Pandae-Dolyo-Chagi

Internationaler Hessenpokal 1995

Pandae-Dolyo-Chagi

Daniel Betz punktet mit Pandae-Dolyo-Chagi

Der Internationale Hessenpokal präsentierte sich auch in diesem Jahr als eines der Top-Turniere in Deutschland. Rund 170 Sportlerinnen und Sportler aus acht Bundesländern nahmen an den Titelkämpfen teil, die am 10. Juni in Rüsselsheim stattfanden. Die rege Beteiligung ist sicherlich auch auf das Preisgeld zurückzuführen, das einige große Vereine lockte. Dabei wurde der Internationale Hessenpokal aber keine reine Massenveranstaltung, sondern überzeugte auch durch eine hochklassige Besetzung.

Neben dem hohen Niveau, das die Zuschauer geboten bekamen, bestach vor allem der organisatorische Rahmen, der sich durch die gute Arbeit des ausrichtenden JC Rüsselsheim und mit freundlicher Unterstützung der Firma KWON sehen lassen konnte. Öhringen dominierte: Die männliche Jugend befand sich fest in Händen von Budokwai Öhringen. Die Baden-Württenberger bewiesen auch in Hessen, daß sie momentan der dominierende deutsche Verein im Jugendbereich sind. Neben Jochen Schiffmann, Marco Pellmann, Marcel Betz und Zoran Terzic, wußte vor allem Daniel Betz zu überzeugen. Der Deutsche Meister blieb in der 70 kg-Kategorie nach einem heißen Fight gegen den starken Nievenheimer Karl Müller auch im Finale gegen Gilbert Klimt aus Düren siegreich.
Daneben bot Gianni Balestrieri von Chun-Gun Hammersbach eine herausragende Vorstellung in der Klasse bis 64 kg. Nachdem er im Halbfinale den Öhringer Mehmet Heinze ausgeschaltet hatte, schlug er im Endkampf den IDEM-Zweiten Patrick Osawa aus Seulberg.
Favoritenstürze
Bei der weiblichen Jugend konnte man zwei Überraschungssiegerinnen verzeichnen. In der B-Klasse bis 51 kg setzte sich unerwartet Nesrin Yando gegen die Deutsche Vize-Meisterin Nina Schneider durch. Die Fighterin vom BVB Dietzenbach bestach vor allem durch ihren beherzten und spektakulären Kampfstil. In der A-Kategorie bis 51 kg schlug Natascha Börner vom TV Oberrodenbach knapp aber verdient die favorisierte Drittplatzierte der Dutch-Open Vera Gugliotta aus Hammersbach. Dagegen konnte die zweifache Deutsche Meisterin Sabrina Kretzer von der Budo-Schule Wiesbaden ihreren Titel in der 55 kg-Klasse mühelos verteidigen. Sie siegte bereits nach der ersten Runde durch Abbruch.

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Heißer Fight
Bei den Damen war der Finalkampf bis 65 kg zwischen der mehrfachen Deutschen Meisterin Sonny Seidel aus Hammersbach und der IDEM-Zweiten Anja Greb vom Gelnhäuser TC der hochklassigste Fight des Tages. In der ersten Runde dominierte Sonny Seidel klar und ging souverain in Führung. Im weiteren Kampfverlauf kam Anja Greb besser in Fahrt und gestaltete die Begegnung ausgeglichen. Am Ende konnte sich aber die Hammersbacherin mit 9 zu 6 den Titel sichern.
Hohes Niveau
Die Herren-Klassen waren aufs neue sehr stark besetzt. Als die herausragenden Athleten präsentierten sich die Ebenoutalib-Brüder. Während Mohammed die Klasse bis 76 kg beherrschte, behauptete sich Faissal im Finale der 83-kg-Klasse durch technisches K.O. in der ersten Runde. Zu einem spannenden Endkampf kam es in der 70 kg-Klasse, in der Ünal Basmara aus Dietzenbach knapp den Gelnhäuser Jörg Cunz besiegte.
Daneben stach der Öhringer Erol Denk in der 58 kg-Klasse heraus, der in der Vorrunde Hafid Adou und Ronnie Williams ausgeschaltet hatte und auch im Finalfight gegen Izet Bajrektarevic siegreich blieb. Sein schärfster Konkurrent Franzisco Martin-Villa war auf der anderen Poolseite bereits in den Vorkämpfen verletzungsbedingt ausgeschieden.
Die mit Spannung erwartete Vereinswertung fiel deutlich zugunsten der Sportlerinnen und Sportler von Budokwai Öhringen aus, die sich über einen Scheck über 1000 DM freuen durften. Platz 2. belegte der Gelnhäuser TC vor Chon Kwon Düren.

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Diese Reportage erschien in der August Ausgabe 1995 als Nachricht. Verfasser und Fotograf: Kai Müller, Wiesbaden.

Vale Tudo 1995

Vale Tudo

Rickson Gracie zwingt Nakai mit einer Würgetechnik zur Aufgabe.

In Brasilien war das Vale Tudo ein großes Kampfereignis mit den besten Kämpfern des Landes. Die Fights finden in einem herkömmlichen Boxring statt, nicht etwa in einem Octagon, wie die bekannten Ultimate Fights in den Staaten. Man kennt die Vale Tudos in Brasilien aber auch unter der Bezeichnung „Lutta Livre“, eine hervorragende Möglichkeit des Gracie Clans das Können unter Beweis zu stellen. Heute findet das Vale Tudo nicht mehr in Brasilien, sondern in Japan statt

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Die jüngste, zweite Auflage dieses martialischen Spektakels fand am 20. April in der bekannten Nippon Budokan Hall in der Hauptstadt Tokio statt. Die 60.000 Dollar Siegprämie zog Fighter aus vielen unterschiedlichen Kontinenten und aus unterschiedlichen Stilen wie z.B. dem Shootfighting und dem Wrestling, an – unter ihnen der Vorjahressieger Rickson Gracie. Die Regeln sind einfach: Es gibt keine Gewichtsklassen und alles ist erlaubt. Die Gladiatoren tragen leichte Handschützer ähnlich einem Sandsackhandschuh, bzw. den Handschuhen, die Bruce Lee in seinem bekanntesten Film „Der Mann mit der Todeskralle,“ getragen hat.

Rickson Gracie

Rickson Gracie

Rekord: 470 Siege
Rickson Gracie ist in Japan bereits eine Legende. 470 Straßen- und Ringkämpfe hat er vorzuweisen, alle ohne Niederlage. Der Grund für seine Bekanntheit und den Umzug des Vale Tudos nach Japan liegt darin, daß Rickson in Brasilien keine Gegner mehr fand, und nun gegen die Besten regellosen Fighter der Welt antritt. Zusammen mit dem Begründer der japanischen Shooto Organisation Satoru Sayama, der selbst einige der besten Shootfighter trainierte (u.a. Yori Nakamura), wurde im letzten Jahr das erste Vale Tudo im Land der aufgehenden Sonne organisiert.
Kampf hinter verschlossenen Türen
Ein weiterer Grund für Ricksons große Bekanntheit in Japan liegt in einer Begebenheit, die sich nach seinem ersten Vale Tudo Sieg in seiner Heimatstadt Los Angeles ereignete, begründet. Der japanische Top Shootfighter Yoji Anjo wollte Rickson zeigen, daß die Japaner doch die besseren Fighter sind, und suchte ihn in seinem Dojo in Los Angeles auf. Hinter verschlossenen Türen kämpften Rickson und Anjo eine unbarmherzige Schlacht ohne Regeln, über deren Verlauf niemand etwas weiß. Man weiß nur, daß Anjo völlig blutüberströmt am Boden lag und sein Gesicht nicht mehr zu erkennen gewesen sein soll, als die Türen des Dojos geöffnet wurden. Eine Lektion für alle, die an Ricksons Vormachtstellung in diesem Budozweig zweifeln.
Samurai der Neuzeit
Für viele Japaner sind die Gracies die Samurai der Neuzeit. Durch ihre eindrucksvollen Kämpfe haben sie die Herzen der Japaner erobert. Genau gesehen hat auch das Gracie Jiu Jitsu seinen Ursprung im Land der aufgehenden Sonne. Den stileigenen Charakter haben die Gracies durch ihre immense Kampferfahrung später beigefügt. So mag es kaum verwundern, wenn jedes Jahr mehrere Hundert japanische Jiu Jitsu Fans nach Brasilien und Kalifornien reisen, um von den Gracies zu lernen.
Ab ins Hospital
Als Rickson Gracie die Budokan Arena betritt, jubeln ihm tausende Zuschauer zu, die ihn als den letzten der Samurai anhimmeln. Seinen ersten Kampf des Abends bestreitet er gegen den bekanntesten Shauwrestler des Landes, Yoshihisa Yamamoto. Während es dem Japaner zunächst gelingt, Gracie mit Thaiboxtechniken auf Distanz zu halten, wirbelt ihn Gracie in der dritten Runde zu Boden und beendet den Kampf mit einer Würgetechnik (Hadaka Jime). Yamamoto sinkt nach der Würgetechnik Gracies bewußtlos zusammen, er wird ins Krankenhaus abtransportiert.
Im Halbfinale muß Rickson erneut gegen einen „Shooter“ antreten. Kouichiro Kimura ergreift mit einem spektakulären Kata Guruma die Initiative. Gracie kontert schnell und bringt die Auseinandersetzung auf dieselbe Art zu Ende wie schon gegen Yamamoto.
Nakais Weg ins Finale
Yuki Nakai heißt der Finalgegner für Rickson Gracie. Er ist der Champion der Shooto Federation, versiert in allen Kampfkünsten. Im Viertelfinale hatte er den Thaibox/Savate-Champion Gerard Gordeau, ein ehemaliger UFC-Teilnehmer, bezwungen. Und das, obwohl der Franzose zunächst führte, mit harten Faust- und Fußtechniken traf. Schließlich hatte Nakai das Bein des Thaiboxers zu fassen bekommen, ihn zu Boden geschleudert und ihn mit einem schmerzhaften Beinhebel außer Gefecht gesetzt. In seinem zweiten Fight besiegte der Japaner den 140 Kilo schweren Graig Pitman, der trotz guter Treffer nach einem Armhebel aufgeben mußte.
Kurzer Prozeß
Kurz, aber dennoch schmerzhaft verläuft der Endkampf, zumindest für Nakai. Noch schwer gezeichnet von seinen Kämpfen mit Gordeau und Pitman wird der Japaner bereits nach wenigen Sekunden zu Boden geworfen. Rickson Gracie macht mit ihm kurzen Prozeß und beendet den Fight mit einem Würgegriff.

Rickson Gracie

Rickson Gracie (mitte) feiert seinen Sieg zusammen mit Ehefrau Kim und Bruder Royler sowie den Coaches

60.OOO Dollar Prämie
Einen Scheck über 60.000 US-Dollar erhält Rickson Gracie für seinen Sieg an diesem Abend. Total fit und locker feiert er die ganze Nacht im Hard Rock Cafe seinen Sieg, bei dem er sich kaum eine Schramme geholt hat. Und genau das ist es, was dem japanischen Publikum an ihm so gefällt. Er ist ruhig und selbstsicher ohne jedoch arrogant zu wirken. Er ist ein Meister, der total an seine Techniken glaubt. Er ist der König des Budokan.
Gracies helfen neue Stile zu etablieren
Dank der Gracie-Familie finden die Japaner heute wieder großes Interesse an ihrer eigenen Kampfkunst des Jiu Jitsu. Darüber hinaus findet man in Japan sogar erste Mischformen aus dem Gracie Jiu Jitsu und dem Karate, das man allgemein als Kopo bezeichnet. Die Gracies sind in Japan und weltweit als hervorragende Fighter anerkannt. Sie reden nicht nur, sie kämpfen auch. Das ist es, was man nicht nur in Japan an ihnen schätzt.

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Diese Reportage erschien in der August Ausgabe 1995. Verfasser waren Franco Vacirca, Dialy N´Diaye, welche uns diesen Artikel zur Verügung überließen. Die Fotos schossen: T. Tushin, Dialy N`Diaye und die Firma WOW Promotion.

Weltmeisterschaft im Kyokushin Karate 1997

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Neuer Wind in alten Segeln – Erstmals nichtjapanische Weltmeister beim Kyokushin Karate, dem härtesten Karatestil der Welt. Die riesigen Trophäen gingen erstmals an Kämpfer verschiedener Gewichtsklassen. Einige wurden nach Polen und Brasilien vergeben.

Das Kyokushin Karate, gegründet von Mas Oyama, ist vor allem wegen seiner extremen Härte bekannt. Bei Wettkämpfen wird mit vollem Kontakt gekämpft. Nichts besonderes? Doch! Im Kyokushinkai wird ohne Schutzausrüstung gekämpft. Höhepunkt der Kyokushin-Wettkampfszene sind ohne Zweifel die Weltmeisterschaften, die nur alle vier Jahre abgehalten werden. Dabei wird nicht nur ohne Handschuhe und Safeties gekämpft, sondern auch ohne Gewichtsklassen. Es gibt nur einen Gewinner, der sich wirklich Weltmeister nennen darf. Bei allen vorangegangenen, sechs Weltmeisterschaften kam der Gewinner stets aus Japan. Im Zuge von Erneuerungen, und wahrscheinlich auch um den Anschluß an die Erfolge von K1-Promoter Ishii und seinen Seido Kaikan Veranstaltungen nicht zu verpassen, wurden zum ersten Mal Weltmeisterschaften mit Gewichtsklassen ausgetragen. Natürlich wählte man Tokyo als Austragungsort. Vor 10.000 Fans im ausverkauften Ryokoku Kokugikan Stadion ging es im Mai zur Sache.

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Die wichtigsten Neuerungen
Das System der Gewichtsklassen bei Wettkämpfen ist auch im Kyokushin Karate bekannt. Sie entsprechen zwar nicht den üblichen Gewichtsklassen, wie man sie zum Beispiel vom Karate, Taekwondo oder Kickboxen kennt, sondern sind „großzügiger“ angelegt: bis 70 Kg, bis 80 Kg und über 80 Kg. Vor allem in Europa und der westlichen Welt sind bei Wettkämpfen die Gewichtsklassen in Gebrauch. Auch in Japan werden sie verwendet. So werden seit einigen Jahren jährlich zwei japanische Meisterschaften abgehalten: eine mit Gewichtsklassen in Osaka und eine ohne Divisionen in Tokyo. Bei dieser Weltmeisterschaft wurde den bereits verwendeten Gewichtsklassen eine weitere hinzugefügt: über neunzig Kilo. Keine weitere Änderung fand sich in der Auswahl der Kämpfer. Was geblieben war, war eine gewisse „Japan-lastigkeit.“ War es bisher bei den Weltmeisterschaften jeder Nation erlaubt je zwei Kämpfer zu stellen, brachten die Japaner immer sechzehn Teilnehmer auf die Matte. Diese kämpften in den Vorrunden gegen viel leichtere Starter aus anderen asiatischen Ländern, wie Nepal oder Bangladesch, während sich die Europäer und Amerikaner untereinander dezimierten. So verwunderte es niemanden, daß unter den besten Acht immer erstaunlich viele Kämpfer aus dem Land der aufgehenden Sonne vertreten waren, die sich noch weiter nach oben kämpfen konnten. Dieses Mal waren in jeder Gewichtsklasse achtzehn Kämpfer am Start, davon vier Japaner. Da in Gewichtsklassen gekämpft wurde, fiel der „Gewichtsvorteil“ durch eine „glückliche Auslosung“ für die Japaner diesmal weg, was sich in den Resultaten widerspiegelte.

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Trauerfeier für Mas Oyama
Die Weltmeisterschaften wurden mit den Trauerfeierlichkeiten für den vor drei Jahren verstorbenen Kyokushin Karatebegründer Oyama Masutatsu begonnen. Vor dessen Tod stellte das Kyokushin Karate das weltweit mitgliederstärkste Karate dar. Mit dem Wegfall der Leitfigur setzte der Prozeß ein, der schon von der japanischen Soziologin Nakane Chie in ihrem Werk „Die Struktur der japanischen Gesellschaft“ anschaulich beschrieben wurde: Die bisher so starke Gruppe zerfiel in viele kleine Splittergruppen. Zwar war von Oyama Masutatsu an seinem Sterbebett der Weltmeister der 4. Weltmeisterschaften, Matsui Shokei, als Nachfolger ernannt worden, doch kurz darauf meldete sich die Witwe Oyamas mit dem Einwand Oyama sei von Matsui beeinflußt worden. Seine Ernennung sei nicht rechtmäßig, argumentierte sie und gründete ihre eigene Gruppierung. Danach spalteten sich andere Grüppchen ab, die sich nach einiger Zeit wieder vereinigten, so daß dem einst so mächtigen Kyokushin Karate dasselbe Schicksal zu Teil werden drohte, wie man es schon vom Boxen oder Kickboxen kennt: unzählige Organisationen, die alle ihre Meisterschaften abhalten, und für sich beanspruchen, nur ihre Meister seien die wahren Meister. Mittlerweile haben sich aber im Kyokushin Karate die Verhältnisse wieder eingependelt, und es gibt nur zwei Gruppen: die „Matsui“ Gruppe und die „Witwen“ Gruppe. Daraus resultierend fanden 1995 zwei Weltmeisterschaften statt, und man hatte erstmals zwei amtierende Weltmeister, die beide aus Japan kommen. Rein zeitlich war die „Matsui“ Gruppe aber jedesmal schneller. So auch diesmal: Während die ersten Weltmeisterschaften mit Gewichtsklassen schon abgehalten waren, sind die der „Witwen“ Fraktion erst zwei Monate später dran. Auch ansonsten dürfte die „Matsui“ Gruppe etwas schneller sein. Was Matsui oft angelastet wurde, war sein Alter: Mit 35 Jahren ist er für viele Japaner (und Nichtjapaner) einfach zu jung und unerfahren um Führer einer großen Gruppe zu sein. Dabei ist gerade seine jugendliche Dynamik und seine Abkehr vom teilweise starren Denken Oyamas, welche das Kyokushin Karate in Richtungen tendieren läßt, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. So wurde zum Beispiel von Matsui eine Profiliga gegründet. Um Kyokushin Karate attraktiver präsentieren zu können, wurde die Nähe anderer Gruppen gesucht, wie z.B. zu Ishii Kazuyoshiis Seido Kaikan. Gemeinsame Veranstaltungen sollten organisiert werden. Vorgangsweisen, die für Japaner geradezu als revolutionär betrachtet werden, aber aufgrund von Matsuis Alter durchgeführt werden können. Ob sie den erhofften Erfolg bringen werden, wird man jedoch erst in der Zukunft sehen.

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Harte Damenkämpfe
Und da waren sie also. Vier mal achtzehn Kämpfer und erstmals gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen achtzehn Kämpferinnen, die in den Klassen -65 Kg und + 65 Kg um die Weltmeistertitel antraten. Auch bei den Damen ging es enorm hart zu. Sie standen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Bis 65 Kg konnte sich die Polin Ewa Paulikowska gegen die Brasilianerin Katia Fukuma durchsetzen. Dritte wurde die Japanerin Watanabe Masako. Über 65 Kg hieß die Siegerin Maria Gibilisco aus Australien. Im Finale war ihr Ausnahmekämpferin Gabriella Vid aus Ungarn unterlegen. Auf Platz drei landete Melvi Marin aus Bolivien.

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Favoritensturz in den leichten Klassen
Die besonderen Überraschungen boten die leichten Gewichtsklassen. Bis 70 Kg wurde der Japaner Na-ruse Ryu von vielen als der heiße Favorit gehandelt. Bei den sechsten Weltmeisterschaften hatte er den Technikerpreis erhalten, und nur drei Wochen vor dieser WM hatte er erfolgreich die Prüfung zum dritten Dan inklusive 30 Mann Kumite absolviert. Das Schicksal wollte es jedoch anders. Im Halbfinale traf er auf den starken Polen Piotr Sawicki. Mit blitzschnellen Beinkombinationen konnte dieser Naruse nach Punkten bezwingen, und sich für das Finale qualifizieren. Im Endkampf traf er auf seinen Landsmann Leszek Zgrzebniak. Auch bei der letzten EM in Athen lautete die Finalbegegnung gleich, damals konnte Zgrzebniak den Sieg erringen. Diesmal sollte es anders sein. Während der Europameister einen „power-Kampfstil“ mit vielen Tsukis und Lowkicks bestritt, wußte Sawicki mit guter Beinarbeit und blitzschnellen Ushiro Geris und Ushiro Mawashi Geris Punkte zu sammeln. So war nach der ersten Runde die Entscheidung bereits gefallen. Sawicki wurde zum Weltmeister bis 70 Kg erklärt. Naruse konnte seiner Favoritenstellung noch gerecht werden, und nach seinem Sieg über den Russen Eugeny Prokov den dritten Platz belegen.

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Weitere Überraschungen
Das Favoritensterben setzte sich fort. In der Klasse bis 80 Kg favorisierten alle einen Mann: Den Australier Gary O’Neil. Mit nur 75 Kg war er der Supertechniker bei den letzten Weltmeisterschaften. Ihm gelang es bis auf den sensationellen vierten Platz vorzustoßen. Dabei hatte er Kämpfe gegen Gegner, die im Schnitt zwanzig Kilo schwerer waren als er, zu absolvieren. Dank seiner außerordentlichen Beinarbeit und blitzschnellen Technik war es dem Australier, der seit mehreren Jahren in Japan lebt, gelungen, zu gewinnen. So sagten viele Insider O’Neil den Sieg voraus, wenn noch dazu mit Gewichtsklassen gekämpft wurde. Es schien diesmal nicht so richtig zu klappen. Ob es an der Grippe lag, an der O’Neil nur kurz davor laborierte, oder ob er einfach nur einen schlechten Tag hatte? Irgendwie fehlte es ihm an jener Explosivität, für die er so bekannt ist. So war das Wettkampfgeschehen für ihn vorbei, als er in der zweiten Runde auf den Japaner Kiyama Hitoshi traf. Mit harten Tsukis und Lowkicks konnte der Japaner O’Neil seinen Kampfstil aufzwingen, so daß er nach zwei Verlängerungen zum Sieger erklärt wurde. Der Aufstieg Kiyamas ging weiter. Nachdem er im Halbfinale seinen Landsmann Kidachi Hiroyuki bezwungen hatte, stand er im Finale einem weiteren Kämpfer Nippons gegenüber: Adachi Shinji. Die Entscheidung fiel bereits im Hauptkampf. In den drei Minuten überpowerte Kiyama Adachi völlig, und wurde einstimmig zum Sieger erklärt. Auf dem dritten Rang landete der Brasilianer Marco Da Costa.

Japaner vorne
Auch in der Klasse bis 90 Kg herrschten die Japaner. Ins Finale gelangten Takaku Masayoshi und Horiike Norihisa. Während der Hauptkampf noch ausgeglichen war, übernahm Takaku in der Verlängerung die Initiative und bearbeitete Horiike mit Tsukis und Lowkicks. Das brachte ihm den Erfolg, denn er gewann diese Begegnung klar. Auf dem dritten Platz gelangte ein weiterer Japaner, Sugiyama Fumihiro, der sich gegen den Russen Igor Shumin durchsetzen konnte.

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Favoriten gewannen klar
Danach kam es zur Entscheidung in der Klasse über 90 Kg. Dieser Giganten-Klasse wurde in Japan die größte Bedeutung beigemessen, sind doch die Chancen groß, daß der nächste Weltmeister ohne Gewichtsklassen auch aus dieser Königsdivision stammen wird. Außerdem hegten Japaner immer schon Bewunderung für die „schweren Brummis“, was auch den Erfolg, den der K-1 Zirkus in Japan hat, erklärt. Der klare Favorit war der Brasilianer Francisco Filho. Zu erstem Ruhm kam Filho als er bei der fünften Weltmeisterschaft 1991 Andy Hug spektakulär KO kickte. Bei der sechsten WM konnte er den dritten Platz belegen. Erwartungsgemäß kämpfte der Brasilianer sich problemlos nach vorne. Im Halbfinale traf er auf den Japaner Takao Masaki, der nach 45 Sekunden Opfer eines Mae Geris wurde, und K.o. ging. Somit stand Filho im Finale. Im anderen Pool trafen die beiden anderen Favoriten Nicholas Pettas aus Dänemark und Glaube Feitosa aus Brasilien im Halbfinale aufeinander. Während Pettas, der seit vier Jahren in Japan trainiert, sich auf Lowkicks konzentrierte, lies Feitosa ein Feuerwerk an Techniken los: Kakato Oroshi, Ushiro Mawashi Geris und Mawashi Geris flogen dem Dänen um die Ohren, der tapfer an seiner Linie festhielt. Es kam zur Verlängerung. Aber der Kampfwille Pettas schien wie auf einen Schlag verloschen zu sein, denn so richtig wollte er in der Verlängerung nicht mehr fighten. So begann er, die ersten Treffer durch Feitosas Beintechniken zu kassieren. Nach der Verlängerung war die Entscheidung klar: Das Finale wurde eine rein brasilianische Angelegenheit. Auch hier wußte Filho sich durchzusetzen. Durch den Kampf mit Pettas waren die Beine Feitosas arg in Mitleidenschaft gezogen, was auch Filho wußte, und sich so weniger auf seine spektakulären Beintechniken, denn auf seine Lowkicks verlies. Er sollte recht behalten. Die Finalbegegnung verlief sehr einseitig. Filho gewann klar. Auf Platz drei landete Nicholas Pettas, dessen Gegner Takao zum Kampf nicht mehr angetreten war. Für Filho hat die zukünftige Zusammenarbeit Matsuis mit Ishii einen besonders positiven Aspekt: Für den 29. Juli wurde in Nagoya die Kampfpaarung Filho gegen Hug vereinbart. Ein Revanchekampf der Extraklasse. Allerdings wird er nach Thaiboxregeln ausgetragen, was Filho doch einige Kopfschmerzen, im wahrsten Sinne des Wortes, bereiten dürfte. Durch die Regeln dürfte Hug im Vorteil sein, aber wer weiß, vielleicht kommt alles anders.

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Reportage und Fotos: Horst Kalcher

Wiener WKA Kickboxgala 1997

Sieger mit Hasen

Sieger mit Hasen

Jubel in Wien: Österreich hat wieder einen Weltmeister im Profi-Kickboxen – Gajic siegt durch K.o. Die erste Kickboxgala im neuen Jahr in der österreichischen Bundeshauptstadt war ein größeres Projekt. Neben zwei Titelkämpfen um den österreichischen Titel der WKA im Fullcontact, gab es eine Begegnung, die die Zuschauer besonders in ihren Bann zog. Zeljko Gaijic wollte versuchen, den Weltmeistertitel im Kickboxen der WKA nach Wien zu holen.
Um dies zu erleichtern hatte man ihm den Dänen Brian Talerek gegenübergestellt, nachdem der amtierende Titelhalter, Eugen Valerio, (England) aufgrund einer Verletzung nicht kämpfen konnte, und sein Titel vakant wurde. Daneben gab es ein reichhaltiges Rahmenprogramm und die besonders hübschen Rundengirls Yvette und Victoria.

Czech Power
Wie auf vielen Wiener Galen waren auch diesmal wieder tschechische Kämpfer mit dabei. Rostislav Bednarik konnte sich gegen seinen österreichischen Kontrahenten Milan Glisic klar durchsetzen. Nachdem Glisic in den beiden ersten Runden einmal zu Boden mußte, versuchte er mit aller Kraft die Begegnung noch für sich zu entscheiden. Es half alles nichts. Der Punktvorsprung des Tschechen war zu groß, so daß ihm der Sieg zugesprochen wurde.

Czech Power 2
Mohammed Fahr stieg als nächster gegen den Tschechen Roman Kalocai in den Ring. Fahr, für seinen harten Kampfstil bekannt, konnte schon zu Beginn mit guten Lowkicktreffern den Tschechen das Leben und besonders das Stehen im Ring erschweren. Doch mit seinen Fäusten wußte Kalocai zu treffen. So hatte sich in Runde zwei ein Cut auf Fahrs Stirn geöffnet. Der Ringarzt empfahl, den Kampf abzubrechen. Kalocai konnte es nur recht sein, denn er konnte vor Schmerz kaum mehr auf den Beinen stehen. Auch Fahr war sich dessen bewußt, und wohlwissend, daß nur ein weiterer Lowkicktreffer ihm den Sieg bringen würde, nahm er trotz des ärztlichen Protests den Kampf wieder auf. Der Tscheche konnte sich aber über die Runde retten. Es war klar, daß die nächste Runde die Entscheidung bringen mußte. Entweder traf Fahrs Lowkick oder Kalocais Fäuste. Auf keinen Fall würde dieser Kampf über die volle Distanz gehen. Und so war es auch. Fortuna war den Tschechen hold und lies ihm mit seinen Fäusten den Cut auf Fahrs Stirn weiter öffnen, was den Ringarzt dazu brachte, den Kampf abzubrechen.

Pittbulls im Ring
Markus „Mad Dog“ Martinz stand als nächster Miroslav Pilica gegenüber. In diesem Kampf nach Fullcontactregeln war keiner der Kämpfer gewillt auch nur einen Schritt nach hinten zu gehen. Beide Kämpfer konnten nicht als Kicker zu bezeichnet werden, und so waren die fünf Runden von zahlreichen Infightaktionen geprägt. Letztlich konnte Piplica aber die klaren Treffer erzielen, und so wurde ihm der Sieg zugesprochen.

Promoter fightete um Titel
Veranstalter Ronny Hitz hatte diesmal eine Doppelrolle als Promoter und Kämpfer. Aber es sollte nicht irgendein Kampf sein, sondern um den österreichischen Titel im Fullcontact (WKA) gehen. Als Gegner war ursprünglich Bozo Starcevic geplant. Der sagte nur wenige Tage vor der Veranstaltung ab, so daß ein Ersatzgegner gefunden werden mußte. Jaroslav Gryc vom Octagon Pro Gym stieg als Ersatz in den Ring. Nach Abtasten in den ersten Runden ging es ab Runde drei richtig los. Während Hitz versuchte mit seinen Drehkicks den entscheidenden Treffer herbeizuführen, konnte Gryc mit seinen Fäusten und Roundkicks zum Kopf punkten. Die Doppelbelastung Veranstalter/Kämpfer war für Hitz nicht das Beste, denn in Runde vier erwischte ihn einer dieser Roundkicks zum Kopf. Der Ringarzt lies den Kampf abbrechen. Somit ging der Sieg und der Titel an Jaroslav Gryc vom Octagon Pro Gym.

Powerfight um nächsten Titel
Der nächste Kampf sollte zum Besten des Abends werden. Wieder ging es um einen österreichischen Titel im Fullcontact der WKA. Diesmal zwischen Thomas „Tattoo“ Hengstberger und Josef Brayer. Für Hengstberger bedeudete dieser Kampf eine Rück-kehr zu seinen Wurzeln, kämpfte er doch in letzter Zeit hauptsächlich mit Lowkicks. In dieser Disziplin konnte er den Intercontinental Titel der WKA erkämpfen. Für Brayer, IASKA Vize-Weltmeister im Fullcontact 1995, sollte dies der letzte Kickboxkampf werden. Danach möchte er eine Karriere als Profiboxer einschlagen. Auf jeden Fall war es ein prestigeträchtiges Match zwischen den beiden Besten, die Österreich im Fullcontact-Kickboxen zu bieten hat. Die beiden Akteure waren sich voll der Tragweite dieser Begegnung bewußt, und so ging es gleich gut zur Sache. Hengstberger konnte gleich von Anfang an mit seinen Jabs und seinen Frontkicks gute Akzente setzen und so den Rhytmus Brayers stören, der trotz seines beweglichen Stils versuchte mitzuboxen. In den ersten Runden konnte Hengstberger sich klar durchsetzen, obwohl Brayer mit seinen Beinen gefährlich war. Ein Drehschlag Brayers schlug in Runde drei voll an Hengstbergers Kopf ein, und lies dessen Angriffe kurz ins Stocken geraten. Doch er fing sich schnell wieder, und setzte seine Angriffe erfolgreich fort. In der fünften Runde drehte Brayer auf. Er konnte Thommy „Tattoo“ mit Haken gefährlich in Bedrängnis bringen.Die war nur ein kurzes Aufflackern, denn gleich darauf konnte Hengstberger wieder mit Jabs und Frontkicks die Initiative übernehmen. Der Gong zur siebten Runde läutete, und beide Kämpfer stürmten aus ihren Ecken um sich mit allem, was sie noch hatten zu bekriegen, schöne Kombinationen und harte Schläge galt es einzustecken. Dann der Schlußgong. In der Halle wurde es still, während das Schiedsgericht die Punktzettel auszählte. Das Ergebnis war knapp, aber mit 2:1 Stimmen wurde der Sieg an Thommy „Tattoo“ Hengstberger gegeben, der seinem WKA Intercontinental Titel nun auch noch den Österreichischer Meistertitel der WKA hinzufügen darf. Ein Umstand, der sicher auch auf seinen neuen Trainer zurückzuführen ist. Nach zehn Jahren Australien, wo er bei Dana Goodson, dem Trainer von Stan Longinidis, die hohe Kunst des Kickboxens erlernt hatte, war Hubert „The Dutchman“ Hofer wieder in die steirische Heimat zurückgekehrt, um so dem österreichischen Kickboxen Auftrieb zu verschaffen. Von diesem Duo wird man in Zukunft sicher noch hören.

WM Titel für Еsterreich
Für Zeljko Gaijic ging es um den Weltmeistertitel der WKA. Sein Gegner sollte der Brite Eugene Valerio, der amtierende Titelhalter, sein sollen. Aufgrund einer Verletzung konnte der Champ nicht kämpfen, womit sein Titel vakant wurde. Dies wurde von den Veranstaltern ausgenutzt, um den Dänen Brian Talerek, die Nummer neun der Weltrangliste, für den Titelkampf einzufliegen. Talerek war sechsfacher dänischer Meister im Kickboxen , nicht schlecht. Nach Abspielen der Nationalhymnen konnte es zur Sache gehen. Die ersten Runden lies Gaijic sehr verhalten angehen. Talerek machte die ganze Arbeit, Lowkicks und Kicks zum Kopf, während der Österreicher sich auf Blocken und zu Warten beschränkte. Bald hatte die österreichische Seite herausgefunden, daß Talerek zwar ein passabler Kicker war, aber von Boxen nicht viel verstand, was Gaijic als hartem Puncher nur recht sein konnte. Ab Runde fünf drehte er auf. Eine rechte Gerade fand ihren Weg durch Talereks Deckung, er ging zu Boden wurde angezählt, konnte sich aber über die Runde retten. In Runde sechs sah Gaijic, daß seine Taktik aufging. Immer mehr bedrängte er den Dänen mit seinen Fäusten, der den Rückwärtsgang einlegen mußte und in der Ecke festgenagelt wurde. Dort nutzte Gaijic seine Chance, eine links-rechts Kombination schlug voll bei Talerek ein, und schickte ihn ins Traumland. Somit stand Zeljko Gaijic als neuer Weltmeister fest. Nachdem ihm von seiner Frau und seinen Betreuern gratuliert wurde, brach in der Halle die große Euphorie aus. Viele der Zuschauer drängten zum Ring um dem neuen Weltmeister zu gratulieren. Auch auf dem Gesicht von Veranstalter/Kämpfer/WKA Repräsentant Hitz war trotz seiner Niederlage ein Lächeln zu sehen. Ein Weltmeistertitel ist doch etwas besonderes, vor allem in Österreich.

caption id=“attachment_351″ align=“alignleft“ width=“225″]Kicksider mit Elvis Presley KICK August 1997[/caption]
Dieser Bericht ueber eine WKA Gala in Wien erschien in der KICK Ausgabe Juli/August 1997. Verfasser und Fotograf: Horst Kalcher.

Sidekick zum Kopf

Kickboxen in Brno

Lobos Suda kickboxer

Wieder war es Zeit für ein Gala in der Tschechischen Republik, diesmal jedoch nicht wie gewohnt in der Hauptstadt Prag sondern in Brünn. Wieder einmal boten Igor Jushko und seine OKKO Promotion dem anwesenden Publikum im ausverkauften Bobys Centrum Kickboxen vom Feinsten.

Israelisches Thaiboxen
Den Anfang bestritt der WAKO-PRO Europameister aus Kroatien, Marko Zaja. Sein Gegner war der Israeli Oren Ratson. Von Israel hört man in den Weltnachrichten genügend, nur auf der Kickboxlandkarte stellt es bislang einen der wenigen großen weißen Flecke dar. So war man gespannt, was es mit dem israelischen Thaiboxen auf sich hatte. Die Überraschung war groß. Gute, saubere Techniken und ausgeklügelte Kombinationen überraschten nicht nur das Publikum, sondern vor allem Marko Zaja. Er versuchte mit seinen harten Fäusten und seinem Lowkick den Kampf zu bestimmen, was Ratson aber nicht zuließ. Immer wieder drängte er dem Kroaten den Clinch auf, wo er die besseren Treffer landen konnte. Wann immer Zaja versuchen wollte mit seiner rechten Geraden vernichtend durchzukommen, war der Israeli schon in den Clinch übergegangen, wo er Zaja bei weitem überlegen war. Nach Ablauf der fünf Runden hatte dies auch den Ausschlag gegeben: Oren Ratson wurde zum einstimmigen Punktesieger erklärt.

Sidekick zum Kopf

Routinier zerstoert
Der Engländer Eugene Valerio ist im Ringgeschäft schon ein alter Fuchs. Diesmal sollte er es mit einem brandgefährlichen Gegner zu tun bekommen: dem Niederländer Wahid Wennekes, amtierender Europameister der ISKA im Thaiboxen. Wennekes tat von Anfang an, wie ihm aus seiner Ecke von Andre Mannaart und Lex Kristel gerufen wurde, und trat Lowkick, was das Zeug hielt. Darüber hinaus konnte er mit den Fäusten schöne Treffer landen. Valerio konzentrierte sich auf seine knallharten Halbkreiskicks zum Körper, die immer wieder den Weg durch Wennekes Deckung fanden. Schon in der zweiten Runde mußte der Engländer nach einem Kick zum Kopf angezählt werden. Der Holländer nutzte seine Chance und setzte mit Fäusten und harten Lowkicks nach, die immer öfter in Valerios Beine einschlugen. Ab Runde drei hatte Valerio schon sichtlich Probleme mit der Luft. Er mußte harte Treffer einstecken. Dasselbe in Runde vier. Immer mehr konnte der Niederländer den Kampfverlauf bestimmen, während Valerio nur zaghafte Gegenwehr leistete. In Runde fünf war alles vorbei. Nachdem der Engländer wieder eine Rechte eingefangen hatte, kam aus seiner Ecke das Handtuch geflogen. Sieger durch Aufgabe: Wahid Wennekes vom Shima Gym.

Rundengirl Kickboxen

Russischer Kämpfer zerstört
Juri Bulat kämpfte als nächster gegen den Belgier Jenzi Vorgas, EM der WAKO PRO. Gleich von Beginn an setzte der Belgier mit seinen Händen gute Akzente und konnte schöne Treffer landen. Diesmal war es die russische Seite, die versuchte, mit Lowkicks und Clinchen den Kampf zu machen. Aber irgendwie wollte es Bulat nicht so recht gelingen. Immer wieder kam Vorgas mit seinen Fäusten durch. In Runde drei hatte er endgültigen Erfolg damit. Die Nase des Russen war gebrochen, und der lies sich nach einem harten Treffer auszählen.

Lokalmatador siegte wieder
Lubos Suda ist der tschechische Nationalheld und ISKA Europameister im Fullcontact. in der gegenüberliegenden Ecke stieg diesmal der Pole Tomaz Jacuzek als Gegner in den Ring. Von Anfang an machte Suda klar, daß für ihn vor heimischen Publikum nur ein Sieg in Frage kommt. Doch der Pole hatte noch ein Wörtchen mitzureden, vor allem im boxerischen Bereich. So konnte er Suda zu Anfang den Infight aufdrängen, und dem Tschechen keine Chance geben, seine gefährlichen Kicks auszupacken, für die er bekannt ist. Bis zur Runde fünf konnte man nur wenige Kick bewundern. Dann konnte Suda immer mehr seinen Stil entfalten. Er begann mit guten Roundkicks zum Kopf, was sich positiv auf den Punktzetteln niederschlug. Immer mehr kam Suda auf, und konnte das Kampfgeschehen ganz in seine Hand nehmen. Bei einem kurzen Aufflackern Jacuzeks in der sechsten Runde zog sich der Tscheche zwar eine Cut-Verletzung über dem rechten Auge zu, was ihn aber nicht davon abhielt, weiter seine Roundkicks auf den Polen abzufeuern. Der Pole bekam langsam Probleme mit der Luft. Nach den sieben Runden war die Entscheidung klar: der Punktesieg ging an Lokalmatador Lubos Suda.

Runden Girl Boxring

Auch Israel II erfolgreich
Danach war es wieder an der Zeit, daß die Israelis zeigten, was sie konnten. Francis Itay stand dem Russen Sergej Karpin gegenüber. Der Israeli konnte wie sein Landsmann zuvor mit guten technischen Kombinationen Punkt um Punkt für sich sammeln, so daß er am Ende als Sieger den Ring verließ.

Weltmeister erfolgreich
Jurij Krivorucko, WKA Weltmeister im Kickboxen, war der Gegner des Kroaten Kutlesa. Dieser konnte zu Anfang mit harten Lowkicks und seinen Fäusten Druck machen, während Krivorucko sich Anfangs noch zurückhielt. Erst ab Runde vier des auf sieben Runden angesetzten Kampfes erwachten in ihm die Lebensgeister. War es bis dahin der Kroate gewesen, der ausgeteilt hatte, war nun Krivorucko an der Reihe. Mit starken Boxtechniken setzte er Kutlesa unter Druck, und konnte auch mit seinen Lowkicks punkten. Immer wieder konnte er den Kroaten in die Ecke treiben, wo es für Kutlesa brandgefährlich wurde. Nur mit Mühe konnte sich Kutlesa aus den brenzligen Situationen befreien und versuchen, seinerseits mit Lowkicks den Kampf herum zu reißen. Allerdings nur um weitere Faustschläge Krivoruckos zu kassieren, der nun der Führende im Kampf war. So sahen es auch die Punkterichter und sprachen ihm den Sieg zu.

Sinissa Andreasevic

Neuer WM Titel für Andrejasevic
Der Kroate Sinisa Andrejasevic derzeit Weltmeister im Fullcontact und Thaiboxen wollte seiner eindrucksvollen Sammlung einen weiteren Titel hinzufügen. Gegen den Franzosen David Cloart ging es in zwölf Runden um den WKA Fullcontact WM Titel bis 83 Kilo. Wer Andrejasevic kennt, wußte, daß sicher nicht über die volle Distanz gekämpft werden würde. Wie immer lies es der Kroate in der ersten Runde verhalten angehen und lies den Franzosen mit seinen Sidekicks und Roundkicks arbeiten. In Runde zwei war es aber schon soweit. Nach einem wilden Rush von Andrejasevic fand sich der Franzose in den Seilen und kurz darauf am Ringboden wieder. Doch so schnell gab Cloart nicht auf. Wieder stellte er sich dem Kampf und versuchte nun mit Sidekicks ein paar Punkte zu sammeln. In Runde drei wiederholte sich die Szene erneut. Wieder setzte Andrejasevic den Franzosen unter Druck, drängte ihn in die Seile. Diesmal traf seine Rechte besser – Cloart blieb besinnungslos am Boden liegen. Während der Ringarzt sich um den Franzosen kümmerte, lies sich Andrejasevic von seiner Ecke feiern. Sein Ziel hatte er erreicht: Der Sieg und der Titel war sein, und auch das Publikum hatte gesehen, was es wollte. Aber nicht nur auf Andrejasevics Gesicht zeigte sich ein Lächeln. Auch Veranstalter Igor Jushko konnte die Freude über eine gelungene Gala nicht verbergen.

Kicksider mit Elvis Presley

KICK August 1997


Dieser Bericht ueber eine WKA Gala in Brno erschien in der KICK Ausgabe Juli/August 1997. Verfasser und Fotograf: Horst Kalcher.

Elvis mit Meister Khang Ree

Elvis Presley Karate

Khang Rhee und Elvis Presley

Elvis Presley (re.) mit Meister Kang Rhee

Der 16. August 1997 markiert den 20. Todestag des berühmtesten Rocksängers aller Zeiten: Elvis Presley. Nur noch wenige wissen, daß der „King“ ein hochgraduierter Schwarzgurtträger im Kenpo-Karate-System war. In den siebziger Jahren zeigte er großes Engagement beim Verbreiten dieser Sportart, die direkt hinter seiner Musik das wichtigste war, und dem neuen Fullcontact. Unser Mitarbeiter John Corcoran hat bereits in zahlreichen US-Publikationen Presleys Liebe zum Karate dokumentiert. Für KICK recherchierte er eine neue Dokumentation mit allen Fakten über Elvis Presley und seine enge Verbindung zum Kampfsport.


Elvis Presley, der unsterbliche Star, brachte unserer Welt das Rock`n`Roll-Fieber, sein Lebensstil wurde durch außerordentliche Größe bestimmt. Seine einzigartige Stimme brachte die Herzen der Frauen zum Schmelzen, seine Songs erklommen die Spitzen der Charts. Eine halbe Milliarde Schallplatten hatte er bis zu seinem Tod am 16. August 1977 verkauft. Laut RCA, seiner Plattenfirma, stieg die Zahl im September 1984 auf eine Milliarde, mehr als jeder andere Einzelinterpret oder jede Gruppe je verkaufen konnten. Am ehesten kamen immer die Beatles an seine Erfolge heran, doch in den meisten Kategorien belegten sie hinter Elvis nur Rang zwei. Bis 1977 erhielt Presley 127 Goldene Schallplatten, eine für je eine Million verkaufte Scheiben. Laut den Eintragungen im Guinessbuch der Rekorde übertraf er damals alle Sänger.
Sein bekanntes Konzert 1973 „Elvis: Aloha from Hawaii“ verfolgten über eine Milliarde Menschen weltweit live am Fernsehen. Das waren mehr Zuseher als die erste Mondlandung. Der „King“ spielte in 33 Filmen die Hauptrolle, wobei die erfolgreichsten drei rund 36 Millionen Dollar allein in den USA und Kanada einspielten. Zu einer Zeit als die Schauspieler noch nicht soviel verdienten strich er für jede Hauptrolle mindestens eine Million Dollar ein.
Neben diesen ungewöhnlichen Zahlen, wurde er als Träger des 8. Dan im Karate bekannt. Im Vergleich zu den schwindelerregenden Zahlen, die unumstritten seinen Erfolg im Showbusiness belegen, stellt diese Graduierung sicher seinen kleinsten Verdienst dar. Man kann sagen, er ist der am höchsten graduierte Prominente, man kann sogar sagen, er war der berühmteste Mensch, der Karate betrieb.

Bill Wallace Elvis Presley

Der King mit Fullcontact-Champ Bill „Superfoot“ Wallace, mit dem er drei Wochen zusammen trainierte

Was auch immer man über Elvis Presley sagen konnte, Karate war immer ein Teil von ihm. Es war auf der einen Seite die Basis für sein Image als Macho, auf der anderen Seite spielten die Sportler eine große Rolle in seinem Leben. Wie er es bereits mit seinem „Boogie-and-Blues“ Rhythmen geschafft hatte, verhalf er dem Karate zu Anschaulichkeit in der Öffentlichkeit. Er tat dies schon sehr früh, rund ein Jahrzehnt bevor Bruce Lee zur Kampfsportlegende wurde.
Erst mit seinem Tod endete die Hingabe für das Karate, daß während seiner Lebzeit nur von seinen Freunden und Bodyguards sowie einige wenige Kampfsportler, die trotz der intensiven Abschirmung, mit ihm zusammen kamen. Es ist eine Tatsache, daß es in der Karriere des Superstars Elvis Presley nur vier Dinge gab, die allgegenwärtig waren: Musik, Geld, sein Manager Colonel Tom Parker und seine Leidenschaft für das Karate.
Es ist mehr als nur legitim, wenn wir zu seinem 20. Todestag, die Wahrheit über seine Verwicklung, Leidenschaft und Einfluß um das Karate dokumentieren. Presleys erstes Interesse für den Kampfsport wurde geweckt, als er 1958 in Fort Hood eine Demonstration von Judo oder Jiu-Jitsu beobachtete. Laut Joe Esposito, Presleys langjährigem Tourmanager, der ihn in der Armee kennenlernte, war es die Lektüre eines Karatebuches, welche ihn zum Karate brachte. Elvis war damals als Soldat in Friedberg im Taunus stationiert. Wenn man den Erinnerungen Espositos glaubt, dann muß es sich bei der Lektüre entweder um Mas Oyamas erstes Buch „Was ist Karate“ oder um eine Story über Oyama im US-Magazin Black Belt gehandelt haben.

Trotz groІer Bekanntheit, lieІ Elvis sich nur selten beim Karatetraining fotografieren. Dieses Foto entstand im Taekwondo Institut von Memphis.

Trotz groІer Bekanntheit, lieІ Elvis sich nur selten beim Karatetraining fotografieren. Dieses Foto entstand im Taekwondo Institut von Memphis.

In seinem 1994 veröffentlichten Buch „Good Rockin‘ Tonight“ schrieb Esposito, daß Elvis seinen Freund Lamar Fike fragte, ob er einen Karatelehrer kannte. Dieser Mann, der erste formelle Sensei von Elvis, war der Shotokan-Stilist Jürgen Seydel, bei dem er 1958 in Bad Nauheim mit dem Training begann. Dazu Esposito: „Karate gab ihm das Selbstvertrauen, das ihm als Kind fehlte.“ Während eines kurzen Aufent- haltes in Paris trainierte Elvis unter Tetsugi Murakami, einer der ersten Karatelehrer in Europa. 1960 verbrachte Elvis einmal neun Tage in Folge in Paris. Jeden dieser Tage nutzte er, um mehrere Stunden mit Murakami zu trainieren. Weitere zahllose Trainingsstunden verbrachte er mit Rex Mansfield, einem anderen US-Soldaten, der mit ihm in Deutschland stationiert war.

Besessen vom Karate
Elvis war gelinde gesagt von Karate besessen. In seinem o.e. Buch schrieb Esposito ferner: „Obwohl wir viel Spaß hatten, wirkte Elvis oft etwas verschlossen, teilweise richtig angespannt. Er wollte seine Knöchel für Bruchtestübungen abhärten. Oft unterbrach er seinen Monolog um mit der Faust gegen die Wand oder einen harten hölzernen Gegenstand zu schlagen. Es war die Geschichte des Mas Oyama, die ihn dazu inspirierte. An einem Abend hat er uns über diesen Meister erzählt, der so gut war, daß er einem wütenden Bullen die Hörner mit seinen Händen abschlagen konnte. Elvis sagte: ‚es ist egal, ob das wahr ist oder nicht – aber ich will so gut werden‘.“

Elvis mit Meister Khang Ree

Elvis mit Meister Kang Rhee

Seinen ersten Dan erhielt Elvis 1960 in Memphis, Tennessee, unter Hank Slemansky aus den Shito Ryu. Slemansky unterrichtete u.a. Dan Inosanto, den späteren Musterschüler von Bruce Lee. Er verstarb Mitte der sechziger Jahre bei einem Militäreinsatz in Vietnam. Was immer es gewesen sein mag, das Elvis am Karate so ausserordentlich begeisterte, sprang auf alle anderen über, die mit ihm trainierten. Seit er mit dem Training begonnen hatte suchte und fand er Freunde, die den Enthusiasmus mit ihm teilten.

Karate im Film
Obwohl seine 33 Filme wenig da-zu geeignet waren, ihn als Schauspieler berühmter werden zu lassen, taugten sie allemal dazu, das Karate zu verbreiten. Er bestand einfach darauf, in seinen Filmen die Techniken aus der asiatischen Kampfform zu demonstrieren. Elvis hatte die Auffassung, daß der Gebrauch seiner Karatekenntnisse einen einzigartigen Charakter beinhaltete, wenn er Kampfszenen spielen mußte. Damals war er einer von vielleicht gerade mal 100 Amerikanern, die Kenntnisse auf dem Level eines Schwarzgurtes besaßen.

Ohne Anerkennung
Nach allen Berichten, die vorliegen, läßt es Elvis zu einem Pionier des Karate in der westlichen Welt aufsteigen. Für seine Bemühungen erhielt er nie eine Anerkennung, die seinen Verdiensten gerecht werden könnte. Dabei gab es durchaus Zeiten, als er sich über eine Auszeichnung gefreut hätte. Einfach gesagt, die Kampfszenen waren damals rauh und ohne Zauber im Vergleich zu den wendigen und fortgeschrittenen Auftritten von Bruce Lee zu Beginn der siebziger Jahre. Alle Kampfszenen waren gleich grausam, bis auf die mit Elvis Presley, sie blieben den Leuten in Erinnerung.

Technik auf Schwarzgurt-Niveau
In seiner Jugend war Presley in hervorragender Form, seine Techniken sollen herausragend gewesen sein, wenn man Augenzeugen von damals glaubt. Er war selbstbewußt genug, Millionen Menschen vor dem Fernsehgerät in seinen Bann zu ziehen. Dabei zeigte er gerne seine Techniken bei Konzerten oder anderen Auftritten. Um sein Hobby mit seinen Freunden zu teilen, half er den Stil seinem Bodyguard Red West und seinem Cousin Sonny West beizubringen. Später wurden sie seine Sparringpartner bzw. seine „Fall Guys,“ die in Filmszenen als Opfer mit ihm arbeiteten, wenn es darum ging, seine Schläge vor der Kamera zu verdauen.

Black Belt Urkunde

Elvis erhaelt eine Urkunde des koreanischen Meister Kang Rhee vom Memphis Institut (heute bekannt als „Black Belt Bureau“)

Zu dieser Zeit pflegte Red West eine Freundschaft mit dem Schauspieler Robert Conrad, einem Schwarzgurt im amerikanischen Karatesystem Kenpo. Durch seine Freundschaft, wurde West oft als als Stuntman in dessen Serie „Wild, Wild West“ engagiert. Wenn die Serie heute wiederholt wird, kann man im Abspann Reds Namen lesen. Zu dieser Zeit begann Presley seine Bruchtests regelmäßig vorzuführen, z.B. um sich bei Drehpausen zu Filmarbeiten die Langweile zu vertreiben. Damit präsentierte er erstmals einen sensationellen Aspekt des Karate in der Öffentlichkeit.

Traumprojek „The New Gladiators“
Sein Lieblingsobjekt war ein Dokumentarfilm über das Karate, den er 1974 drehte. Der Film erhielt den Namen „The New Gladiators,“ wurde jedoch bis heute nicht veröffentlicht. George Waite, ein Kenpo Schwarzgurtträger und Schüler von Ed Parker, hatte sich das Konzept ausgedacht. Parker war es, der ihn mit Elvis zusammenbrachte. Der Film handelte über das Karate, die Kämpfer und authentische Wettkämpfe. Elvis bot seine volle finanzielle Unterstützung an, weiter war eine Hauptrolle mit ihm im Gespräch und seine Stimme als Moderator. „The new Gladiators“ konzentrierte sich schließlich auf Aufnahmen von vier Turnieren. Zwei davon fanden in Europa statt, Teamkämpfe amerikanischer Fighter gegen Briten, bzw. Belgier. Die anderen beiden Turniere waren die Invitational Championships der Urquidez Brüder in Beverly Hills und die Western Pro-Am in Oakland, Kalifornien. In der Zwischenzeit erkrankte Elvis, laut Waite, später starb er.

Seltene Aufnahmen
Wie man weiß, nahm Presley ab 1975 stark zu, bis zu 100 Kilo soll der sonst so drahtige Sänger gewogen haben. Kurz davor konnte Waite noch Material von Elvis im Memphis Karate Institut, das von Bill Wallace und Patrick Wrenn geführt wurde, zusammenstellen. Darüber gibt es eine kleine Geschichte: Am 8. Januar 1975 wurde Elvis 40 Jahre alt. Es gab eine Titelgeschichte in „People,“ einer großen US-Zeitschrift mit Millionenauflage. Presley erlaubte es für gewöhnlich nicht, daß man während seines Karatetrainings fotografierte, es gab nur wenige Ausnahmen. Das war eine der wenigen Ausnahmen. Natürlich nutzte dieser Artikel über das Training von Elvis dem Image des Karate in den USA. Anwesend bei den Aufnahmen waren Bill Wallace, Fred Wrenn, die Wests und Dave Hebler, ein weiterer Bodyguard und Schwarzgurt im Kenpo Karate.

Training mit Bill "Superfoot" Wallace

Gemeinsames Training: Elvis und Bill Wallace

Waites Kameramann belichtete zwei 20-minütige Filmrollen. Es ist das einzige authentische Vermächtnis seines Karatetrainings mit dem King. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie wertvoll diese Aufnahmen sind, wenn man weiß, daß Sammler bereit sind, für einen unbedeutenden Teil seiner Kleidung 1.500 Dollar auf den Tisch zu blättern.
Waite sagte 1977 in einem Interview, „The New Gladiators war eine Sache, die Elvis bereits seit vielen Jahren verwirklichen wollte, praktisch schon seit seiner Zeit in Deutschland. Er wollte eine wahre Dokumentation bringen, nicht etwa einen Film mit Bruce Lee Charakter und hohen, schnellen Kicks. Er wollte zeigen, wie es zugeht auf der Kampffläche, eine Sache die nur Schwarzgurte wirklich erfahren. Es gab Filmemacher, die sich die Aufnahmen nach seinem Tod mit der Absicht es auszuschlachten angesehen haben. Ich war daran nicht interessiert. Ich wollte mich nicht wie eine Hure fühlen und den Tod eines Freundes zum Geldverdienen benutzen. Ich würde den Film gerne so zeigen, wie Elvis es sich gewünscht hätte.“ „The New Gladiators“ blieb bis heute unveröffentlicht. Nur ungefähr zehn Sekunden von Waites Aufnahmen wurden 1981 in der 90-minütigen Kinobiografie „Elvis“ ausgestrahlt.

Karate on stage
Zum ersten Mal integrierte Elvis seine Karatetechniken und Tanzbewegungen in einer Weihnachtsshow auf NBC, einem der drei großen US-TV-Sender, in einem Sketch über „Big Boss Man.“ Die begleitende Tanzcombo vereinte die stechenden Karatekicks Presleys mit weichen rhythmischen Tanzbewegungen. Seither verbinden viele Karateexperten die beiden Künste für Liveshows und Fernsehauftritte. Elvis war der erste, der die einzigartige Ästhetik in der Verbindung beider Künste erkannte und umsetzte.
Nach einer neunjährigen Konzertpause trat Elvis 1969 erstmals wieder live auf. Die Premiere fand im Hilton Hotel in Las Vegas statt. Seine Konzerte boten ihm eine ideale Spielwiese für sein Lieblingshobby. Elvis begann, Techniken aus dem Karate in seine Bewegungen einzubauen. Seine ihm eigene Art sich zu bewegen und die Massen zu begeistern, hatte unübersehbare Wurzeln aus dem Kampfsport hinzugewonnen. Die neue Choreographie war ein überwältigender Erfolg. Dank des Kings bekam das Karate einen massiven Schub nach vorne. Seine Vorführungen waren für die Sportler Millionen Dollar wert – und dabei mußte kein Kampfsportler auch nur einen Pfennig für diese tolle Werbung bezahlen.

Die Rolle des Karate in einer gescheiterten Ehe
Zurück in Deutschland, während der letzten Tage seiner Statio- nierung für die US Army, traf er Priscilla Beaulieu, die bildhübsche Tocher eines Air Force Piloten. Elvis und Priscilla heirateten 1967 in Las Vegas nach einem langwierigen und von den Medien hochgehaltenen Gerichtsverfahren. Von persönlichen Problemen zerrissen wurde die Ehe bereits 1972 geschieden. Das Karate spielte eine wesentliche Rolle in der Trennung der Eheleute Presley, denn Priscilla verließ Elvis wegen Karate Champion Mike Stone aus Los Angeles. Das verdeutlicht selbst für Nichtkampfsportler die wesentliche Rolle, die das Karate im Leben des Superstars spielte.

Elvis mit Karate Kick

In Drehpausen trainierte der King seine Karate Kicks

Ein Teil der Flitterwochen verbrachte das frisch vermählte Paar 1967 auf Hawaii, wo sie einen Wettkampf besuchten, der von Ed Parker veranstaltet wurde. Es war das einzige Turnier, auf dem Elvis als unangekündigter Gast auftrat. Sein zweiter Auftritt scheiterte 1973 an den Veranstaltern, die mit „erleben sie Elvis live,“ ihren Wettkampf ankündigten. Er blieb den kalifornischen Karatemeisterschaften einfach fern. Er mußte sich zurückhalten, denn sein Auftreten verursachte große Menschenaufläufe, was nur mit strengen Sicherheitsvorkehrungen zu bewältigen war. Mike Stone gewann das besagte Turnier auf Hawaii und Elvis überreichte ihm damals den Pokal. 1972 trafen sich die beiden in Las Vegas wieder. Elvis hatte einen Auftritt, Stone arbeitete als Bodyguard für den Schallplattenproduzenten Phil Spector, der seit den sechziger Jahren als Vorreiter der neuen Popmusik galt.

Priscilla verliebt sich in Karate Champ Mike Stone
Beim Konzert stellte Elvis zwischen seinen Songs Spector und Stone dem Publikum vor. Er lud sie ein, hinter die Bühne zu kommen. Nachdem Spector ging, lud er Stone auf seine Penthouse Suite ein, wo sie die ganze Nacht über ihr gemeinsames Hobby diskutierten. 1986 veröffentlichte Priscilla das Buch „Elvis and Me,“ in dem sie ausführt: „Später am Abend forderte Elvis mich auf, mit Mike zu trainieren. Er hatte diese Killer-Qualitäten. Nichts, was auf zwei Beinen stand, konnte ihn besiegen. Ich habe ihn bereits beeindruckt, als er mich das erste Mal sah. Er ist ein richtig böser Junge – ich mag seinen katzenhaften Stil.“ Priscilla hatte bereits unter Ed Parkers Leitung dreimal die Woche privaten Unterricht genommen. Später trainierte sie in Memphis, um bei Kang Rhee das koreanische Taekwondo zu lernen. „Ich lernte schnell, daß mehr dahintersteckte als Gewalt,“ erklärt sie, „es ist eine Philosophie.“ Zurück in Los Angeles rund drei Wochen nach diesem ersten Treffen in Las Vegas nahm Priscilla die 45-minütige Autofahrt auf sich, um Stone in Huntington Beach beim Training zuzusehen. Aufgrund der großen Entfernung zog sie es jedoch vor in der Schule von Chuck Norris (lange vor seiner Schauspielkarriere) direkt in Las Vegas zu trainieren. Mike Stone fuhr gelegentlich in Chucks Dojo, wo er mit ihr übte. „Mike strahlte Selbstvertrauen aus, er hatte Stil und Charme. Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft,“ schreibt sie weiter.

Turnierbesuche mit Stone und Norris
Stone und Norris stellten Priscilla die populären japanischen Kultfilme wie „Blind Swordsman“ vor. „Mit Mike besuchte ich Karate Turniere vor Ort und ihn benachbarten Landkreisen. Ich filmte und fotografierte einige top Karatekämpfer. Ich wollte ihren individuellen Stil einfangen um sie Elvis zu zeigen. Ich hoffte, daß wir beide unseren Spaß daran haben würden. Schließlich schuf ich mir einen neuen Freundeskreis, unter denen ich mich akzeptiert fühlte.“
Priscilla trainierte bis zum grünen Gürtel. Durch ihre hohe Flexibilität und Beweglichkeit, die sie in Tanzstunden erarbeitet hatte, sowie ihre natürliche Grazie führte sie bemerkenswerte Katas aus, die sie weit über dem Durchschnitt ihrer Gürtelfarbe demonstrierte. „Ich war vom Karate so besessen wie Elvis,“ schreibt sie. „Jetzt konnte ich Elvis verstehen. Es war das Erreichen von Vertrauen und das Meistern der eigenen Körperbewegungen. Die Martial Arts haben mir soviel Selbstvertrauen und Bestätigung gegeben, daß ich meine Gefühle neu erlebte und meine Stimmung ausdrücken konnte wie nie zuvor.“ Die Beziehung zwischen Priscilla und Stone wurde romantisch. Der Vorhang zur Bühne der populärste Scheidung in der Geschichte des Showbusiness wurde hochgezogen.

Ed Parker Connection
Ed Parker (1939-1990) ist der Kampfsportler, der den größten Einfluß auf Elvis ausübte. Parker traf den Sänger 1960 erstmals im Beverly Wilshire Hotel in Beverly Hills. Elvis hatte eine Demonstration von ihm in der Hotellobby gesehen und traf ihn darauf. 1978 sagte Parker in einem Interview: „In seiner Zeit in der Armee hatte Elvis einen sehr steifen Stil erlernt, ihm gefiel die Flexibilität des Kenpo.“ Aus diesem Treffen erwuchs eine Freundschaft sowie die Beziehung von Meister und Schüler. „Er trainierte mit mir ab und zu,“ sagte Parker, „von unserem ersten Treffen bis kurz vor seinem Tod.“


Parkers Beweglichkeit fasziniert
Parker agierte als Berater Presleys, wenn es um Ratschläge in Sachen Karate ging. Außerdem schaute er nach Sportlern, wann immer er die Gelegenheit dazu hatte. Dave Hebler und George Waite waren Schüler von Parker, sie erhielten durch ihn die seltene Gelegenheit, die nur einem von einer Million zuteil wurde, den King persönlich kennenzulernen.
Elvis war fasziniert von Parkers beweglichem Karate Stil. Seine dynamischen Selbstverteidigungs-Übungen und die Art seines Unterrichts gefielen dem King. Als Beweis für Presleys Faible für Parkers Kenpo Stil dürfte die Tatsache stehen, daß er auf seiner Gitarre ein Abzeichen der International Kenpo Karate Association anbrachte. Man kann es auf hunderten von Fotos erkennen, wenn Elvis in den siebziger Jahren seine Gitarre hält. Darüber hinaus ist es in drei Konzertdokumentationen sichtbar, die 1972 und 1973 veröffentlicht wurden.
Das war noch nicht alles. Wie bereits gesagt, zeigte Elvis seine Karate Techniken auf der Bühne. Jedesmal wenn er eine dieser weichen, rollenden Bewegungen aus dem Kenpo ausführte schrien die Fans auf. Er wußte, das es den Leuten gefällt. Natürlich gab es auch andere viel gewöhnlichere Dinge, welche den Fans gefielen. Als die Frauen die Bühne stürmten und dem King ihre Unterwäsche zuwarfen, konnte keine Karate Technik mithalten.
Geschenke und Dank
Als Zeichen seiner Anerkennung für seinen großen Karate Mentor schenkte Presley Ed Parker einen neuen Cadillac. So wie Parker die Geschichte erzählt, nahm ihn Elvis mit zu seinem Anwesen in Beverly Hills, wo er sagte, „dieses Auto versperrt meine Einfahrt. Willst du es wegfahren?“ Parker dachte, Elvis würde ihn bitten, das Fahrzeug zur Seite zu fahren. Er war erstaunt, als er ihm erklärte, daß er es ihm schenken will. Dieselben Worte wählte Presley, als er Dave Hebler 1972 einen Mercedes 280 SL gab.
Elvis schenkte Parker auch eine sehr teure digitale Uhr mit den gleichen Initialen, die beide gemein hatten, E.P. Damit sich Parkers Frau nicht ausgelassen fühlte, schenkte Elvis ihr einen funkelnden Diamantring. Das beste Geschenk das Parker erhielt war sein spektakuläres „American Eagle“ Gewand und den Gürtel. Elvis hätte es während seines Konzerts in Hawaii tragen sollen.
Die Großzügigkeit des Rocksängers erfüllte nicht immer ihren Zweck. 1973 stellte er einem Karateka die Summe von 50.000 US-Dollar zur Verfügung, um ein Dojo aufzubauen. Das Geld wurde jedoch für den Bau des Eigenheims verbraucht.
Laut Bill „Superfoot“ Wallace, der Elvis für die Zeit von drei Wochen im Tennesse Karate Institut unterrichtete, „gab er auch jemand anderem ein neues Auto. Es war so lustig, denn zur selben Zeit, als er ihm das Auto schenkte, bekam sein Lehrer Elvis den siebten Dan. Dabei hatte er selbst gerade mal den siebten Meistergrad.“ George Waite erinnert sich ebenfalls lächelnd an den Vorfall. „Elvis machte selbst darüber Witze. Er sagte, er müsse vorsichtiger mit den Karate Leuten sein. Du gibst ihnen Geld, dann siehst du sie nie wieder.“
Es gibt andere Anzeichen dafür, daß Presleys berühmte Großzügigkeit schamlos ausgenutzt wurde. Z.B. sagte Bill Wallace in einem Interview 1977. „Ich will mich für ihn entschuldigen, obwohl er es nicht hören wird, für all diese Leute, vielleicht auch für mich, die durch ihn Vorteile erzielt haben.“

Geschenkte Gürtelgrade
Es scheint, die Geschenke erklären, wie Presley seine hohen Dangrade erreichte. Es wird berichtet, daß Kang Rhee aus Memphis Elvis ehrenhalber den achten Meistergrad verliehen hat. Ed Parker verlieh ihm ebenfalls Grade, den ersten 1971 oder 1972. Dazu Parker: „Ich war der Meinung, er hatte es wirklich verdient. Es war nicht so was wie ein Ehrentitel. Sein Grad spielt dabei eigentlich gar keine Rolle. Wie ist das mit dem Tod? Welcher Grad Tod hat man, wenn man stirbt? Sagen wir ganz einfach, er war unter allen Umständen ein guter Schwarzgurt!“

Rettung für „Superfoot“
Von 1970 bis zu seinem Tod erweiterte Elvis seine Interessen über den körperlichen Aspekt der Martial Arts hinaus. Er hörte teilweise völlig auf, zu trainieren, das war um 1973. Später fing er wieder an, um fit zu werden. Es gab eine Phase, in der Dave Hebler, Bill Wallace, George Waite und Pat Wrenn seine Kampfsport-Brüder wurden. Mitte der Siebziger gab es eine Trennung zwischen Elvis und seinen vertrauten Bodyguards Hebler, Red und Sunny West. Es war keine glatte Trennung, die im Buch „Elvis: What Happend“ näher beschrieben wird. Es hatte jedoch die positive Wirkung auf sein Engagement für den Sport. Elvis wollte das Karate den Massen zugänglich machen. Bill Wallace, der Elvis nur für drei Wochen im August 1974 trainierte war ein Freund von Red West, er hatte Presley dadurch oft zuvor persönlich getroffen. Was Elvis für „Superfoot“ tat, ist heute ein Teil der Legende Bill Wallace.

1973, ein Jahr vor dem Gewinn der ersten Weltmeisterschaften im Fullcontact, wurde der Mann, der als schnellster Fußtechniker der Welt bekannt wurde, bei einem Turnier durch einen Kick auf sein linkes Bein aus dem Wettbewerb geworfen. Es war eine schwere Verletzung, die weitere Wettkämpfe unmöglich machte, denn Wallace konnte nur mit diesem verletzten linken Bein kicken. Das rechte konnte er wegen einer schweren Knieverletzung nie benutzen. Die Behandlung der Ärzte brachte keine Besserung, Wallace hatte große Schmerzen. Elvis hatte davon gehört und rief Wallace an: „Komm rüber nach Graceland, ich habe etwas für dich.“ In der Zwischenzeit hatte Presley einen Akkupunktur-Spezialisten aus Los Angeles einfliegen lassen. „Der steckte 18 Nadeln in mein linkes Bein,“ erinnert sich Wallace. „Vom Knöchel bis zur Hüfte steckten die Nadeln drin. Ich schwöre mit meiner Hand auf einem Stapel von Bibeln, daß man mir 15 Minuten später gegen das Bein hätte treten können, und es kein bißchen weh getan hätte.“ Die Heilung war endgültig. Das war ein wertvolles Vermächtnis, das Elvis für Wallace hinterließ. Durch den Gebrauch seines legendären linken Fußes knockte Wallace seine Gegner bei Aufschlaggeschwindigkeiten von knapp 100 km/h reihenweise aus. Bis heute ist Wallace einer der bekanntesten Sportler, obwohl er bereits 1980 seine Ringkarriere ungeschlagen beendete.
Alles spielte sich hinter verschlossenen Türen ab, nur selten gelangte etwas über Elvis und seine wahre Verbindung zu Kampfsportlern ans Tageslicht. Es gab viele Kämpfer, die sich bemühten, die rechte Hand für den King abzugeben. Die Leute, die wirklich wissen, was passierte, schweigen sich darüber aus. Es gibt jedoch Hinweise, welche stichhaltige Vermutungen über die wahre Haltung des Kings aufzeigen.
Z.B. wunderte man sich, warum Elvis nie einen WM-Kampf von Bill Wallace besuchte. 1975 hatte Elvis einen Tag vor Wallaces erster Titelverteidigung gegen Lokalmatador Joe Corley einen Auftritt in Atlantas Omni Hotel. Wallace traf Elvis kurz nach dem Konzert, doch er sagte sein Kommen wegen eines neuen Engagements ab. Später hat Wallace seinen Titel gegen andere Herausforderer verteidigt, u.a. in Las Vegas, wo Elvis das ganze Jahr über ein Suite angemietet hatte. Trotzdem ist der King nie aufgetaucht.
Für den Schwergewichts-Weltmeister Muhammad Ali hatte Elvis eine sehr wertvolle Robe mit seinem Namen auf der Rückseite eingestickt anfertigen lassen. Wallace hat nie eine ähnliche Zuwendung erhalten.
1974 kursierte ein bösartiges Gerücht darüber, daß Presley Wallace die Summe von 10.000 US-Dollar dafür angeboten hatte, damit er nicht an den ersten Weltmeisterschaften in Long Beach teilnimmt. Wallace ärgert sich darüber: „Er war unter dem Einfluß von Ed Parkers Erscheinung. Ich will nicht sagen, daß Elvis mir 10.000 Dollar angeboten hatte, aber er bat mich nicht teilzunehmen und bemerkte, daß es nicht zu meinem Nachteil sein würde.“ Was hätte Elvis dazu bringen können? 1977 sagte Wallace in einem vertraulichen Gespräch dazu: „Ed Parker. Ich weiß nicht warum. Vielleicht dachte er, daß der Austragungsort Los Angeles seinem Turnier, den Internationals, schaden könnte. Wir hatten die besten vier Karate Kämpfer der Welt … nein, viel mehr sogar.“

Gegensätze
In den letzten Jahren seines Lebens, schwankte Elvis zwischen Begeisterung und tiefer Depression. Hebler und West erinnern sich an das Training. Sie sagen, Elvis hätte begeistert angefangen und sich dann hingesetzt und bis zum Ende des Trainings gegessen. Während einer Show in Las Vegas führte er einmal für eine halbe Stunde eine Karatetechnik nach der anderen vor. Ein anderes Ereignis in der Casinostadt geriet zu einer lustigen Angelegenheit. Ein Fan sprang im Konzert auf die Bühne und rannte auf Elvis zu. Red West schnappte ihn und führte ihn im Schwitzkasten ab. Ein zweiter Fan kam auf die Bühne und legte sich mit einem Backgroundsänger an. Die Bühne des Hilton sah aus wie bei einer Saalschlägerei in Hollywood. Tische, Stühle und Gläser flogen durch die Luft. Als wieder Ruhe einkehrte und die Bodyguards drei Attentäter abgeführten sprang Elvis weiterhin munter auf der Bühne umher und führte Kicks und Schläge in die Luft aus. Wie man sagt, soll Elvis die ganze Zeit keinen einzigen der Rabauken angegriffen haben, die Menge schrie dennoch voller Faszination. Die Tagespresse stellt die Sache etwas anders dar: Es wurde geschrieben das Elvis die drei Rowdies mit Karatetechniken allein hingestreckt hat. Auf diese Pressemeldung hin versuchten die Angreifer den King auf eine Million Dollar Schmerzensgeld zu verklagen. Der Gerichtsfall wurde nie verhandelt.
Presleys kämpferische Einstellung war nicht immer so daneben. Dazu Parker: „Er glaubte an Prinzipien wie Ehre, Respekt und Bruderschaft. Eigenschaften, die man über die alten Karate Meister verbreitete.“ Er lebte wahrlich nach diesen Richtlinien. Einige Tage vor seinem Tod berichteten die Nachrichtenagenturen darüber, daß er eine tätliche Auseinandersetzung zweier Männer dadurch verhindert hat, in dem er aus seiner Limousine gestiegen ist und sie aufgefordert hat, nicht zu kämpfen. Sie waren über seine Präsenz erstaunt und gaben sich freidlich die Hand.

Das Vermächtnis
Wie der King selbst sagte, wurde seine Liebe für das Karate nur von seiner Musik übertroffen. Er sah sich selbst gleichermaßen als Karateka und Sänger, nicht als ein Musiker, der ein wenig Karate betreibt so wie viele andere Showgrößen. Einmal soll er zu George Waite gesagt haben: „Es macht mir nichts aus, der Welt zu zeigen, daß ich Karate mache.“ Waite fragte ihn warum er sich dann nicht für das Cover von Fighting Stars ablichten lassen wolle. Elvis antwortete: „Nein, nicht für Fighting Stars. Das ist nur etwas für Berühmtheiten. Ich bin ein richtiger Karateka. Ich will auf das Cover von Black Belt.“
„Er sagte mir oft,“ erklärt Ed Parker, „daß er gerne im Karate beschäftigt wäre, wenn er nicht in der Unterhaltungsbranche gelandet wäre. Er wollte lehren und lernen.“ Als ein Mensch mit 19 Jahren Background in den Künsten, hatte er enorme Erfahrungen gesammelt. Er war ein glaubwürdiger Träger des Schwarzen Gürtel, der sein Geld selbstlos dafür einsetzte, um den Kampfsport nach vorne zu bringen. Es ist traurig, daß seine Hingabe für die Budogemeinde zu seinen Lebzeiten nicht gewürdigt wurde. Laut Wallace,“ … hat Elvis viele Leute zum Karate gebracht, die sonst nie damit in Berührung gekommen wären. Sie wurden nur durch ihn darauf gebracht.“
Der frühere amerikanische Karate Champion Pat Wrenn gibt Elvis große Anerkennung dafür, daß er Karate in seinen Filmen gezeigt hat: „Wissen sie, James Cagney hat einmal etwas mit Judo in seiner Karriere gemacht („Blood on the Sun“, 1942). Aber es war Elvis, der zum ersten Mal Karate brachte.“
Es erst mit seinem Nachruf wirklich bewußt, daß Elvis Presley für das Karate mindest ebensoviel bewegt hatte wie für die Schallplatten-Industrie. Wann immer in Zukunft ein weiteres Buch über den King geschrieben wird, wird man das Karate wiederfinden. Der King ist zwar Tod, doch für die Kampfsportwelt hat er ein positives Vermächtnis hinterlassen. Sein Name wird ewig leben.

Kicksider mit Elvis Presley

KICK August 1997


Diese grossartige Reportage wurde vom US-Korrespondenten John Corcoran erstellt und erschien in der August Ausgabe 1997.

Black Belt Center Worms-Pfeddersheim

Kickboxen in Baden-Würrtemberg 1995

Nachwuchsturnier in Pfeddersheim

Am 25. März 1995 fand in Pfeddersheim das erste Nachwuchsturnier des Baden-Würrtembergischen Kickboxverbandes, BWKBV e.V., statt. Der Veranstalter Uwe Mandler hatte das Turnier gut vorbereitet und organisiert, so daß die 140 Teilnehmer zügig ihren Wettkampf austragen konnten und das Turnier schon um 16 Uhr beendet wurde. Es wurden gute kämpferische Leistungen gezeigt, so daß der Vorstand des BWKBV e.V. vollauf mit der Nachwuchsarbeit in seinen Vereinen zufrieden sein kann.

Black Belt Center Worms-Pfeddersheim

Beste Schule: Black Belt Center Worms-Pfeddersheim um Trainer Uwe Mandler

Erfolgreichste Schule war einmal mehr das Black Belt Center Pfeddersheim, das nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland zu den führenden Sportschulen gehört. Ganz besonders, was die Nachwuchsförderung betrifft. Der Nachwuchs des BWKBV e.V. ist gut gerüstet und man wird den einen oder anderen Namen bestimmt unter den Erstplazierten der Deutschen Meisterschaft finden.

Trainerseminar

Am 12.3.1995 fand in Rottenburg in der Sportschule von Karl Heinz Über das erste von drei Trainer-Seminaren 1995 statt. Zukünftig sollen diese Seminare jährlich stattfinden. Wobei nach dem dritten Seminar eine Prüfung in praktischer und theoretischer Form abgelegt werden kann, die zum anerkannten Kickbox-Trainer-Zertifikat des BWKBV e.V. führt. Das Seminar war unterteilt in drei einzelne Lehrgänge, die von allen 24 Teilnehmern belegt wurden.
Der erste Lehrgang wurde vom Sportlehrer Thomas Linse aus Musberg gehalten und umfaßte die Themen 1. verschiedene Formen des Aufwärmens, 2. funktionelle Dehnung und 3. Kickboxen und Krafttraining. Dabei waren die Teilnehmer aufgerufen, das Gelehrte an Ort und Stelle gleich selbst auszuprobieren, was alle Beteiligten etwas Schweiß kostete, aber viel Spaß bereitete.
Den zweiten Lehrgang hielt der Bundestrainer im Vollkontakt, der auch Präsident des BWKBV e.V. ist, Ferdinand Mack. Hierbei ging es um die richtige Vorbereitung zur Schwarzgurtprüfung. Auch dabei machten alle Teilnehmer fleißig mit, da es sich in erster Linie um den praktischen Teil der Schwarzgurtprüfung handelte. Im dritten und letzten Teil des Seminars stellte der neue Landeskampfrichterreferent von Baden-Württemberg, Uwe Mandler aus Worms/Pfeddersheim, die in Zukunft für dieses Bundesland geltenden Ausführungen des Regelwerkes dar. Dieses war durch die zeitweise sehr lustige Durchführung des Seminarleiters am Ende eines anstrengenden und zeitaufwendigen Lehrgangs sehr unterhaltsam und vollgepackt mit Informationen. Dieser Lehrgang diente auch der Sichtung neuer Kamprichter.

Text: Jürgen Jakob
Pressewart des BWKBV e.V.

Zweiter Tatra Cup

Ende Februrar 1995 fand in Poprad in der Hohen Tatra zum zweiten Mal der Internationale Tatry Cup im Vollkontakt statt. Rund 90 Amateure aus 8 Nationen kämpften um die begehrten Glas Trophäen, für die dieses Turnier berühmt ist. Die Veranstaltung wurde von der WKA Slowakei und der IAKSA Slowakei gemeinsam ausgerichtet und veranstaltet. Alle Kämpfe gingen über maximal 3 Runden und selbstverständlich mußten alle Kämpfer einen Kopfschutz verwenden. Dabei gab es einige merkwürdige Modelle zu sehen, die mehr an einen futuristischen Raumfahrerhelm, denn an einen im Kickboxen gebräuchlichen Helm erinnerten.

Daß dieses Turnier in dem Hotel stattfindet, in dem auch die meisten Sportler untergebracht sind, gibt dem Ganzen eine weitere besondere Note, und Promoter Jan Kacina gab sich alle Mühe, die Veranstaltung perfekt zu organisieren.
Bei den Kämpfen fiel auf, daß die Ex-UdSSR Kämpfer zwar in Quantität, nicht aber in Qualität den Ansprüchen genügten, ja einige zeigten nach dem (verlorenen) Richterspruch unschöne Gesten für Gegner und Publikum.
Einzig die Litauer konnten mit Jan Kacanovsky -67 kg und Vitali Scerba -81 kg zwei Siege auf ihrem Konto verbuchen. So klar wie bei Kacanovsky war es aber für Scerba aber bei weitem nicht. Der junge Slowake Karol Kozak aus Kosice knockte ihn in der 2. Runde des Finale mit einem wahren “Jagdhieb” zu Boden, so daß der Litauer sogar seinen Helm verlor. Trotzdem gewann dann Scerba nach Punkten.
Eine Überraschung brachte die schwerste Gewichtsklasse. Der Prager Pavel Vanecek, immerhin IAKSA Vize-Europameister im Vollkontakt, ist als “KO-König” bekannt. Immerhin 13 seiner 18 Kämpfe hat er durch KO gewonnen, und davon die meisten in der ersten Runde. Technik ist nicht immer seine Sache, aber wer über “Thor’s Hammer” verfügt, verläßt sich auch darauf. Diesmal bekam er dafür die Rechnung serviert.
Der eher unscheinbare Slowake Ivan Durny aus der Hauptstand Bratislava zeigte dem King, wie es richtig geht. Hervorragende Beinarbeit, explosive Boxkombination und gute Kicktechnik machten Vanecek mehr zu schaffen als ihm lieb war. Er war nicht in der Lage, ihn zu stellen, und in der dritten Runde war er dazu mit der Luft am Ende. Ein linker Haken von Durny explodierte an seinem Kopf, und er wurde ausgezählt. Für die Insider war das die Überraschung schlechthin.
Den wertvollen Kristallpokal für den besten Techniker bekam Attila Racz vom Octagon pro Gym Vienna, nachdem er in den Vorrunden mit exzellenten Kicks aufgefallen war. Einen Kampf gewann er sogar durch ein Kopf-KO mit einem exakten Axt-Kick.

Ernie Reyes

Kick 1995 Ausgabe 05


Diese Nachricht erschien in der Ausgabe 05/1995 innerhalb der Nachrichten.
Text und Foto:
Josef Kurta

BJJ Rio

Erste BJJ Weltmeisterschaft in Rio

BJJ Brazil

Nikos Bachzetis (re.) unterliegt erst im Finale nach 9 Minuten gegen einen Brasilianer.

Nach den Siegeszügen bei den großen namhaften regellosen Wettkämpfen (UFC, Vale Tudo, WCC, etc) und der kommerziellen Verbreitung des Familienstils, beginnen die Gracies ihrem Jius-Jitsu-Stil eine sportliche Dimension zu verleihen. Ihr großes Ziel ist, den brasilianischen Wettkampf als olympische Disziplin zu etablieren. Unter den Augen der Mitglieder des nationalen brasilianischen olympischen Komitees veranstalteten sie ihre erste Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro.

Das Vacirca-Jiu-Jitsu Team der Akademie Barra, Schweiz, nahm im Februar 1996 an den ersten Weltmeisterschaften im Brazilian Jiu-Jitsu in Rio de Janeiro teil. Unter dem Zuckerhut stritten 1.200 Teilnehmer aus 11 Nationen um die begehrten Medaillen.

Schweizer wurde BJJ Vize-Weltmeister
Nikos Bachzetis (-60 Kg, Schwarzgurt) konnte sich durch einen Sieg über den Franzosen Christian Duval bis ins Finale vorkämpfen, bevor er nur im Finale von einen brasilianischen Top-Kämpfer nach 9 Minuten Kampfdauer durch einen Armhebel besiegt werden konnte. Martin Hardmeier (-80 Kg) erreichte den vierten Rang, die Brüder Demetrio (-65 Kg) und Franco Vacirca (-98 Kg) sicherten sich jeweils den fünften Rang in der Weltrangliste. Das Team der Eidgenossen belegte in der Gesamtwertung den vierten Platz. Brasilien stand an erster Stelle dieser Rangliste, es folgten die USA und Abu Dahbi. Unter den Kampfrichtern befanden sich einige der populären Gracies: Renzo Gracie, Gewinner der „World Combat Championships“ diente den Organisatoren als Unparteiischer.

BJJ Rio

Der Brasilianer Bustamante gegen den Schweizer Hardmeier

Erste Turniere in Europa
Das Vacirca Jiu-Jitsu Team wird voraussichtlich Ende Oktober 1996 die erste Meisterschaft in Zürich organisieren. Spitzenkämpfer aus Frankreich unter Guy Mialot, Schweden, Dänemark, Belgien und Holland werden erwartet.

BJJ Cover

Kick 1996/06


Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 06/1996. Die Nachricht wurde von Franco Vacirca eingereicht.

Ving Chun am Gymnasium

Kampfkunst im normalen Schulalltag eines Gymnasiums ?! Was für viele nach Zukunftsmusik klingt, wurde im Aachener Couven Gymnasium vor den Sommerferien im Rahmen einer Projektwoche Realität. Während der Schulzeit bekamen dort Gymnasiasten der Klassen fünf bis elf eine Woche jeweils vier Stunden täglich Unterricht in traditionellem Ving Chun-Selbstschutz. Aus einer ganzen Palette an möglichen Kursen, die innerhalb der Projektwoche angeboten wurde, war der Ving Chun Kurs mit über 100 Teilnehmern mit Abstand der Stärkste.

Die Gruppe der Gymnasiasten beim eindrucksvollen Gruppenfoto mit den Ausbildern.

Die Gruppe der Gymnasiasten beim eindrucksvollen Gruppenfoto mit den Ausbildern.

Mit dem Trainingskonzept von Sifu Birol Özden, dem Leiter der Euro Ving Chun Connection, EVCC, sorgten Dai Sihing Akin Özden, Chefausbilder Andreas Silbersack und Ausbilder Stefan Köcher dafür, daß die rund Pennäler auf ihre Kosten kamen. Und für die gab es dann auch ganz schön was zu tun. Denn die EVCC-Ausbilder hatten sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der Projektwoche nicht nur einen Einblick in das Ving Chun System zu geben, sondern den Schülern auch einige echte Selbstschutzkenntnisse zu vermitteln.
Werbung: Ving Chun Weiterbildung
Während der ersten zwei Tage standen Balance-, Konzentrations- und Koordinationsübungen auf dem Programm. Sie wurden ergänzt durch ein intensives Konditionstraining. Zwischenergebnis: Manch einer bekam Muskelkater, der sich gewaschen hatte. Hintergrundinformationen zu Theorie und Philosophie des Ving Chun rundeten den ersten Teil der Projektwoche ab.
Am dritten Tag waren Partnerübungen angesagt. Die anfängliche Unsicherheit der Teilnehmer war schnell verflogen und alle waren mit Spaß bei der Sache. Ein positiver Nebeneffekt: Die Schüler kamen sich in der Ving-Chun-Woche näher als sonst im Klassenzimmer oder bei flüchtigen Begegnungen auf dem Schulhof. Und wenn das EVCC-Ausbilderteam in eindrucksvollen Demonstrationen die Effektivität ihres Systems vorführte, beobachteten die Schüler immer wieder erstaunt, wohin das Training führen kann.

Genaue Instruktionen der Ausbilder machten 
rasche Fortschritte möglich.

Genaue Instruktionen der Ausbilder machten rasche Fortschritte möglich.

Am Ende der Woche sollte die Ving Chun Gruppe in der Aula neben den anderen Projektgruppen eine kleine Vorführung abhalten. Da alle rasche Fortschritte gemacht hatten, war es für die Ausbilder kein Problem, eine Demo mit den Schülern zu organisieren. Unter kräftigem Beifall zeigten rund 50 Schüler und Schülerinnen, was sie in den letzten Tagen gelernt hatten. Sie beeindruckten vor allem durch die Geschwindigkeit ihrer Handflächenstöße. Das Kölner Demoteam der EVCC führte noch eine realistische Nahkampfsituation mit und ohne Waffen vor und begeisterte die Zuschauer durch Präzision und Schnelligkeit der Ving Chun Techniken.
So waren schließlich alle Beteiligten sehr zufrieden. Die Schüler der Ving Chun Projektwoche konnten neben einigen Selbstschutzkenntnissen auch die Gefahren kennenlernen, die mit körperlicher Gewalt verbunden sind. Für alle war dieser einwöchige Ausbruch aus dem Schulalltag eine Bereicherung: Die Schulleitung denkt gemeinsam mit der EVCC an weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Außerdem wollen einige der teilnehmenden Schüler auch weiterhin Ving Chun erlernen, „natürlich in einer original Schule der EVCC,“ so einer der Schüler im Originalton.
Werbung: Ving Chun Weiterbildung

Herb Perez

Kick 02/96 Herb Perez


Dieser Artikel erschien in der KICK Ausgabe 02/96. Text und Fotos: EVCC.