Antonino Spatola

Budo News 1996-06

Antonino Spatola

Antonino Spatola

Formenweltmeister Spatola tritt bei Arabella Talkshow auf

Der knapp volljährige Antonio Spatola gewann in Stuttgart die Weltmeisterschaften im Formen-Softstyle. Doch seinen großen Traum hat der junge Wolfsburger damit noch nicht erreicht: er will als Filmstar berühmt werden. Ende März trat er deshalb bei der Nachmittags-Talkshow der bekannten PRO-7-Moderatorin Arabella Kiesbauer auf. Bereits mit zwei Jahren hat Vater Antonino den Nachwuchsstar mit gymnastischen Übungen fit gemacht, mit vier beherrschte er bereits die ersten Kung-Fu-Techniken. Daß die Übungen seinem Sohn bei einer möglichen Filmkarriere helfen werden, erfüllt den eifrigen Vater voller Stolz. In der Schule ist Antonio seit Jahren einer der eifrigsten Teilnehmer in der Arbeitsgemeinschaft für Theater.

Escrima-Meister mit Mörder verwechselt

In unserer letzten Ausgabe berichteten wir, daß Anthony Davis in Berlin wegen Mordes verhaftet worden sein soll. In der Tat ist ein Farbiger mit diesem Namen von den Justizbehörden in Gewahrsam genommen worden – darüber berichtete die Lokalpresse – jedoch handelt es sich dabei nicht um den Escrima-Meister, dessen Foto wir neben dem Artikel veröffentlicht haben, sondern um eine andere Person, die in keinem Zusammenhang zur MAI steht. Wir entschuldigen uns hiermit in aller Form bei Herrn Davis und unseren Lesern für diese tragische Verwechslung. Selbst frühere Trainingspartner haben die Meldungen der Berliner Tagespresse (mit Foto) als Bestätigung der Person aufgefaßt, so daß kein Grund bestand, an der Identität zu zweifeln. Wir bedauern den Vorfall zutiefst, stellen jedoch hervor, daß die Verwechslung ohne jegliche Absicht geschehen ist. Wir werden demnächst die kommenden Seminare von Herrn Davis ankündigen.

„Inferno“ wird in gedreht

Das ausführliche Interview mit Don Wilson in unserer letzten Ausgabe erweckte großes Interesse bei unseren Lesern. „Wann kommt der nächste Film,“ wurden die Fragen laut. Nach dem Vampirfilm „Nighthunter“ wird Don von Mai bis Juni erstmals in Indien vor der Kamera stehen. In „Inferno“ spielt er einen Polizisten, der den Mörder seines früheren Partners sucht und im Lande Baddhas mit so machen actionreichen Hindernissen konfrontiert wird.

Japan, Kobudo Karate: Frenette auf Rang 8, Karateka stirbt

Jeder weiß, wie gut der Kanadier Jean Frenette Formen darbieten kann; auf Wettkämpfen hat er sich in den letzten Jahren jedoch recht rar gemacht. Ende letzten Jahres feierte er auf der japanischen Insel Okinawa sein Comeback beim „Pre-World Tournament.“ Er belegte lediglich Platz acht.
In den Sparringsdivisionen wurde das Turnier durch einen Unfall überschattet. Ein Südafrikaner, dessen Name bis Redaktionsschluß nicht weiter bekannt war, wurde nach mehreren Treffern zu Boden geschlagen. Nachdem er sich sichtlich erholt hatte, klagte er plötzlich über Übelkeit und Lähmungserscheinungen. Wenige Tage später verstarb er an den Folgen der schweren Treffer im Krankenhaus von Naha auf Okinawa, Japan.

TopTen entwickelt neue Boxausrüstung

Anläßlich des 50-jährigen Verbandsbestehens des Amateur-Weltboxverbandes, AIBA, und dem 25-jährigen Jubiläums des Europaverbandes stellte die deutsche Sportartikelfirma TopTen bei den Feierlichkeiten in Dublin (Gründungsort der Verbände) eine neue Schutzausrüstung vor.
Das neue System für die olympische Faustkampfdisziplin besteht aus den bekannten Ausrüstungsteilen wie Kopfschutz und Handsafety, jedoch befinden sich in den Schützern elektronische Meßflächen und ein Sander, womit zweifelsfrei alle Treffer und deren tatsächliche Aufschlagkraft gemessen werden kann. Die ersten Einsätze für das Equipment sollen im kommenden Jahr über die Bühne gehen. IOC-Präsident Antonio ch zeigte sich begeistert von der neuen Entwicklung.

Grosses Hick-Hack im Heavyweight

Nach dem Kampf von Stuttgart, bei dem Axel Schulz auch die zweite Chance, Weltmeister im Schwergewicht zu werden, nicht nutzen konnte ist die Zukunft des Schwergewichtlers aus Frankfurt/Oder alles andere als klar. Alles ist möglich, manches wahrscheinlich, aber überhaupt nichts sicher: so ist derzeit der Stand der Dinge. Denn nach dem Kampf gegen den südafrikanischen „weißen Büffel in der Stuttagrter Schleyer-Halle, der nach dem umstrittenen Punkturteil zugunsten des in den USA lebenden Bothas ohnehin zur Farce wurde, vorbei war, gaben die aufgebrachten Fans mit Flaschenwürfen dem Boxen zum Jahresausklang den Rest. Und zu allem Überfluß wurde letztlich der Sieger Botha nach der ersten Dopingprobe gar der Einnahme verbotener Substanzen überführt. Botha soll das chemische Sexualhormon Nandrolon eingenommen haben, welches die Aggressivität steigert und daher gerade bei Kampfsportarten seine Wirkung entfalten kann. Wie der Weltverband IBF (Inter-national Boxing Federation) diesen Fall handhabt und welche Art von Sanktionen auf Botha zukommen, steht noch nicht fest. Sicher ist nicht einmal, ob Schulz eine weitere Chance erhalten soll, um die WM zu boxen. Er selbst fände das „nur gerecht“. Auch Manager Wilfried Sauerland hofft, daß die IBF erst Botha den Titel aberkennt, danach die Ranglistennotierungen wieder auf den Stand von vor dem Kampf bringt und Axel somit, als Nummer zwei der Rangliste, wiederum das Recht hätte, um den vakanten Titel zu boxen. Seit der Niederlage gegen Frans Botha wird Schulz als Nummer fünf der Rangliste geführt. Da der geplante Kampf zwischen George Foreman und Michael Moorer mittlerweile abgesagt worden ist, könnte Michael Moorer, der diesen Titel bis zu seiner K.o.-Niederlage gegen George Foreman inne hatte, wieder als einer der potentiellen Gegner installiert werden. „Ich habe das Gefühl, daß Bob Lee (Präsident der IBF; Red.) seine eigenen Regeln nicht kennt. Aus den IBF-Statuten geht ganz klar hervor, daß ein gedopter Boxer automatish disqualifiziert werden muß.“ Ein Schriftstück, auf dem auch diese Kampfregeln einwadfrei verzeichnet waren, sei von beiden Lagern vor dem Kampf unterzeichnet und somit rechtlich gültig geworden.
Wie in einem Fall einer Doping-Überführung zu handeln ist, ist in den Statuten der IBF nicht zweifelsfrei festgelegt. In anderen Verbänden sind die Handlungsweisen unterschiedlich: Als WBC-Weltmeister im Halbschwergewicht war der Jamaikaner Mike Mc-Callum im Kampf gegen Fabrice Tiozzo mit Aufputschmitteln gedopt gewesen, wurde aber freigesprochen. Gianfranco Rosi wurde dagegen für zwei Jahre gesperrt, nachdem er des Dopings im Kampf gegen Vernon Philips (USA) um die WBO-WM im Halbmittelgewicht überführt werden konnte. Für die Zukunft von Axel wäre eine Disqualifikation Bothas mit sofortigem Recht, wieder um eine WM zu boxen, die beste Lösung. Botha ist der schwächste der möglichen Gegner und außerdem könnte Schulz sich diesmal besser auf den Südafrikaner einstellen. Sollte ein anderer Gegner bestimmt werden, sinken die Chancen von Schulz drastisch, jemals einen Titel nach Deutschland zu holen. Ob Oliver McCall, Michael Moorer oder Henry Akinwande: Im Hinblick auf einen WM-Fight ist für Schulz kaum etwas zu gewinnen. Vielleicht könnte er den einen oder anderen schlagen – stellt sich nur die Frage in welcher Sportart. Nach der Leistung von Schulz gegen Botha ist es wohl traurige Realität, aber kaum zu übersehen: Axel wurde überschätzt. Die Leistung vom Kampf gegen Foreman hatte wenig mit der Klasse von Schulz zu tun, sondern mit der beginnenden Vergreisung des Box-Opas. Aber Axel hatte auch viel Glück: schließlich ist er seit dem Kampf gegen Botha Millionär und zog auch ein paar dicke und lukrative Werbeverträge an Land. Wenn er dennoch mal einen WM-Gürtel in den Händen halten will, braucht er nur in seinem Heimatort ein paar Straßen weiter zu fahren und bei Henry Maske zu klingeln (Tobias Drews)

„Chatos“ neue Chance

Genau ein Jahr ist jetzt her, da sollte der Bielefelder Profiboxer Salvador „Chato“ Yanez die Chance auf einen WM-Kampf bekommen. Nach Auskunft des Veranstalters stand die Gala in allen Einzelheiten fest, bis der Weltverband dazwischenfunkte: Die WBA (World Boxing Association) sanktionierte den Kampf zwischen Salvador und dem US-Amerikaner Frank Liles nicht. Hintergrund für Chato-Trainer Hans Geisler: „Die WBA hatte Axel Schulz nicht als Herausforderer von George Foreman aktzeptiert, konnte deshalb nicht plötzlich bei Yanez eine Ausnahme machen.“ So blieb Yanez nichts anderes übrig, als bis September auf eine andere Chance zu warten: In seiner Heimatstadt am Teutoburger Wald schlug Yanez im Kampf um die „IBF-Interkontinental-Interims-Meisterschaft“ den Russen Yuri Epifantschew nach Punkten. Der Zungenbrecher-Titel hat nur einen Schönheitsfehler: Er ist kaum das Leder wert, aus dem er gemacht ist. Denn der „richtige“ IBF-Intercontinetal-Meister ist der Italiener Silvio Branco, der wegen einer WM-Chance seine Titelverteidigungen aussetzte und somit Yanez den Weg zum „Interims-Meister“ frei machte. Eigentlich hätte Yanez das Recht erworben, im nÄchsten Kampf den amtierenden Meister um dessen Titel zu fordern. Doch der Italiener scherte sich wenig um den Bielefelder, verteidigte seinen Titel gegen einen anderen, Yanez schaute in die Röhre. Was nicht weiter schlimm gewesen wäre, da er im Dezember des vergangenen Jahres vom Manager Jean-Marcel Nartz einen Europameisterschafts-Kampf offeriert bekam. Der sollte in England gegen Richie Woodhall über die Bühne gehen. Die Verträge waren geschlossen. Die höchste Börse und zugleich die größte Chance warteten darauf, von Chato genutzt zu werden. Denn Woodhall, ist in allen Weltranglisten im Mittelgewicht unter den Top Fünf. Bei einem Sieg hätte Yanez große Chancen auf einen WM-Kampf gehabt. Auch dieser Kampf wurde abgesagt, weil Yanez eine alte Kampfverletzung plagte und weil er mittlerweile wieder eine andere WM-Chance erhalten hatte. Und wiederum soll es nun am 23. März in Hamburg um den WBA-Titel im Supermittelgewicht gegen den Amerikaner Frank Liles gehen. Warum die WBA nach dem ersten Verbot nun dennoch ihr o.k. zu dem Kampf geben soll, obwohl Yanez in seinem gesamten Boxerleben noch niemals auch nur einen Kampf im Limit des Supermittelgewichts bestritten hat, erklärt Hans Geisler so: „Chato hat zwischenzeitlich einen Titel gewonnen und einen weiten Schritt nach vorne gemacht.“ Deshalb, so des Trainers Eingabe, gehe der WM-Kampf voll in Ordnung. So ganz sicher ist das ganze Projekt aber wohl doch noch nicht: zwar ging schon eine beträchtliche Vorauszahlung des Veranstalters auf Chatos Konto ein, doch die schlechte Kunde kommt aus England: Dort soll Liles am 09. März, also knapp 2 Wochen vor dem Yanez-Kampf, seinen Titel gegen die aktuelle Nummer 5 der Rangliste, Steve Littles (USA) verteidigen. Möglich, das Yanez auch dieser Kampf durch die Lappen geht. So ganz Titellos braucht er dennoch nicht in die Zukunft zu schauen: Deutscher Meister ist der Bielefelder schließlich noch – im Halbmittelgewicht.

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