Hug Thompson fight

Seidokan WORLD CUP in JAPAN 1995

Andre Mewis Karate

Die deutschen Teilnehmer Atilla Fusko (links) und Andre Mewis beim Tempelbesuch

Osaka, Anfang Oktober 1995 – unter den 56 Teilnehmern des Karate World Cups befinden sich zwei Deutsche: Andre Mewis, Berlin und Atillla Fusko, Heidelberg. Sie streiten mit 44 Japanern, drei Schweizern und Australiern, Holländern und Einzelteilnehmern aus England und den USA um den begehrten Titel im Seidokan Fullcontact Karate.

Am 3. Oktober starten die beiden deutschen Fighter ihre Reise nach Japan. Sie und der Coach Norbert Berzel, Sportschulleiter und Veranstalter aus Heidelberg, rechneten sich einen Platz unter den ersten zehn aus. Doch nach einem Besuch im berühmten Seidokan Dojo und den Tempeln von Kyoto kam am Wettkampftag die Ernüchterung. Das Sprichwort, „erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt,“ bewahrheitete sich eher als es den deutschen Fightern lieb war. Die Kämpfe begannen und bereits nach dem dritten Durchgang befand sich mit Felix Ntumazah gerade noch ein einziger Nicht-Japaner im Kämpferfeld; doch auch er schied später gegen Taiei Kin aus. Andre Mewis erhielt aufgrund seines erfolgreichen Abschneidens im Vorjahr in der ersten Runde ein freilos. In der zweiten Vorrunde siegte er deutlich nach Punkten, dann kam im Kampf gegen den Japaner Harujama das Aus.

Mit John Klein mußte sich ein weitere Europäer gegen einen Japaner geschlagen geben. Er brach sich beim Kampf sogar ein Bein. Beim Ausscheiden aus dem Wettbewerb mußten sich die Nicht-Japaner oftmals über die Punktrichterurteile wundern, so z.B. Atilla Fusko. Er beherrschte seinen Gegner eindeutig, verlor dennoch nach Punkten. Vor dem Finale des World Cup fanden zwei internationale Prestigefights statt. Im ersten Kampf standen sich die Japaner Nobuhiro Kikuchi und Nobuaki Kakuda gegenüber. Der sehr erfahrene Ka-kuda bewies, daß er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Er schickte seinen Gegner in der zweiten Runde mit einem blitzschnellen linken Mawashi Geri zum Kopf ins Land der Träume.

Andy Hug

Andy Hug vor dem Kampf

Im zweiten Prestigefight besiegte der Schweizer Ex-Weltmeister Andi Hug den Briten Michael Thompson. Der Eidgenosse überzeugte mit seinen Axtkicks, mit denen er seinen Gegner dominierte, über die volle Distanz. Die Finalisten Toshiyuki Atokawa und Taiei Kin schenkten sich nichts. In einem ausgeglichenen Kampf wurden schnelle Faustkombinationen, Lowkicks und Kniestöße ausgetauscht. In der dritten und letzen Runde traf Atakawa Kin mehrfach mit regelwidrigen Fauststößen zum Kopf. Er verlor den Kampf. Neuer Weltmeister im Seidokan Fullcontact Karate: Taiei Kin aus Japan.

Hug Thompson fight

Andi Hug kickt den Briten Michael Thompson

Andy Hug in Japan

Die Sieger und Veranstalter beim Gruppenfoto: u.a. Andy Hug (Mitte) und Organisator Kazuyoshi Ishii.

Ergebnisse:
1. Taiei Kin, Japan
2. Toshiyuki Atokawa, Japan
3. Shingo Koyashu, Japan
4. Mushashi, Japan
5. Felix Ntumazah, England
6. Seichi Haruyama, Japan
7. Eiji Mutsumoto, Japan
8. Souichi Nishida, Japan
Bester Techniker: Toshiyuki Atokawa

Herb Perez

Kick 02/95 Herb Perez


Dieser Bericht erschien in der Ausgabe 02/1996. Verfasser: Norbert Berzel.

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