West Coast Demo Team

Interview mit Ernie Reyes

Ernie Reyes

Ernie Reyes steckt voller Widersprüche. Auf der einen Seite ist er weltbekannt für seine Arbeit im Showbusiness, auf der anderen Seite ist er ein Lehrer, der traditionellen Sport unterrichtet. Dabei war er es, der zusammen mit seinen hochkarätigen Schülern – George Chung, Gary Na-kahama, Dayton Pang, Cynthia Rothrock und seinem Sohn Ernie Reyes jr. – die amerikanische Formenszene revolutionierte. Sie waren es, die Ende der siebziger Jahre das Fundament für die modernen Musikkatas mit spektakulären Techniken entwickelten.

Über ein ganzes Jahrzehnt dominierte Reyes mit seinem bekannten West Coast Demo Team die großen amerikanischen Turniere. Schnell bekam er den Ruf, der erfindungsreichste Kampfsportler auf dem Kontinent zu sein. Wenn sein Team, ursprünglich eine reine Taekwondo-Truppe, auftrat, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Stühlen. Standing ovations waren an der Tagesordnung. Die Techniken stammten aus den Taekwondo, und sie wurden meisterlich vorgetragen. Dennoch erhielten Taekwondo-Schüler, die von den Demonstrationen begeistert waren, von ihren Lehrern den Kommentar, daß die Demos nicht in das traditionelle System paßten.

West Coast Demo Team

West Coast Demo Team mit Sohn Lee und Ernie Sr.

Heute kann man in vielen amerikanischen Taekwondo-Schulen das lernen, mit dem Ernie Reyes einst die Traditionalisten schockierte. So kann man oft sogar Waffentechniken erlernen. Formen zu Musik vorzutragen, ist heute allemal Standart. Obwohl man ihn als Innovator kennengelernt hat, bezeichnet Reyes sich selbst als einen Traditionalisten. In seinen Sportschulen in und um San Jose bei San Franzisko lehrt er primär das Taekwondo und Formen. Kämpfen ist optional, mit Waf-fentechniken kommen nur Fortgeschrittene in Berührung.
Besonderen Wert legt Reyes auf die traditionellen Werte. Prinzipien wie Ehrlichkeit, Loyalität und bürgerliche Familien-werte sind für ihn – und seine Art zu lehren – sehr wichtig. Um noch mehr über den weltbekannten Kampfsportler zu lernen, haben wir unseren amerikanischen Mitarbeiter Jeffrey Kelly damit beauftragt, ein Interview mit ihm im Anschluß an die Dreharbeiten zu Steetfighter durchzuführen.

KICK: Sie arbeiten viel in der Filmindustrie. Ist es nicht so, daß dies nicht ihre Haupttätigkeit ist ?

Reyes: Das ist richtig. Meistens unterrichte ich. Das ist genau die Sache, die mir die größte Erfüllung bereitet. Einen Schüler vom weißen zum schwarzen Gürtel zu begleiten, ist ein tolle Sache. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, fähig zu sein, dies immer wieder zu schaffen. Da wir mittlerweile 15 eigene Schulen betreiben, ist die Zahl der Mitglieder entsprechend hoch. Die neue Herausforderung heißt, die Qualität des Unterrichts aufrecht zu halten. Unsere Leute unterrichten die Anfänger, doch die Schwarzgurte unterrichte ich alle persönlich, so daß ich immer noch einen maßgeblichen Einfluß auf alle Mitglieder üben. Das ist meine Hauptbetätigung.

KICK: Wie lange unterrichten sie schon ?

Reyes: Ich unterrichte seit über 20 Jahren.

KICK: Wie haben sie selbst im Kampfsport begonnen ?

Reyes: Als ich jung war, habe ich viel Sport getrieben. Im Junior-College habe ich beinahe eine Stipendium für mein Talent im Basketball bekommen, bis mich eine komplizierte Fußverletzung zurückwarf. Als ich zur Bundes-Universität in San Jose wechselte, gab es dort einen Taekwondo Club. Ich hatte vorher schon Kampfsportun-terricht an der Highschool beobachtet, doch nach meiner Verletzung war ich irgendwie gelangweilt. So kam ich zu dem Entschluß, mich dem Taekwondo Club anzuschließen. Der Lehrer Dan Choi war, genau wie ich selbst, im wesentlichen auf den Wettkampf ausgerichtet. Wir nahmen an Wettkämpfen teil, um Titel und Trophäen mit nach Hause zu nehmen. Ich habe viel Semikontakt gekämpft und errang 1977 den Titel des amerikanischen Meisters. Später wuchs mein Interesse für die Formen.

Arnis mir Ernie Reyes

Arnis Stockkampf mir Ernie Reyes

KICK: Was hat Sie zu den Formenwettkämpfen hingezogen ?

Reyes: Mir gefielen die Bewegungen. Zu dieser Zeit gab es fast nur traditionelle Formen, und das Taekwondo kannte nur wenige Kicks. Es war den japanischen Systemen sehr ähnlich, doch das interessierte uns kaum. Es kam die Zeit, als die ersten stiloffenen Formenwettkämpfe angeboten wurden, und ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit, den Kicktech-niken aus dem Taekwondo Ausdruck zu verleihen. Dann kam dazu, daß man Formen auch zu Musik vortragen konnte. Eine großartige Neuerung folgte der nächsten.

KICK: Sie sind durch ihr West Coast Demo Team bekannt geworden. Wie entstand die Idee dazu ?

Reyes: Wir haben ein Demoteam zusammengestellt, um z.B. an der Highschool Vorführungen zu geben. Später weiteten wir unsere Vorführungen auf regionale Meisterschaften aus, später auf nationale Ebene. Wir gaben Demos von der West- bis zur Ostküste Amerikas, später weltweit.

KICK: Ihr Demoteam war sicher die innovativste Kampfsportmannschaft in den späten siebziger Jahren. In ihren Demos benutzen sie aber auch Waffen wie Kamas und Stöcke, die im Taekwondo normalerweise nicht zum Einsatz kommen. Wie kamen sie dazu ?

Reyes: Ich hatte einmal die Gelegenheit, Remy Presas kennenzulernen. Ich hatte großes Interesse, Waffentechniken zu lernen. Es war so eine Entscheidung in meinem Leben, wie auch der Anfang mit dem Semikontakt, dem Taekwondo Wettkampf oder dem Boxtraining. Eine Sache, die ich einfach mal machen wollte. Als ich Presas sah, war ich von seinem Arnis begeistert. Außerdem stamme ich selbst von den Philippinen, so daß mein Interesse dadurch noch stieg. Zunächst nahm ich an einem zweiwöchigen Lehrgang teil. Als ich die Stöcke das erste Mal in die Hand nahm, fühlte ich mich wie ein blutiger Anfänger. Ich mußte lernen, wie man die Stöcke dreht und in die richtigen Winkel und Positionen bringt. Es war eine richtige Herausforderung für mich. Mein Lehrer, Dan Choi, wollte nicht, daß ich einen anderen Stil als Taekwondo trainiere. Ich betrieb das Waffentraining also nur nebenbei und heimlich. Er bekam es erst heraus, als ich richtig gut wurde. Ich brachte es meinen Schülern bei und machte mit ihnen ein Demo. Dann war auch Choi davon begeistert.
Auf mein Taekwondo hat sich das Waffentraining sehr positiv auswirkt, denn ich hatte viele flüssige, geschmeidige Bewegungen erlernt. Es war eine wirklich gute Bereicherung gegenüber einem so geradlinigen und harten System wie dem Taekwondo. Arnis besitzt einen schönen Fluß und bereichert darüber hinaus um die Möglichkeit, vielseitig zu kontern und sich gegen mehrere Angreifer gleichzeitig zu wehren.

KICK: Sie haben die Waffentechniken also nicht dazu genommen, um die Demos aufzupeppen ?

Reyes: Nein, definitiv nicht. Wir haben sie eingebaut, um den Aspekt des Kampfes und des Budosports zu verstärken. Ich dachte, „Wow, das wird uns ein riesiges Stück nach vorne katapultieren.“

KICK: Denken Sie, die Rolle der Waffentechnik in der Kampfsportszenen wieder populär gemacht zu haben ?

Reyes: Zu dieser Zeit gab es einige Lehrer für das Arnis wie den legendären Angel Cabales, doch sie hielten den Unterricht zurück. Für sie war es eine Familienangelegenheit. Remy Presas war der erste, der in aller Öffentlichkeit für den Stil warb und auch jedermann unterrichtete. Dann gab es nur noch Leo Gaje aus New York und, natürlich, Dan Inosanto. Erst später kamen andere hinzu. Mit dem West Coast Demo Team haben wir das Arnis in den ganzen Staaten populär gemacht und die Waffentechniken in unseren eigenen Stil eingearbeitet. Ich glaube, wir haben sehr viel dazu beigetragen, die Waffentechniken bekannt zu machen.

Ernie Reyes Jr. und Sr. im Film 'Surf Ninjas'

Im Prinzip war ich selbst sehr traditionell eingestellt. Meiner Meinung nach war es für einen Taekwondoin ein großes Tabu, Kung Fu oder einen anderen Stil zu betreiben. Obwohl ich dachte, daß es falsch war, wuchs ich so im Kampfsport auf. Später lernte ich, daß jeder Stil seine guten Seiten hat, und ich begann umzudenken.

KICK: Unterrichten sie in ihren Schulen traditionelles Taekwondo oder eine Mischung aus verschiedenen Stilen?

Reyes: Um seinen Schwarzgurt zu erhalten, muß man in unseren Schu-len dieselbe traditionelle Ausbildung durchlaufen, wie auch ich sie bei meinem Lehrer absolvierte. Das einzige, was bis dahin aus anderen Stilen hinzukommt, sind Selbstverteidigungs- und Stocktechniken in Grundzügen. Für das Programm zum zweiten und dritten Meistergrad kommen weitere Techniken aus dem Arnis, hier insbesondere Entwaffnungsübungen gegen Messerangriffe, Boxtechniken und moderne, kreative Formen hinzu. Die Taeguk-Formen fördern wir nicht, wir benutzen die Palgue-Formen, die mein Instruktor mir beibrachte.

KICK: Sie waren eine der wichtigsten Personen, die zur Innovation der Formenwettkämpfe beigetragen haben. Viele der herausragenden Formendarbieter distanzieren sich von der traditionellen Seite des Sports. Sie nicht. Warum?

Reyes: Ich möchte die Tradition überliefern. Ich glaube, daß mein Lehrer mir etwas ganz Spezielles gegeben hat. Er brachte mir bei, ein guter Kampfsportler zu sein. Ich bin mir darüber klar, daß ich seine Arbeit fortführen will. Er soll stolz auf mich sein. Für mich ist das ein Weg, ihn für seine Arbeit zu belohnen.

Red Sonja Movie

Sohn Ernie jr. spielte als Kind an der Seite von Arnold Schwarenegger in 'Red Sonja'

Ich möchte, daß meine Schüler vielseitig werden. Wenn sie die Schule meines Lehrers besuchen, sollen sie sich problemlos einfügen können, auch wenn sie vielleicht ein wenig mehr gesehen und gelernt haben. Sie sollen sich in einem traditionellen Umfeld wohlfühlen, und mein alter Lehrer soll sich mit ihnen als Schüler anfreunden können. Wenn sie auf der anderen Seite in eine typisch amerikanische Sportschule gehen, in der es etwas offener und liberaler zugeht, werden sie sich ebenfalls problemlos anpassen können. Wenn sie einmal Vollkontakt kämpfen wollen, brauchen sie ohnehin eine solide technische Basis. Sie werden lernen, gut zu kicken und zu boxen. Und wenn sie mehr zur Waffentechnik tendieren, werden sie ebenfalls eine solide Basis haben.
Vor kurzem habe ich einen alten Freund aus Hong Kong zu mir eingeladen, um Unterricht im Wu Shu und den Chinesischen Waffensystemen abzuhalten. Die Aspekte seines Trainings fließen in die Grundausbildung meiner Schüler ein, die ab der kommenden Generation zum Standard wird. Dennoch ist es mein Hauptanliegen, sich nicht zu weit vom traditionellen System wegzubewegen. Es gilt das Gleichgewicht zwischen den Traditionen und dem Fortschritt zu wahren.
In den traditionellen Systemen sehe ich soviele Werte wie Respekt und Disziplin, die man heute im gesellschaftlichen Leben braucht. Ab und zu besuche ich Turniere und stelle fest, daß diese Werte nicht mehr vorhanden sind. Die Teilnehmer heben den sportlichen Aspekt über alles, sie verbeugen sich noch nicht einmal voreinander. Sie beachten den Kampfrichter nicht, und sie respektieren oftmals das Urteil der Punktrichter nicht, obwohl sie wissen, daß sie im Unrecht sind. Für mich ist es normal, einen Punkt zu akzeptieren, ob er nun gut oder schlecht war, sich zu verbeugen, und es noch einmal versuchen. Dies nicht zu respektieren ist für mich ein Widerspruch gegen die wahren Werte des Sports, die einem Frieden und Harmonie bringen sollen. Das Hauptziel soll sein, sich selbst verteidigen zu können, um sich gut und sicher zu fühlen.

KICK: Sie und ihre Schüler waren und sind sehr erfolgreich bei Turnieren. Dennoch hört es sich nicht so an, daß Gewinnen ihr oberstes Ziel ist.

Reyes: Es ist es sicher nicht. Ich glaube, daß Gewinnen ein Weg ist, um Menschen zu ändern und sie in eine positive Richtung zu bewegen. Zu gewinnen, um ein schlechtes Beispiel zu geben, halte ich für negativ. Als Kampfsportler haben wir schließlich keine Wahl, denn wir lehren wichtige und machtvolle Dinge, die das Leben von Menschen verändern können. Wir haben Wissen und Erfahrung in geistiger und geistlicher Hinsicht. Wir behandeln die Menschen als ganzes. Der ganze Körper und Geist ist in unserer Kunst implementiert, und daher meine ich, wir sind sehr einflußreich.

Waffentechnik mit Schwert

Waffentechniken mit Schwert sind seine Spezialität

KICK: Wie bringen sie ihren Schülern die wichtigen Werte bei?

Reyes: Als Lehrer geben wir Wissen an unsere Schüler weiter. So wie wir unsere Organisation führen, kann man sehen, daß sich jeder um den anderen kümmert. Das ist nicht nur oberflächlich, denn ich bekomme nicht nur einen bestimmten Geldbetrag durch den ich verpflichtet werde, eine Gegenleistung in Form von Unterricht entgegenzusetzen. Es geht weit darüber hinaus. Unsere besten Leute haben die richtige Einstellung und sie verbreiten sie auf alle anderen. Wir konzentrieren uns darauf, und versuchen, es nicht zu vernachlässigen. Je größer wir werden, desto größer wird die Herausforderung, es dabei zu belassen. Man darf nicht aufgeben, man muß sich stets bemühen, die Werte aufrechterhalten. Unsere Schu-len sind eine so einzigartige Einrichtung. Sie geben viel positive Energie, jeder kümmert sich um jeden, und der Respekt, den man voreinander hat, ist fast übernatürlich. Die Martial Arts haben mir soviel gegeben. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die durch ihr Leben gehen und nichts damit anzufangen wissen. Ich war so glücklich zu wissen, was ich wollte und ich sagte schon früher zu mir selbst: „Wie kann ich dieses Gefühl an andere weitergeben?“. Das wurde zu meiner Mission, die Suche nach dem Sinn meines Lebens.

KICK: Wenn sie in die Zukunft blikken; was sind ihre Hoffnungen und Ziele?

Reyes: Ich glaube, die Martial Arts haben einen hohen Stellenwert für die Gesellschaft, besonders in den Vereinigten Staaten. Viele Jugendliche werden heute irregeführt. Viele von ihnen erhalten nie eine echte Chance. Das Kampfsporttraining kann diese Lücke füllen. Damit dies eintritt, sind jedoch die Lehrer gefragt. Im Moment sehe ich in der Gesellschaft nicht die nötige Portion an Disziplin und Respekt. Es herrscht Mißtrauen, und viele Leute gehen nur bewaffnet auf die Straße. In meiner Jugend war das anders. Natürlich gab es auch damals die eine oder andere Schlägerei, doch man hatte irgendwie mehr Achtung vor dem Leben anderer Menschen. Ich denke, man muß etwas dagegen tun. Beim Training kann man die Kids beeinflussen und ihre Meinung verändern. Natürlich ist es nicht nur das Training oder der Kampfsport, aber die Meister haben einen großen Einfluß auf ihre Schüler, um Änderungen zum Guten zu erreichen. Der Ansporn zu diesem Handeln muß jedoch von den Anführern der Verbände kommen.
Ich selbst möchte in der Lage sein, erfolgreich Schulen zu leiten, um viele Leute durch das Training positiv zu beeinflussen. Ich glaube, der Kampfsport ist eine Sache für die ganze Familie. Wir haben mehr neue Schüler als je zuvor, und wir behalten ebenfalls umso mehr unserer alten Leute. Das ist ein Zeichen dafür, daß der Familiensinn immer weiter steigt. Jeder erfreut sich am Schlagen und Kicken, und man fühlt sich dabei gut. Ich freue mich darüber, mehr und mehr Leute zum Training zu bringen und sie für lange Zeit dafür zu begeistern. Für meinen eigenen Teil versuche ich, fit zu bleiben, mich körperlich und geistig fortzuentwickeln, und als Hobby mache ich Filme.

KICK: Wenn wir gerade über Filme sprechen, haben Sie nicht gerade bei Streetfighter mitgewirkt?

Reyes: Ja, Jean-Claude Van Damme und Raul Julia spielen die Hauptrollen. Die meisten Schauspieler waren keine Kampfsportler, so wurde ich für fünf Wochen angeheuert, um einige Stars bei Stunts zu doubeln.

KICK: Waren die Stunts spektakulär oder gar gefährlich?

Reyes: Mit einem Budget von 50 Millionen Dollar war es ein sehr teurer Streifen. Die Apparaturen für die Stunts waren entsprechend aufwendig. Man weiß natürlich nicht, ob die Tatsache, daß einige Hauptdarsteller gedoubelt werden mußten, dem Film schadet. Aber natürlich war noch Jean-Claude da, wegen dem wohl die meisten Zuschauer in die Kinos kommen werden.

KICK: Gab es noch andere bekannte Kampfsportler, die in diesem Film mitgewirkt haben?

Reyes: Ja, aber das hat nichts zu sagen. Wenn sie Techniken zeigen, die zu schwierig sind, dann haben die Schauspieler große Probleme, sie bei den Nahaufnahmen nachzuahmen. Ich hoffe, daß sie beim Schnitt ein wenig Magie in die Bewegung bringen.

KICK: In Streetfighter haben sie nur gedoubelt, im vorhergehenden Film hatten sie aber ein Hauptrolle?

Reyes: Mein Sohn Ernie Jr. und ich spielten in „Surf Ninjas.“ Das Drehbuch für den in Thailand produzierten Film wurde genau auf uns zugeschnitten. Es war eine großartige Sache, Leute zu finden, die praktisch für uns ein Drehbuch schrieben und einen Film daraus machten. Die Dreharbeiten waren wie ein großartiger Siegeszug. Man muß wissen, daß es nicht gerade einfach ist, ein Projekt auf diesem Weg zu verwirklichen. Dennoch dauerte alles beinahe zwei Jahre.

KICK: „Surf Ninjas“ war ein etwas komischer Streifen. Sollte der Film ursprünglich anders aussehen?

Reyes: Zunächst sollte es ein ganz ernster Film werden. Dann begann man, ihn umzuschreiben. Sie heuerten Leslie Nielson und Rob Schnieder aus „Saturday Night Live“ an, und die machten dann daraus eine Komödie. Es wurde eine völlig andere Geschichte, bei der die Produzenten mitzogen.

KICK: Waren Sie mit dem Film zufrieden?

Reyes: Teils, teils. Wir hatten nicht gerade viel Zeit, uns auf den Aspekt des Kampfsports im Film zu konzentrieren, um Ernie Jr. hervorzuheben. Dennoch machten wir das beste daraus, und wir setzten unsere Highlights in Komödie und Schauspielerei. Das war ein wenig enttäuschend. Die Kampfszenen erhielten sehr gute Kritiken, und das ist gut so, denn Ernie Jr. und ich haben dafür einen großen Aufwand betrieben. Bei Probeaufführungen vor dem eigentlichen Kinostart schnitt der Film sogar besser ab als die Ninja Turtles. Jeder, der den Film gesehen hatte, mochte ihn auf Anhieb. Beim Marketing lief etwas schief. Beim Betrachten des Film- plakates konnte man kaum ausmachen, um was für einen Film es sich handelt. Es gab dadurch Probleme beim Ansprechen des Publikums. Die Kids und Teenager konnten kaum etwas mit dem Titel anfangen. Schade, denn der Film war wirklich gut, ein Film für jedermann. Besonders gefiel mir, daß die Grundsätze des Kampfsports zum Tragen kamen.

KICK: War es von Anfang an ihre Absicht, diese charakterlichen Grundzüge hervorzuheben?

Reyes: Ich wollte schon immer die Idee für einen solchen Film verwirklichen, in dem Ehre, Loyalität, Familie und alle anderen positiven Eigenschaften, die durch das Kampfsporttraining betont werden, herausragen. Das ist, worauf ich mich konzentriere.

Kick 1995 Ausgabe 05 Ernie Reyes

Kick 1995 Ausgabe 05


Dieses Interview wurde in der Ausgabe 05/95 veroeffentlicht.

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