auf Close Range Combat

KICK: Viele Kämpfe enden am Boden. Mit all ihrer langjährigen Erfahrung, benutzen sie Wing Chun Techniken für diese Form der Auseinandersetzung oder ziehen Sie andere Systeme, wie z.B. das Jiu Jitsu, herbei ?

Williams: Oh, nein. Ich habe nichts von anderen Stilen. Es ist reines Wing Chun. Ich will nicht sagen, daß Wing Chun anderen Stilen überlegen ist, oder andere Stile dem Wing Chun unterlegen sind. Das mache ich nicht. Ich betreibe Wing Chun und nichts anderes. Wir haben eigene Anwendungen für den Kampf am Boden. Es gibt dabei sicher Ähnlichkeiten mit anderen Stilen. Eine davon ist die Tatsache, daß man am Boden liegend eher zum eigenen Körper hin als davon weg schlägt. Der große Unterschied zu anderen Stilen ist jedoch, daß wir im Wing Chun Bodenkampf vor allem den Boden als Waffe benutzen. Wir versuchen die Körperteile, mit denen sich der Gegner abstützt, zu treffen, um ihn dadurch auf den Boden fallen zu lassen, wobei er sich dann verletzen kann. Streng genommen handelt es sich bei den Bewegungsabläufen um die Anwendungsprinzipien des Stockkampfes.

KICK: Wenden Sie in Ihrem Training Methoden aus dem Kickboxen oder Jeet Kune Do an? Machen Sie z.B. Sparring mit Schutzausrüstung ?

Randy Williams Wing Chun

Williams: Nein. Ich habe Kung Fu als eine Form der Selbstverteidigung erlernt. Als Selbstverteidigung versteht man dabei, seinen Körper vor Schaden zu schützen, u.a. auch vor Krankheiten. Man weiß, daß es nicht gut für den Körper und vor allem für den Kopf ist, ständig getroffen zu werden. Wenn ich täglich trainiere und ich werde jedesmal am Kopf getroffen, dann heißt daß ich werde insgesamt 365 Mal im Jahr am Kopf getroffen. Wenn ich mich jetzt auf der Straße prügeln muß, werde ich vielleicht nur zehn Mal am Kopf getroffen. Im Training üben wir die Schlagkraft am Dummy und am Sandsack. Bei den Partnerübungen steht die Kontrolle über die Technik an erster Stelle. Natürlich kommt es schon mal vor, daß jemand getroffen wir, solche Sachen passieren einfach, jedoch nicht mit Absicht.

Den zweiten Teil des Interviews veröffentlichen wir in der kommenden Ausgabe.

Kick 02/95 Herb Perez

Dieses Interview erschien in Ausgabe 02 / 1996. Das Interview führte Stefan Billen. Harry Wong und Ted Wong waren Fotopartner beim Shooting.

Master Toddy

Master Toddy Muay Thai

Vom Krokodilbändiger zum Muay-Thai-Trainer von Jane Hallender

Über 15 Jahre lang wurde der Name von Meister Toddy als Synonym für europäische Thaibox-Größe genannt. Dies ging so weit, daß, sobald ein Europäer einen Titel gewann, Toddy der Ruhm zugesprochen wurde, der Trainer des Champs zu sein. Nun ist er nach Amerika ausgewandert. Er lebt in Las Vegas, wo er bereits einen Weltmeister der neuen Generation hervorgebracht hat. Hier ist seine Geschichte, von den Ringkämpfen mit Krokodilen in seiner Jugend zum Weltruhm als Thaibox-Trainer.

Neuer Weltmeister
Die amerikanische Kickbox-Szene hat neuerdings einen Vorteil über den Rest der Welt: Meister Toddy, den Trainer von mehr als 20 Weltmeistern. Sein neuster Star ist Melcher Menor, der WKA und ISKA Super-Leichtgewichts-Weltmeister. Toddys richtiger Name ist Thosaphon Sitiwatjana, und er stammt aus Thailand. Er wurde auch durch Kickbox-Fernsehübertragungen bekannt. U.a. durch seinen Verdienst werden Kickbox-Kämpfe in Thailand und Amerika sowie in ganz Europa live übertragen. So kommen europäische Kämpfer wie Ronnie Green und Lisa Howarth mit thailändischen und amerikanischen Kämpfern wie z.B. Dale Cook zusammen.

Bangkok Muay Thai

Als Promoter steht Toddy mit Verbandsoffiziellen und thailändischen Hauptkämpfern bei einer Pressekonferenz vor der Kamera

Regelmäßige Trainingsreisen nach England
Durch seine zahlreichen Erfolge in Europa wurden die amerikanischen Kickboxer auf Toddy aufmerksam. Dale Cook, Don Nielson und Maurice Smith reisten regelmäßig nach England, um mit Toddy zu trainieren. Sie übten mit Spitzenkämpfern aus Japan und Europa. Dann sorgte er dafür, daß ein Welttitelkampf, der in Oklahoma stattfand, der nach Thailand übertragen wurde. Zwölf Millionen Zuschauer sahen, wie Dale Cook, mit Techniken, die er von Toddy gelernt hatte, einen Thai-Champion schlug. Das war das erste Mal, daß im thailändischen Fernsehen gezeigt wurde, wie ein Thai von einem Amerikaner geschlagen wurde. Der Kampf zeigte, was viele schon lange dachten: Toddy wird in Amerika gebraucht.

Master Toddy Muay Thai

World Thaiboxing School
Als Toddy noch nicht dort war, hatten die Amerikaner nur wenige Chancen gegen die Thais. Die WKA hatte Tritte zu den Beinen zugelassen. Leider wußten die Amerikaner nicht, wie man sie am besten einsetzt. Nun ist Meister Toddy ein geschätzter Trainer. Er lebt nun in Las Vegas, wo seine World Thaiboxing-School schon mehr als 200 Schüler angezogen hat. In kürzester Zeit hat er mit Melcher Menor einen weiteren Weltmeister hervorgebracht. Nach nur acht Monaten Training gelang es ihm, den amtierenden Weltmeister Paul Lenihan aus Irland, mit einem Lowkick KO zu schlagen. Lenihan hatte 56 Kämpfe und hielt seinen Titel fünf Jahre lang – Menor hatte nur 8 Kämpfe…

Toddy und das Krokodil
Toddys Geschichte beginnt in Thailand. Ja, sein erster Gegner war ein Krokodil. Toddys Vater war ein Polizist, der auch eine Krokodilfarm besaß. Oft wurden gefährliche Krokodile dorthin gebracht, um die Bevölkerung vor der Gefahr zu schützen. Eines dieser menschenfressenden Tiere flüchtete eines Tages durch einen Zaun. Als ein wertvolles Tier mußte es eingefangen, aber nicht getötet werden. Nachdem 15 Männer das Tier umstellt und ihm einen Sack über den Kopf gestülpt hatten, mußte einer auf den Rücken des Krokodils steigen, um es zu fesseln. Dieser eine war Toddy. Er sprang auf das Krokodil, das sich zu schütteln begann und, mitsamt Toddy, wieder ins Wasser sprang. Es versuchte, Toddy zu ertränken, indem es mehrmals untertauchte. Nur durch seine starken Arme und seinen Mut, konnte er das Krokodil vom Tauchen abhalten. Das erschöpfte Krokodil wurde zurück auf die Farm und der erschöpfte Toddy zurück nach Hause gebracht.
Toddy sagt heute, daß dieser Ritt in seiner Jugend den Weg für seine zukünftige Karriere geebnet hat. “Selbst gegen fünf Männer zu kämpfen kann nie so schlimm sein, wie gegen ein Krokodil zu kämpfen,” erklärt er.

Melchor Menor und Ronnie Green

Melchor Menor (l), der jüngste Weltmeister aus Toddys Schmiede und Ronny Green (r.), sein erster Welt- meister.

Muay Thai Training
Toddys Familie lebte in einer Anordnung von drei Häusern am Ende der Krokodilfarm. In einem der Häuser lebte ein ehemaliger Box-Weltmeister von den Philippinen mit seinem Sohn, einem Kickboxer. Seit Toddy fünf Jahre alt war, sah er den beiden beim Training zu, bis sie ihn irgendwann mitmachen ließen. Und so begann seine Karriere.

Wie alle anderen thailändischen Jungen erlernte Toddy Muay Thai, den thailändischen Nationalsport. Mit 13 Jahren trat Toddy der ersten Taekwondo-Schule in Bankok bei. Ein Jahr später trug er den schwarzen Gürtel und folgte seinem Meister – als dessen Assistent – nach Ootapau. In Ootapau war ein Erholungszentrum für amerikanische Soldaten, die im Krieg in Vietnam kämpften. Viele trainierten Taekwondo, um sich wieder fit zu machen. So kam es, daß Toddy gegen Erwachsene kämpfen mußte, die ihre Techniken kaum kontrollieren konnten. Während seiner Zeit in Ootapau erkannte er die Vorteile der Kombination zwischen den Taekwondo-Techniken und den Prinzipien des Thaiboxens. Er bleibt auch heute noch bei diesem Prinzip, daß jeder seiner Schüler erst einige Zeit Taekwondo trainieren muß, bevor er in den Ring darf.

Ein Schicksalsschlag in England
Nachdem Toddy nach England gekommen war, wollte er seiner Ausbildung zum Ingenieur nachgehen. Nebenher arbeitete er als Türsteher in einem Pub. Als der Clubmanager Toddys Fähigkeiten sah, organisierte er Kämpfe zwischen ihm und anderen Kämpfern der verschiedensten Stilrichtungen. Nachdem er nie geschlagen wurde, riet man ihm, seine eigene Schule zu eröffnen. Er tat dies, und der Rest ist Geschichte. Toddys erster Champion war einer seiner ersten Schüler: Ronnie Green, der in Europa Kickbox-Geschichte geschrieben hat. Der ehemalige Disco-Tänzer gewann seinen ersten EM-Titel nach nur drei Monaten Training mit Toddy. Wenig später wurde er Weltmeister. Eines der Geheimnisse von Toddys Erfolg ist seine Fähigkeit, zu sehen, wer das Zeug zum Champion hat. Selbst der beste Trainer kann nicht jeden zum Weltmeister machen. Trainer müssen sehen, wer das hat, was Toddy “Herz” nennt.

Geheimrezept
“Zuerst sehe ich mir die Persönlichkeit eines Schülers an. Ist er intelligent? Wie sind seine emotionalen Reaktionen? Lernt er schnell? Hat er ein gutes Erinnerungsvermögen? Zeigt er Einsatz? Wie sieht es mit seinem Ego aus, wie verhält er sich anderen gegenüber?” Dann schaut er sich den Hintergrund an: Braucht er Geld? Was motiviert ihn? Wenn er kämpft, um reich zu werden, wird er nie erfolgreich werden, denn es ist ein hartes Spiel, bei dem nur wenige das große Geld verdienen. Wenn er aber kämpfen will, weil er seinen Sport liebt und für seine harte Arbeit Anerkennung sucht, wird er es gut machen. Toddy konzentriert sich darauf, Trainer auszubilden, die gutes Thaiboxen unterrichten können. Er unterrichtet Leute aller Stile und heißt jeden willkommen, der an Cross-Training Interesse zeigt.

Das Herz eines Champions testen
Toddy ist berühmt für die Tests, mit denen er prüft, ob seine Schüler das “Herz eines Champions” haben. Als Ronnie Green unter Toddy zu trainieren begann, hat er sich einmal daneben benommen. Toddy ließ Green dann in der Mitte der Halle sitzen, mit einer Kerze in der Hand. Er kam erst Stunden später zurück und sah Green immer noch da sitzen, obwohl das Wachs über seine ganze Hand gelaufen war. Da wußte er, daß er einen ganz besonderen Schüler gefunden hatte.
“Wenn einer zu mir kommt und sagt, er wolle Weltmeister werden, sage ich: O.K., schlage 500 Rundtritte auf den Sandsack, obwohl ich weiß, daß das viel zu viel für einen Anfänger ist”, sagt Toddy. “Trotzdem will ich sehen, wie er reagiert. Wenn er zögert oder meine Anweisung in Frage stellt, dann weiß ich, daß er nicht das Herz hat. Wenn er aber sagt: Yes, Sir, dann sage ich: 500 sind zu viel, mach 200.”

Sicherheit im Muay Thai
Als international anerkannter Trainer und Veranstalter hat Toddy viel Energie darauf verwendet, die Muay Thai Techniken auf Sicherheit gerichtet zu überarbeiten. Er ist nicht der Meinung, daß Thaiboxen ein gefährlicher Sport ist, es sei denn, es ist schlecht organisiert. Wie er sagt, ist es nicht gefährlicher als westliches Boxen. Der Ringrichter spielt in Sachen Sicherheit eine wichtige Rolle. Ein guter Ringrichter sorgt dafür, daß die Regeln eingehalten werden und damit für die Sicherheit der Kämpfer.
Toddy hat vier Regeln für sichere, schöne Kämpfe aufgestellt: Ein hoher Trainingsstandart garantiert Kämpfer, die sicher und dennoch interessant kämpfen. Zum zweiten müssen die Kämpfe gut aufgezogen sein, die Kämpfer müssen zueinander passen. Drittens müssen faire Regeln aufgestellt werden, die ein kompetenter und erfahrener Ringrichter kontrolliert. Als letzten Punkt führt Toddy die Ausrüstung an. Er ist der Meinung, daß ein Ring immer vier straff gespannte Seile haben sollte, damit die Kämpfer nicht herausfallen können. Desweiteren sollten Männer stets einen Unterleibsschutz haben, denn jeder Kampf, bei dem Lowkicks erlaubt sind, ist auch für den Unterleib gefährlich. In Thailand wird der Unterleibsschutz von einer Schnur gehalten, nicht von einem Gummiband, wie es hier üblich ist. Die Gummibänder seien zu gefährlich, denn die Tritte von der Seite kommen dann durch, sagt er. Außerdem verwenden die Thais Metallbecher und nicht die Plastikschalen, die bei einem harten Tritt zu Bruch gehen können.

Thai Boxen wurde schnell in der westlichen Welt populär, deshalb wurde die Internationale Thai-Box-Föderation gegründet, um Fairneß und Sicherheit bei internationalen Kämpfen zu garantieren. Zur Zeit hat der Verband 34 Mitgliedsländer. Toddy steht ihm in Großbrittanien vor und baut gerade Amerika auf.

Kick Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis


Diese Reportage erschien in der Ausgabe 12/1995 und wurde von Jane Hallender erstellt. Wer sich für Master Toddy’s Muay Thai interessiert, kann ihn hier erreichen:
http://www.mastertoddy.com/

Freddy Kleinschwärzer

Zeichen des Budosports: Freddy Kleinschwärzer

Freddy Kleinschwärzer

Jeder von uns hätte erleben können, was Freddy Kleinschwärzer erlebt hat. Wie alle hat er seinen eigenen Weg in Sachen Kampfsport undkunst erlebt. Er bereiste ferne Länder und engagierte sich als Sportler und Funktionär. Lesen Sie im folgenden seine eigene Erzählung über die Zeichen, die der Budosport in seinem Leben gesetzt hat.


Schlechte Erfahrung in der Schule führt zu ersten Schritten im Kampfsport
Im Alter von 13 Jahren habe ich einen Entschluß gefaßt. Da ich in Auseinandersetzungen immer der Unterlegene war, entschied ich mich, etwas dagegen zu unternehmen. Ich trat in einen Judoclub ein und hoffte, dadurch Selbstsicherheit und vor allem die notwendigen Tritte und Schläge zu erlernen, die mich vor solchen Angriffen schützen sollten. Judo war jedoch ein ungeeigneter Stil dafür. Einige meiner Mitstreiter gingen dorthin, weil die Eltern sie dazu gebracht haben. Ich trainierte sehr viel und traf mich mit anderen Schülern zwischen den regulären Trainingszeiten, um mehr zu üben. Doch plötzlich war sie wieder da, die Situation, die ich eigentlich durch das Judotraining vermeiden wollte. Jemand hat mich mit Tritten und Schlägen in die Flucht geschlagen.

Schlechte Erfahrung bezüglich der Effektivität bringt Wechsel zu einem anderem Stil
Deprimiert habe ich nach einem halben Jahr das Handtuch geworfen und kam per Zufall zum Shotokan-Karate. Als ich das erste Training in der Halle beobachtete, wußte ich, das ist die richtige Technik für mich. Alle waren sehr diszipliniert und hatten ein dem Trainer gegenüber sehr respektvolles Benehmen. Es war beeindruckend, wie sich alle gleichmäßig durch die Halle bewegten und immer wieder diesen kraftvolle Kiai von sich gaben. So begann ich am nächsten Tag. Von da an ging das Schweißtreiben los. Es wurde kein spielerisches Training wie im Judo abgehalten, sondern gleich in die Vollen gegangen. Beim kleinsten undisziplinierten Laut mußte man Liegestütze machen. Nach dem ersten Training bin ich fast aus der Halle gekrochen, so fertig war ich.

Portrait

Viele unterschiedliche Stile in aller Herren Länder hat Freddy Kleinschwärzer studiert.

Prüfungsangst brachte neue Pause
Kurz vor meiner Prüfung zum Gelbgurt habe ich dann aus mir unbegreiflichen Gründen aufgehört. Ich hatte vermutlich Angst vor der Prüfung – und das, obwohl mir mein Sensei damals bestätigt hatte, ich sei einer der talentiertesten Schüler. Wie auch immer, ich war zu diesem Zeitpunkt gerade 16 Jahre alt. Es folgte eine Pause von fast einem Jahr – welche ich sehr intensiv mit Fußball ausfüllte – bevor ich in der Schule von einem meiner Mitschüler neugierig auf etwas ganz Neues in Sachen Kampfsport gemacht wurde.

Noch immer auf der Suche nach dem passenden Kampfsport
Er lief auf den umgeknickten großen Zehen durch das Klassenzimmer und niemand konnte es ihm nachmachen. Wir alle fragten, ob das nicht sehr schmerzhaft für ihn sei. Darauf erwiderte er, er lerne dies in seinem Kampfsporttraining Kun Tai Ko. Dort muß man lernen, sich selbst zu beherrschen und vor allem Schmerzen zu ertragen. Einige aus unserer Klasse – ich inklusive – fuhren daraufhin nach Brannenburg, um sich das Training anzusehen. Da ich bereits eine kleine Vorahnung von Judo und Karate hatte, dachte ich Ähnliches erwarten zu müssen. Doch weit gefehlt, alles was von den 70 Schülern geübt wurde, kannte ich noch nicht. Mir schien, ich habe das gefunden, wonach ich gesucht hatte. Alleine der Name Kun Tai Ko hörte sich so brutal und exotisch an, das dies eine gute Kampfsportart sein mußte. So trat ich in den TSV Brannenburg ein und begann mit dem KTK-Training.

Jumpkick Freddy Kleinschwärzer

Semikontakt Kickboxen ist der Schwerpunkt in den bayerischen Vereinen

Erste Erfolge brachten gewaltige Motivation.
Sehr schnell erhielt ich meine erste Urkunde zum Bestehen eines Selbstverteidigungskurses (= Weißgurt)! Dies motivierte mich und ich begann mein Training zu intensivieren. Als ich im Dezember 1978 meinen Orangen Gurt schaffte, hatte ich wieder eine Situation zu bewältigen, bei der mir der Kampfsport half. Ein Halbstarker hatte versucht, auf einem dunklen Parkplatz mit einer Eisenkette auf mich loszugehen und in Bruchteilen von Sekunden war die Situation bereinigt. Der Kerl lag vor mir und ich wußte nicht einmal wie. Ich habe mich nur verteidigt und das effektiv. Dieses Erlebnis war ausschlaggebend, daß ich bis zum heutigen Tage bei dieser Stilrichtung geblieben bin.
Ausbildung zum Polizeibeamten, um solche Individuen auch gesetzlich bekämpfen zu können.
Um diese Palette von Menschen nicht nur mit Kampfsport zu bekämpfen, entschied ich mich dazu, eine Ausbildung als Polizeibeamter anzutreten. Nachdem ich mich bei Polizei und Bundesgrenzschutz beworben hatte, begann ich meine Grundausbildung beim Bundesgrenzschutz in Coburg. Eine Welt ist für mich zusammengebrochen, als ich dadurch mein Training aufgeben mußte. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und dieser war 350 km weit zum Trainingsort Brannenburg. Jeden Freitag nach Dienstschluß fuhr ich nach Brannenburg, um zumindest Freitag und Samstag trainieren zu können. Im Dezember machte ich meinen grünen Gurt, bevor es zu einem erneuten Bruch kommen sollte.

Ein erneuter Tiefschlag brachte eine Pause
Meinungsverschiedenheiten zwangen mich dazu mit Kun Tai Ko aufzuhören. Dazu kamen dann noch verschiedene Operationen und ein Tief, weil es sonst nirgends in der Umgebung KTK gab. Mein Stolz hielt mich davon ab, in das alte Dojo zurückzukehren.

Neue Weichen durch neuen Meister gestellt.
Im Januar 1983 eröffnete Adolf Bernard in einem Nachbarort die zweite Schule für KTK. Auch er war wegen Meinungsverschiedenheiten geganen und hat sich auf eigene Füße gestellt. Klar, daß ich mich sofort angemeldet habe. Zudem war ich mit meiner Grundausbildung fertig und endlich in Rosenheim an meinem Heimatdienstort tätig. So half ich Sensei Bernard die Schule aufzubauen. Als ich 1984 meine Meisterprüfung in KTK abgelegt hatte, teilte mir Bernard Sensei mit, er müsse dienstlich (Bundeswehr) von Rohrdorf wegziehen und ich solle den TSV übernehmen.

Erste private Kontakte zu Soke Ott, dem Begründer des KTK
Von da an begann ich, mich mit unserem Soke des KTK, Lucien Victor Ott in Verbindung zu setzen. Ott, der 1957 das KTK zusammen mit Murakamii Sensei in Paris gegründet hatte, hatte nebenbei noch die Internationale Bodyguard Association ins Leben gerufen. Er war Ausbilder verschiedener Polizei- und Militäreinheiten in aller Herren Länder. Außerdem war er Bodyguard in der Elitetruppe um Frankreichs Staatsschef Charles de Gaulle. Dem nicht genug betätigte er sich als Stuntman in amerikanischen und französischen Filmen. Er doubelte u.a. Eddy Constantine. 1987 legte ich in Brüssel unter Soke Ott meine Prüfung zum 3.Dan ab. Drei Jahre später verstarb er an Krebs. Als einer der uniformierten Sargträger neben Bernard Sensei, Shortt Shihan, Kurth Sensei habe ich mir persönlich ein Versprechen gegeben: Ich werde dafür sorgen, daß der letzte Wille Soke Ott‘s, den Namen Kun Tai Ko in aller Welt groß zu machen, durchführen werde. James G. Shortt, der bereits seit langer Zeit Hand in Hand mit Lucien Ott zusammenarbeitete, gelobte selbigen Schwur in Richtung International Bodyguard Association. Ott, dem es viele Sicherheitsorganisationen zu verdanken haben, daß sie auf modernstem Standard fundierter Bodyguard und Sicherheitstraining laufen, wurde nur von einer kleinen Gruppe Kampfsportler zu Grabe getragen. Ermutigt durch den letzten Willen des Begründers, folgten weitere Dojo-Eröffnungen.

Chinesische Mauer

Freddy Kleinschwärzer beim Meditieren vor der Chinesischen Mauer.

Dem TSV Rohrdorf folgte eine Schule nach der anderen. 1985 eröffnete ich in Rosenheim das erste KTK-Dojo beim MTV-Rosenheim 1885 e.V., im gleichen Jahr begann ich ein Modelprojekt in einem Heim für schwererziehbare Kinder bei München und ein Jahr später wurde ich durch die US Army Base Bad Aibling als Ausbilder für Selbstverteidigung angestellt. Wenn ich heute zurückblicke, dann ist es für mich unbegreiflich, wie ich all das schaffen konnte. Sechs Jahre habe ich für die US-Army als Instructor gearbeitet. Einige meiner Danträger sind nun in den USA und warten auf eine Gelegenheit, ein Dojo zu eröffnen.
Erste Chance, KTK durch Auslandsdienst über die Grenzen Deutschlands hinauszutragen

1991 trat mein Dienstherr an mich ran und offerierte mir die Möglichkeit als Sicherheitsbeamter für das Auswärtige Amt an einer Vertretung im Ausland tätig zu werden. Nach Absprache mit meiner Frau und meinen Danträgern, die für mich wärend meiner elfmonatigen Verwendung im Ausland das Training übernehmen sollten, habe ich mich dazu entschieden, diesen Schritt zu wagen und kam im März 1992 nach Irland an die Deutsche Botschaft. Zuvor jedoch mußte ich noch eine Spezialausbildung in Bonn absolvieren die durch das BKA (Bundeskriminalamt) geleitet wurde. Ebenfalls im Ausbildungsplan stand Training mit der Elitetruppe des Bundesgrenzschutzes, der GSG 9. Dort wurde einem der letzte Schliff im Auffinden von Sprengstoff und der Umgang mit kriminellen Elementen beigebracht. Die sehr guten Dienstzeiten in Dublin ermöglichten es mir, mich nach geeigneten Trainingsmöglichkeiten umzusehen.

Verfahrene Kampfsportsituation in Irland.
Ich versuchte Tai-Chi Chuan und Taekwon-Do, aber die irischen Kampfsporttrainer sind nicht das, was deren Gürtelgrad verspricht. Die Kampfsportszene ist verwirrender als in Deutschland. Dublin war voll mit Clubs, die in erster Linie Kenpo-Karate und Tae-kwondo anboten. Nachdem ich mir zehn verschiedene Clubs angesehen hatte, war ich mehr als nur deprimiert. In Gesprächen mit den Dojoleitern stellte sich immer wieder heraus: Sie sind entweder von einem Höhenflug befallen oder nur auf Profit aus. Einen echten Trainer aus Überzeugung konnte ich nicht finden.

BGS in Dienst

Auf Bombensuche in der Morgenpost der Deutschen Botschaft in Dublin

Erste Gehversuche mit Kenpo-Karate.
Die elfte von mir besuchte Schule, war eine sehr kleine Trainingsgemeinschaft unter der Leitung von Sifu Liam McDonagh. Er wurde allem gerecht, wonach ich gesucht hatte. Nachdem ich seine Kenpo-Stunde beobachtet hatte, fragte ich Sifu Liam, ob er nicht Lust habe, mit mir auf einen Drink zu gehen und wir kamen ins Gespräch. Er entsprach genau meinen Vorstellungen, wie ein ehrlicher Trainer sein soll. So blieb es nicht aus, daß ich bei ihm mit Kenpo-Karate anfing. Fast jeden zweiten Tage habe ich mit ihm trainiert, meine Vorkenntnisse aus den anderen Budobereichen waren hilfreich. Bereits nach 14 Tagen war ich Top-Fit und ging für Sifu Liam und seine Schule zu den ersten Irish Championships. Über 400 Teilnehmer waren in am Start. In meiner Klasse der „Blackbelts“ gab es keine Gewichtsklasse. Alles war vertreten bis hin zum 120-Kilo-Mann aus Donegal. Mit viel Nervosität bestieg ich den Ring und kam immer wieder als Sieger hervor. So holte ich die erste Trophäe. Das Training lief hervorragend und ich stellte mich sehr schnell auf die für mich ungewöhnlich runden jedoch sehr harten Schläge und Tritte ein.

„Es ist schön, wieder Schüler zu sein.“
Eines Abends fand ich in meinen Unterlagen die Adresse des irischen Bodyguard-Repräsentanten. Ich hatte die Adresse vom Direktor der International Bodyguard Association, Sir James G. Shortt. Nach dem Tod von Lucien Ott hat er sich auf die professionelle Ausbildung von Bodyguards spezialisiert. Auch ich bin seit 1984 Mitglied in der IBA und trainiere sporadisch mit James Shortt. Also habe ich mich aufgemacht, diese Adresse zu finden. In der Tat traf ich beim zweiten Anlauf auf Mr. Anthony Carrick. Wie sich herausgestellte, einem 4.Dan im System Ryoi-Shinto Ryu Jiu-Jitsu. Er bat mir an, bei ihm mitzutrainieren. Nach der Frage, wer denn sein Shihan sei, antwortete er James G. Shortt. Shortt ist Träger des 7.Dan RSRJJ und direkter Schüler von Hachimoto Sensei. Ich wußte zwar, daß Shortt ein hochrangiger Meister in Sachen Kampfsport war, dennoch war mir nicht bekannt, welches System er trainierte. Da ich in verschiedenen Stilen des Ju-Jutsu bereits Erfahrung hatte, nahm ich diese Einladung wohlwollend an. Bereits beim ersten Training mußte ich feststellen, daß es tatsächlich noch einen weiteren ehrlichen und anständigen Trainer neben Sifu Liam in Dublin gab. So waren meine freien Zeiten nun völlig mit Training belegt. Ich trainierte jeden Tag abwechslungsweise RSRJJ mit Sensei Carrick und Chuan-Fa unter Sifu McDonagh. In kurzer Zeit reifte ich in beiden Systemen bis zum obersten Level. Ich war lernbegierig wie lange nicht mehr. Es tat sehr gut, mal wieder „Schüler sein zu dürfen“!

Ernennung zum Repräsentanten der Internationalen Bodyguard Association durch James G. Shortt aus England
Im Januar 1993 wurde ich auf einem Bodyguard – Fortbildungslehrgang in Dublin von James G. Shortt zu einem seiner offiziellen Repräsentanten für Deutschland ernannt. Mein Ziel soll es sein, Interessenten Auskunft über Bodyguard-Training und Trainingsmöglichkeiten zu geben. Ich soll von Deutschland aus koordinativ tätig werden. Nach elf Monaten Dienstzeit mußte ich Abschied nehmen. Man veranstaltete mir zu Ehren eine kleine Abschiedsfeier, bei der ich gleich von drei Institutionen geehrt wurde. Von der Irish Martial Arts Commision erhielt ich die Lehr-befähigung als Trainer für Chuan-Fa und von der Irish Ju-Jitsu Federation mein Instructor-Diplom als Trainer für RSRJJ. In den vergangenen 11 Monaten habe ich insgesamt vier nationale Turniere in den Stilen Kickboxen, WUKO-Karate, Kenpo-Karate und Taekwon-Do bestritten und gewonnen. Außdem drei Formenwettbewerbe, welche ebenfalls zu meinen Gunsten ausfielen. Seit mei- nem Weggang von Irland sind meine Bindungen zu den offenen und freundlichen Leuten dieser Insel sehr stark.

Kleinschwärzer

Dienstuniform am chinesischen Einsatzort

Auf zu neuen Ufern
Wieder zurück in Deutschland, eröffnete ich ein neues Dojo in dem ich die Stilarten Kenpo, Kun-Tai-Ko und Kickboxen unterrichtete. Ob Danträger oder Farbgurte, alle waren begeistert von der Schnelligkeit und Härte des Kenpo (Chuan Fa) und von den Infighttechniken des RSRJJ.

Beauftragter für Selbstverteidigung im Bundesgrenzschutz
Da sich meine erfolgreiche Zeit in Irland schnell rumgesprochen hatte, trat mein Dienstherr an mich heran,die Leitung der SV-Ausbildung beim BGS-Rosenheim zu übernehmen. Kurz zuvor hatte ich ein zweites Dojo in Bad Aibling aus der Taufe gehoben. Ein rein auf Kickboxen ausgerichtetes Training einem Body-Fitness Center; zweimal die Woche wird dort trainiert unter den besten und modernsten Voraussetzungen.

Ein Traum wird wahr – Peking als neuer Auslandsdienstort
Bereits einen Monat später bekam ich einen neuen Job im Ausland angeboten. Nun galt es, wieder eine Vertretung zu finden, die für elf Monate das Training für mich gestaltete. Nachdem diese Suche erfolgreich ausfiel, konnte es wieder losgehen. Man hat mir erst nicht gesagt, wohin es gehen soll. Nur, daß ich erst mal einen weiteren Speziallehrgang für das nächste Land zu absolvieren hätte. Als dies im November geschehen war und ich eine Tropentauglichkeitsuntersuchung hinter mich gebracht hatte, bekam ich meinen nächsten Verwendungsort mitgeteilt. Ich konnte es nicht glauben, aber es war tatsächlich Peking! Das Beste, was einem Kampfsportler passieren kann. Da trainiert man die Künste des Kampfes und zieht das große Los nach China zu dürfen, ohne dafür etwas zahlen zu müssen. Die Weichen waren gestellt, alles zuhause abgeklärt und es ging los in den asiatischen Teil dieser Welt. Wie man sich denken kann, hat die Bundesrepublik Deutschland eine große Botschaft in Peking und die Arbeit als Sicherheitsmann ist um ettliches anspruchsvoller als in Irland. So war meine Freizeit nicht gerade reichlich bemessen.

Auf der Suche nach dem ersten Meister
Dennoch machte ich mich bereits in der ersten Woche auf, mich nach einem Meister der Kampfkünste umzusehen. Hatte ich doch von einem chinesischen Lehrer, der in München lebt, eine Referenz zum Vizepräsidenten der Chinese Wushu Federeation bekommen. Ich rief Meister Xia Bo Hua an, und hoffte auf ein Treffen mit ihm. Leider stellte ich ernüchternd fest, daß die Menschen in China nur sehr wenig oder gar kein Englisch sprechen, eine unüberwindliche Barriere. So zog ich aus, um in den Parks einen Meister zu finden. Jedoch waren diese nicht sehr erfreut über meine Frechheit, sich als Ausländer einfach daneben zu stellen und mitzumachen. Ein alter Chinese, der sogar gebrochen englisch sprach, fragte mich im ersten Satz „How Much?“ Er wollte Geld von mir. So erging es mir noch zweimal bis ich zu dem Schluß kam, aufzugeben. Ich ging mit Kollegen in das Fitness Center des Beijing Swisshotel Honkong Macau Center um zumindest meinen Körper in Schuß zu halten. Zu meinem Erstaunen hing im Fitnesstudio ein Sandsack, der nicht von anderen benutzt wurde. So habe ich nach meinem Gewichtstraining den Sandsack zum Partner genommen.

Erster Kontakt mit Kampfsport in Peking
Eines Tages beobachtete mich ein junger Mann und kommt mit mir ins Gespräch. Sein Name war Iliya Tsai aus Usbekistan. Er ist seit acht Jahren in China und arbeitet als Generalmanager für eine Fluggesellschaft. Auf seine Frage hin, ob ich mit ihm Sparring machen wolle, habe ich dies natürlich getan. Er ist Danträger in Shotokan-Karate mit Erfahrung in Sanda (Vollkontakt-Boxen des Wushu) und Taekwon-Do. Seine Techniken sind vom Feinsten und er kämpft einen sehr agressiven Stil. Aber er liebt nicht nur das Kämpfen, sondern ist immer noch auf der Suche nach mehr. So hat er im Gespräch mit mir herausgefunden, daß ich Trainer in verschiedenen Stilen bin und mich gebeten, ihn darin zu unterrichten. Wir begannen mit Ju-Jutsu, da dies ein Stil ist, den er nie betrieben hat. Er saugte förmlich alle Hebel – und Wurftechniken auf. Iliya ist ein Kampfsporttalent, wie ich es noch nicht gesehen habe. Wir haben jeden dritten Tag trainiert und er hat sich dazu entschieden, in dem Stil Kun Tai Ko in naher Zukunft heimisch zu werden, sowie diesen in Usbekistan vorzustellen. Jetzt war ich wieder in der Rolle des Lehrers gefangen, bin ich doch im Lande des Ursprunges.

Einen Meister des Wu-Stiles gefunden
Es sollte doch möglich sein, einen chinesischen Lehrer zu finden. Ebenfalls im Honkong Macau Center des Swisshotels traf ich dann nach zwei Monaten Sifu Jianxin Wu. Ein sehr junger aber guter Kampfsportler, der noch die alten Überlieferungen lernte. Der Wu-Stil ist ein verbreiteter Taiji-Stil und stammt aus dem Süden Chinas. Meister Wu ist 27 Jahre alt und spezialisiert im Kurzschwert sowie Chinese Boxing. Zwar habe ich viel mit ihm trainiert, doch blieb mir durch meinen Schichtdienst an der Botschaft ein Intensivieren dieser Techniken versagt. Zumindest gab mir Meister Wu erste Einblicke in ein neues System, welches meinen Horizont im Bereich Kampfsport wesentlich erweiterte.
Knochenhart und faszinierend zugleich.

Durch einen Freund erfuhr ich von einem 3.Dan des Goju-Ryu Karate aus Aberdeen (Schottland). Er arbeitet in China als Generalmanager für eine amerikanische Ölbohrfirma. Colin Whitehead, so sein Name, ist Schüler des legendären Steve Morris aus England. Da ich dieses System bisher noch nicht live erleben konnte, machte ich mich auf, Colin Whitehead zu finden. Im Sheraton Fitness Club wurde ich fündig. Nachdem er sich gerade eine Stunde mit Aerobic aufgewärmt hatte, begann er mit „Conditioning.“ Ich hätte das als Abhärtetung bezeichnet. Ich beobachtete sein schmerzhaftes Training. Immer und immer wieder hat er mit seinen Unterarmen und Schienbeinen gegen harte Eisenstangen der Hantelgeräte geschlagen. Ich konnte den Schmerz förmlich fühlen. Als er endlich mit dieser Tortur fertig war, ging er über in die Ausübung der Goju-Ryu Kata. Es war sehr interessant, diese völlig neuen Aspekte zu sehen. Im Anschluß an sein Training habe ich mich ihm vorgestellt, worauf er nur sagte, er habe bereits von mir gehört und wollte ebenfalls schon seit einiger Zeit mit mir in Verbindung treten. Leider mußte er für einige Wochen nach Dallas fliegen. Letztendlich kamen wir doch zusammen und konnten die eine und andere Trainingseinheit zusammen trainieren. Der Kampfstil von Colin war für mich als langjährigen Kickboxer sehr ungewöhnlich. Er kämpfte sehr defensiv und in der Goju-typischen Auslage (Sanchin-Dachi). Es war zwar leicht ihn in der oberen Region, sprich der Kopfgegend zu treffen, dennoch startete er gegen mich los – als ich mein Bein gerade nach oben kickte – bis ich am Boden lag. Wir begannen, uns gegenseitig die jeweils stilspezifischen Katas zu zeigen.

Kontakt nach Japan
Eines Tages betrat ein großer Japaner das Fitness-Center im Swisshotel. Er hat mich beobachtet, wie ich mit dem Usbeken Iliya trainierte und fragte mich in perfektem Englisch woher ich stamme und welche Stilart ich hier betreibe. Er stellte sich vor mit Kinshiro Oyama, wobei ich natürlich gleich an den legendären Oyama Masutatsu gedacht habe. Aber Kinshiro Oyama San ist nicht mit ihm verwandt, er betrieb lange Jahre Shotokan-Karate in Deutschland wie sich später rausstellte. Als ich ihm sagte ich bin für die Deutsche Botschaft tätig, sprach er mich in fast akzentfreiem Deutsch an. Meine Verwunderung war mir förmlich auf das Gesicht geschrieben. Er betonte, er habe mich schon des öfteren hier beobachtet und findet meine Technik sehr interessant. In Tokio hat er eine große Firma, mit mehreren tausend Angestellten. Darunter auch verschiedene Meister der unterschiedlichsten Stile. Einen dieser Meister ließ er extra für mich einfliegen. Leider hatte ich ausgerechnet an diesem Tage Dienst, so daß dieses Training ausfiel.

Verbindungen mit Meistern und Großmeistern
Wie schon in Irland, versuche ich auch hier Freunde des Kampfsportes zu finden, die an einer länderübergreifenden Zusammenarbeit interessiert sind und die Vorteile eines sehr familiär geführten verbandes genießen wollen. Ein solcher Kontakt kam zustande mit einem mexikanischen Wushu Spezialisten Namens Tony Flores. Vorgestellt wurde mir Tony durch Colin Whitehead. Er ist 34 Jahre alt, lebt seit nun 9 Jahren in Peking und ist der erste Ausländer, der von der Physical Education University of Beijing als im Hauptfach Wushu Sportlehrer ausgebildet wurde. Mit ihm arbeite ich eng zusammen, wenn es darum geht, Gruppen nach China zu vermitteln oder Meister für Seminare nach Deutschland zu holen. Er versprach mir eine enge Zusammenarbeit mit meinem Verband und den angeschlossenen Mitgliedern.

Selbstverteidigungsausbilder im BGS
Im November 1994 endet meine Verwendung als Sicherheitsbeamter an der Deutschen Botschaft in Peking. Dann geht es erst mal zurück nach Deutschland, bevor ich zu Betreuungsreisen in die USA, nach Irland, die Türkei und evtl. Liechtenstein reise. In USA stehen Prüfungen auf dem Programm, sowie Gespräche mit anderen Verbänden fü zukünftige Zusammenarbeit. In Irland, der Türkei und Liechtenstein werde ich Seminare geben. Dies alles während meines fast dreimonatigen Urlaubes. Im Anschluß gilt es, sich auf die polizeispezifische SV-Ausbildung der Beamten zu konzentrieren und die PVB‘s auf den neuesten Stand der Techniken zu bringen. Dazu hat mich mein Dienstherr ein eigenes neugestaltetes Dojo einrichten lassen, das seit Bestehen voll ausgelastet ist. Somit sind die Voraussetzungen für eine qualifizierte und effektive Ausbildung geschaffen.
Dieser Bericht könnte bestimmt noch mehrere Ausgaben füllen. Er würde nur umreissen, was alles in 20 Jahren Kampfsport passieren kann, wenn sich jemand dafür einsetzt und engagiert. Viele Fakten wie Turniere auf internationaler und nationaler Ebene mit Erfolgen bis hoch zu Spitzenplätzen oder weltweit abgehaltenen Seminaren in verschiedenen Stilen wurden konnten in diesem Bericht nicht beachtet werden. Es soll nur ein globaler Einblick in meine Arbeit als BGS-Beamter oder Sicherheitsbeamter an Deutschen Vertretungen im Ausland sein, sowie die Ideen und Wünsche eines Kampf-sportlers in Bezug auf den Aufbau eines freundschaftlichen Weltverbandes wiederspiegeln. Wenn jemand Interesse an einer Zusammenarbeit mit der WKBA haben sollte, dann würde es mich sehr freuen diesen Personen mit Info-Material assistieren oder anderweitig hilfreich zur Seite stehen zu können. Eine sehr alte chinesische Weisheit wurde für mich zum Erfolgsrezept und zugleich zum Leitspruch im Kampfsport: „Der längste Weg ist nicht lange mit einem Freund an deiner Seite.“

Kick Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis


Diese Reportage erschien in der Ausgabe 12/1995. Wer sich für Freddy Kleinschwärzer interessiert, kann ihn hier erreichen:
http://www.nmagc-germany.de/

Sidekick Dawn Roffey

IAKSA WM in Quebec 1995

Sidekick Dawn Roffey

Die übermächtige Dawn Roffey trifft ihre amerikanische Finalkonkurrentin am Kopf.

Es gibt Länder, in denen Kampfsport nur unter sehr strengen Auflagen betrieben und veranstaltet werden kann. Eines dieser Länder ist Kanada, Gastgeberland der vierten Weltmeisterschaft im Kickboxen nach der Version der IAKSA. Über 300 Sportler kamen aus 27 Nationen, um an den Wettkämpfen teilzunehmen, die von einem Delegierten des nationalen olympischen Komitees überwacht wurden. Er mußte sicherstellen, daß alles den Auflagen des Gesetzgebers gerecht wurde, ansonsten hatte er die Möglichkeit, das Turnier zu stoppen. Erwartungsgemäß kam er jedoch nicht zum Einsatz. Veranstalter John Douvries hatte für einen reibungslosen Anlauf in Hull, Quebec, gesorgt.

Semikontakt
Bei den Herren waren neben den Gastgebern die Amerikaner, Engländer und Österreicher in der Favoritenrolle. In der leichtesten Klasse der Herren bis 60 Kg rechnete alles mit einem Sieg des amtierenden Welt- und Europameisters Oliver Drexler, Deutschland. Nach klaren Siegen über den Russen Koulnar und den Österreicher Widauer verschlief er den Finalkampf gegen den Kanadier Aversa von Anfang an und unterlag deutlich mit 2 : 7 Punkten. Drexler, der deutlich unter Wert geschlagen wurde, nahm die Niederlage gelassen, und gratulierte seinem Nachfolger zum Sieg.
Der ältere Bruder Aversas siegte in der nächsten Division, bis 67 Kg, wobei er u.a. den Deutschen Wrobel und den Engländer Nelson besiegte. Bis 71 Kg gewann erneut der Irländer Baker den begehrten Titel. Nach einem Sieg über den Deutschen und späteren WAKO-Weltmeister Thomas Pfaffl erreichte der Engländer Veira zum vierten Mal in der Gewichtsklasse bis 75 Kg das Finale. Erneut stand ihm der Österreicher Manfred Weingerl gegenüber, der im Halbfinale den tschechischen Meister Miroslav Sobotka ausgeschaltet hatte. Sieger des weniger attraktiven Kampfes wurde schließlich der Österreicher, der denkbar knapp mit 8 : 7 Punkten die Nase vorne hatte, als der Schlußgong ertönte.
Eine riesige Aufholjagd mußte der Kanadier Greco veranstalten, um am Ende des Finales(-81 Kg) mit 16 : 15 Punkten gegen den Österreicher Schmidt, der im Halbfinale seinen deutschen Namensvetter aus dem Wettkampf gestoßen hatte, in Führung zu liegen.
Eine große Überraschung ereignete sich in den zweitschwerster Division, – 91 Kg. Der amtierende Weltmeister Calvin Thomas aus den USA unterlag dem Kanadier Brent Beatty völlig deklassiert mit satten zehn Punkten Unterschied. Beinahe hätte der Deutsche Feuer im Halbfinale von der schlechten Verfassung des Amis profitieren können, doch er verlor nachdem er bis kurz vor Schluß mit einem Punkt in Führung war, die Nerven. Er kassierte einen Minuspunkt und wurde beim letzten Angriff vor dem Schlußgong ausgekontert, unterlag mit 8 : 9 Punkten.
Der Österreicher Günther Wenninger stieß im Finale der schweren Klasse auf seinen Angstgegner Nathan Lewis aus England – und das bereits zum fünften Mal. Bei den Europameisterschaften 1992 und 1994 konnte der Österreicher gewinnen, bei der letzten WM in Odense 1993 unterlag der Kämpfer aus der Alpenrepublik jedoch beim Kampf um den höchsten Titel. Aus den alten Fehlern hatte Wenninger offensichtlich mehr gelernt als sein Kontrahent. Er siegte mit 18 : 14 Punkten verdient.

IAKSA

Der Österreicher Günther Wenninger wird Weltmeister der IAKSA im Semikontakt.

Damen Semikontakt
Mit insgesamt 40 Teilnehmerinnen waren die Semikontaktklassen der Frauen gut besetzt. Bis 55 Kg kämpfte sich die Tschechin Jana Moravcova überraschend bis ins Finale, wo sie der Engländerin Sharon Gill nur knapp mit 14 : 12 Punkten unterlag. Von der Tschechin, die von Miroslav Sobotka trainiert wird, wird man in Zukunft sicher noch einiges hören. Im Mittelgewicht, bis 65 Kg, verteidigte die US-Amerikanerin Dawn Roffey ihren Titel erfolgreich gegen die Kanadierin Ambrosia. Roffeys eins übermächtiger technischer Vorsprung über die Konkurrenz ist kleiner geworden, so vielen ihre Siege dieses Jahr nicht ganz so deutlich aus wie gewohnt. Schließlich hat die Amerikanerin eine gehörige Portion an Erfahrung, mit der sie den Nachwuchs kontrollieren kann.

Semicontact Backfist

Schlagabtausch mit Leichtcontact zeigt Backfist gegen Roffey

Im Leichtkontakt (Durchkämpfen) der Damen dominierten vor allem die Europäerinnen. Bis 55 Kg konnte die Österreicherin Hütter ihren WM-Titel aus Odense verteidigen. Im Finale besiegte sie die Russin Solovieva klar mit 3 : 0 Richterstimmen. Das Mittelgewicht bestimmte einmal mehr die Engländerin Dawson. Im Halbfinale schlug sie die Amerikanerin Dawn Roffey, die außerhalb ihrer Semikontakt-Domäne, einmal ins Leichtkontakt schnuppern wollte, im Finale die Russin Baranova. Die Deutsche Zöllner schied bereits in der Vorrunde aus. Ein unerwartetes Finale gab es im Schwergewicht, + 65 Kg, zu sehen. Die Amerikanerin Mitzi Jeter räumte die favorisierten Vincenci, Italien, und Megyesi, England, auf dem Weg ins Finale zur Seite. Im anderen Pool setzte sich die bärenstarke Tschechin Sykorowa gegen die Österreicherin Kwasnitzka und die Waliserin Ogole durch. Beim Finale hätten sich so manche Herren etwas abschauen können, ein starkes Gefecht, aus dem schließlich die Tschechin als Siegerin und neue Weltmeisterin hervorging. Die Deutsche Flögel schied bereits in ihrem ersten Kampf gegen die Engländerin Magyesi aus.

Herren Leichtkontakt
Das Leichtkontakt ist eine Domäne der Europäer, ist es doch auf dem amerikanischen Kontinent nur wenig verbreitet, so setzten sich hier erwartungsgemäß viele Österreicher und Engländer an die Spitze.
Bis 60 Kg setzte sich der Engländer Brockmann im Finale über den Polen Guzowski, an dem bereits der Deutsche Kämpfer Wasner gescheitert war, durch. Im Weltergewicht, -67 Kg, gewann der Spanier Cvenca über den Weißrussen Doubrowski. Dritter wurde der Österreicher Günther Plank, der nur vom späteren Weltmeister besiegt werden konnte. Deutschlands Hoffnung Aghvinian schied in der Vorrunde aus.
Bis 71 Kg war der Österreicher Richard Klima einmal mehr nicht zu überbieten. Der Welt- und Europameister verteidigte seinen Titel im Finale gegen den Russen Ivanov erfolgreich, obwohl es diesmal denkbar knapper ausviel als in vorangegangenen Auseinandersetzungen. Der Kanadier Savuidis und der Palästinenser Mohammed teilten sich den dritten Rang.
Die positive Überraschung aus deutscher Sicht ereignete sich im Mittelgewicht, wo sich Päschel durch Siege über Salmon, Wales, Nawal, Pakistan, und den stark boxenden Ukrainer Makarenko bis ins Finale vorkämpfte. Im Finale unterlag der Senkrechtstarter nur denkbar knapp gegen den Russen Maximov. Für die nächste Europameisterschaft, die 1996 in Graz stattfindet, dürfte Päschel eine Favoritenrolle bekleiden.
Der Österreicher Tuma hatte im Finalkampf gegen den Brite Baptist Pech. Er verletzte sich bereits kurz nach Beginn so stark am Bein, daß er den Kampf nicht fortsetzen konnte. Im Schwergewicht, – 91 Kg, holte dann doch noch ein weiterer Österreicher einen Titel. Poll setzte sich im Finale gegen den unerwartet starken Kanadier Turner, der von seinen Landsleuten frenetisch gefeiert wurde, durch. Der deutsche Kämpfer Wendt schied im Viertelfinale nach einem Freilos gegen den Ungarn Takacs aus.
Im Super-Schwergewicht, + 91 Kg, kämpfte sich der Afrikaner Mutanda von der Elfenbeinküste in die Herzen der Zuschauer. In einem Vorrundenkampf besiegte er den Österreicher Kruckenhauser (nicht zu verwechseln mit dem WAKO-Fighter Michael Kruckenhauser aus Wörgl). Im Finale unterlag der Fighter dem Schotten Mohammed denkbar knapp mit 2:1 Punktrichterstimmen.

Vollkontakt
In der Königsdisziplin Vollkontakt bestimmten erwartungsgemäß die Osteuropäer die Szene. Nur drei der insgesamt zehn Titel in dieser Disziplin gingen in den Westen. Die beste Plazierung für das Gastgeberland Kanada erzielte in Leicht-Mittelgewicht (-71 Kg) Aubin mit der Bronzemedaille. US-Amerikaner waren enttäuschenderweise keine gemeldet. Für Deutschland erkämpfte sich lediglich der Hamburger Uwe Blohm eine Finalteilnahme, alle anderen Deutschen schieden in den Vorkämpfen aus. Im Endkampf war dem Deutschen nach ausgeglichenem Verlauf dann das Glück nicht hold. Er verlor knapp gegen den Österreicher und amtierenden Europameister Ulz.

Kick Cover Joe Lewis

KICK 12/95 mit Joe Lewis

Dieser Turnierbericht erschien in der Ausgabe 95/12, der ersten KICK Ausgabe voll in Frabe.
Fotos & Info: Fritz Exenberger, der heute die Internet Seite von Shogun.at betreibt. Die vollständigen WM Resultate aus Kanada.